truppen.info: Truppe: Brandschutz in der Bundeswehr
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 „Ich fühle mich hier gut aufgehoben“
 Eine Frau verstärkt die „Truppe“ in der Männerdomäne
Wittmund (uz) [01.07.07]. Polizei, Rettungswagen und Feuerwehr brachten die Augen von Isabel Kutscher zum Leuchten, als sie noch ein Kind war. Nach der Schule absolvierte sie eine Ausbildung zur Kfz-Mechanikerin. Doch die Faszination, die die Feuerwehr auf sie ausübte, bestimmte ihre weitere Berufswahl. „Ich hätte mir auch vorstellen können, als Soldatin zur Bundeswehr zu gehen“, wirft Isabel Kutscher ein. Doch viel lieber sollte es eben die Feuerwehr sein, und zwar die bei der Bundeswehr. Nach der Annahme durch die Wehrbereichverwaltung begann sie die Ausbildung für den Feuerwehrtechnischen Dienst. „Das alles hat mich einfach sehr gereizt“, gesteht sie. Mit 12 Jahren trat Isabel Kutscher in ihrer Hessischen Heimat in die Jugendfeuerwehr ein.
Inzwischen hat sie den Rang eines Brandmeisters erreicht. Sie ist eine von den vier ersten Frauen, die bei der Bundeswehr als angehende Feuerwehrbeamtinnen eingestellt wurden. Seit einigen Tagen ist sie in ihrer endgültigen Dienststelle tätig: Sie verstärkt die Fliegerhorst-Feuerwehr in Wittmund. „Man merkt schon, dass man hier auf einen eingeschworenen Haufen trifft“, bestätigt die Feuerwehr-Frau. Die sich ihren Stand und ihre Anerkennung, wie bislang jeder andere männliche „Neuzugang“ auch, in der Schicht noch einwenig erarbeiten muss. Doch schon in den ersten Tagen hat sie mit ihrem Engagement ein gutes Stück Überzeugungsarbeit bei den Kollegen geleistet. „Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben“, betont Isabel Kutscher und fügt hinzu: „Man muss ja mit den Leuten erstmal warm werden.“ Und als ob sie schon jahrzehntelang auf dem Fliegerhorst tätig wäre, ist sie bereits als Kraftfahrer unterwegs. Im Moment wird sie vom Wittmunder Feuerwehrpersonal in die Facetten ihres neuen Abeitsumfeldes eingewiesen.
Isabell Kutscher ist die "Neue" bei der Fliegerhorst-Feuerwehr in Wittmund.
Fotos: Uwe Zeitter
Ein Arbeitsumfeld, das sie sich selbst ausgesucht hat. Ihr Cousin ist als Soldat in Wittmund stationiert. Er gab ihr den heissen Tipp, dass in der Feuerwehr eine Stelle ausgeschrieben sei. Mit ein wenig Glück hat sie so ihren Wunschjob in ihrer Wunschverwendung realisiert. Während ihrer Ausbildung hat Isabel Kutscher neben dem Berufsfeuerwehrpraktikum auch in einer 18 monatigen „Rundreise“ unterschiedlichste Feuerwehr-Dienststellen der Bundeswehr erlebt.
Die Handgriffe sitzen längst bei der ersten "Feuerwehr-Frau" in Wittmund.
Die Lärmschutzhalle und das Retten der Flugzeugbesatzung aus dem Schleudersitz gehören zu den ersten Einweisungen, die die neue Kollegin in Wittmund erlebt hat. Bislang hatte sie nur das Schulwissen parat- jetzt geht es für die junge Feuerwehr-Frau an das Eingemachte. Neben dem fachlichen Anpassen muss Brandmeisterin Kutscher auch die örtlichen Gepflogenheiten kennen lernen. Von den Grundlagen einmal abgesehen hat eben jede Feuerwehr doch ihre Eigenarten. „Das sind ganz schön viele Informationen auf einmal“, stöhnt Isabel Kutscher ein kleines bisschen unter den Eindrücken der ersten Diensttage. Mit vielen Informationen von den Kollegen absolviert sie derzeit einen „Crash-Kurs“ auf der Basis: „Learning by doing“.
In ihrem Element: Isabell Kutscher.
Für die neue Kameradin in Wittmund ist der berufliche Wunschtraum fast schon erfüllt. „Hier gibt es jeden Tag etwas neues, man kommt nicht in eine Alltagstrott. Das gefällt mir“, stellt die 25jährige begeistert fest. Den Eindruck, dass Frau es schwerer hat, hat sie nicht. „Vielleicht hat man das auch im Hinterkopf, dass man als Frau immer etws kritischer beobachtet wird und deshalb oft etwas mehr geben muss“, grübelt die Neue.
Zu den Highlights ihrer ersten Dienstwochen gehörte sicherlich auch die Übung am Feuerlöschübungsbecken der Wittmunder Fliegerhorst-Feuerwehr.
2500 Liter Kerosin, die Menge, die eine landende F4-F Phantom mitführt, werden dort regelmäßig entzündet, um den Angriff an die Feuerfront zu üben. Halbjährlich trainiert jede Schicht dieses Inferno in den Griff zu bekommen. Nur wenige Sekunden bleiben den Rettungskräften im Notfall, um das Feuer zu löschen.
Wie es sich für einen Neuling gehört, fuhr Isabel Kutscher nicht nur das Fahrzeug für den ersten Angriff, sondern rückte, nach dem ersten Löscherfolg des Wenderohres, dem Feuer auch mit dem Schlauch zu Leibe. „Feuer aus!“, ruft sie von vorne. Übung erfolgreich beendet.
Isabell Kutscher (links) rückt dem Feuer zu Leibe.
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