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Luftnotlage
für F4-F Phantom |
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Für
die Rettung bleiben nur Sekunden |
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Wittmund (uz) [01.07.07]. Der Notruf aus einer
anfliegenden Phantom F4 geht am Nachmittag beim Tower
in Wittmund
ein. Jetzt muss alles schnell gehen und jeder Handgriff
sitzen. Der Flugsicherheitsmeister des Jagdgeschwader
hat den Fliegerarzt und die Fliegerhorst-Feuerwehr hinter
sich, als er auf das Flugfeld prescht. Samt dem "Pilotenretter",
einem mit einer Rettungsbühne ausgestatteten Unimog,
sind die Retter schnell einsatzbereit. Eine landende
Maschine führt noch rund 2000 - 3000 Liter Kerosin
mit. "Da muss alles ganz schnell gehen", betont
Siegfried Kelly, der Brandamtmann ist der Leiter der
Fliegerhorst-Feuerwehr des Jagdgeschwaders 71 "Richthofen". |
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Schnell wie die Feuerwehr: Innerhalb weniger Sekunden haben
die Retter die Maschine unter Kontrolle.
Fotos: Zeitter |
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Die Männer, und eine
Frau, die seit kurzem im Team ist, müssen innerhalb von 60 Sekunden
den Brand unter Kontrolle haben. Genauso schnell, wie sie von der
Feuerwehr aus dem Cockpit gerettet wurden, können Pilot und
Waffensystemoffizier der F4 in diesem Fall auch wieder von der Trage
aufstehen - sie haben bereits beim Briefing am frühen Morgen
erfahren, dass ihnen eine Luftnotlage bevorsteht, als Training für
Rettungskräfte. Sie sind wohlauf und die Phantom F4 ist es auch.
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Spätestens
alle zwei Monate trainieren die Feuerwehrleute der Fliegerhorst-Feuerwehr
die Annäherung an Luftfahrzeuge und die Bergung der Besatzung mit
jeder Schicht. Rund um die Uhr sind mindestens 13 Mann, während
der Flugbetriebszeiten sind es bis 24, im Schichtdienst auf dem Fliegerhorst
Wittmund verfügbar. Bis zu 60 Stunden pro Woche ist der Platz geöffnet.
Die Alarmrotte, die auf dem Platz stationiert ist, kann natürlich
jederzeit starten.
Mindestens genauso
schnell wie die alarmierten Jets, steht dann auch die Feuerwehr an drei
Positionen an der Runway. Wenn der Platz geöffnet ist, haben die
Männer ein wachsames Auge auf den Flugbetrieb. Die Prävention
steht
im Mittelpunkt der Arbeit der Feuerwehrleute. "Der vorbeugende Brandschutz
hat in den vergangenen Jahren immer größere Bedeutung gewonnen",
betont Kelly. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn an den letzten "scharfen" Einsatz
im Wittmunder Flugbereich kann er sich schon gar nicht mehr so richtig erinnern:
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| Den Flugbetrieb immer im Blick: Ständig ist die Fliegerhorst-Feuerwehr
am Flugfeld präsent. |
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1-2 Jahre muss es bestimmt schon her sein, meint er.
Er und sein Team sind aber nicht nur für den fliegerischen Bereich auf dem
Fliegerhorst zuständig, auch die benachbarte Truppenunterkunft und das Treibstofflager
mit einer nicht zu verachtenden Mengen "Flugbenzin" stehen in der Obhut
der Feuerwehr. Mit den Soldaten im Standort werden regelmäßig der
richtige Umgang mit Löschmitteln geübt und die Sensibilität für
vorbeugende Brandschutzmaßnahmen vermittelt. |
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| Das Geheimrezept: Möglichst viel Löschmittel in möglichst
wenig Zeit. |
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Durch die großen Treibstoffmengen und die Strahlflugzeuge
und natürlich auch durch deren Bewaffnung ist die
Aufgabe natürlich eine ganz andere, als bei einer
Ortsfeuerwehr, erzählt Oberbrandmeister Frank Fischer,
einer der Wittmunder Feuerwehrbeamten. Eben hat er noch
den Piloten der F4 aus dem Cockpit befreit. Er engagiert
sich, wie viele Kameraden, noch in einer freiwilligen
Feuerwehr in der Region. Überhaupt sei die Zusammenarbeit
mit den regionalen
Einsatzkräften sehr gut. Im Landkreis Wittmund gibt es 26, im ebenfalls
an den Fliegerhorst angrenzenden Landkreis Aurich sind es 27 Ortsfeuerwehren.
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| Die Helfer bergen die Besatzung. |
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Viele der freiwilligen
Feuerwehrleute sind ebenfalls Bundeswehrangehörige und leisten ihren
Dienst in unterschiedlichsten Funktionen im Standort. "Man kann
von den Kenntnissen und Erfahrungen auf beiden Seiten nur profitieren",
erzählt Frank Fischer. Auch eine Zusammenarbeit ist möglich.
Sollten
sich die örtlichen Feuerwehren großen Feuern, wie beispielsweise Waldbränden
gegenüber sehen, ist die Fliegerhorst-Feuerwehr eine willkommene Hilfe.
Sie muss von Haus aus schnell große Mengen von Löschmitteln auf den
Brandherd befördern. Dafür ist sie speziell ausgestattet und diese
Ausstattung wird bei Bedarf gerne in Anspruch genommen. Aus Sicht der Luftwaffe
ist es natürlich auch so, dass sich Notfälle oder gar Abstürze
nicht auf das Gelände eines Fliegerhorsts beschränken. "Dann ist
es natürlich der Kommandant einer Orts- oder freiwilligen Feuerwehr, der
mit der Situation konfrontiert wird", gibt Siegfried Kelly zu bedenken.
Die freiwilligen Feuerwehrleute sind gern gesehene Gäste bei der Flugplatz-Feuerwehr.
Auch Jugendgruppen geben sich die Klinke in die Hand. |
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Mehr als 100 Besuchergruppen
betreuen die Feuerwehrleute nebenbei. Viele sind auch gerne
dabei, wenn die Feuerwehr
an ihrem Feuerlöschübungsbecken trainiert. Hier können die Feuerwehrleute
das Löschen von Flüssigkeitsbränden üben. Solche Becken sind
rar geworden. "Wir sind froh, dass unseres och für die Nutzung freigegeben
ist", gesteht Siegfried Kelly. Viele andere Retter haben kaum eine Möglichkeit,
das Löschen von großen Flüssigkeitsbränden zu üben. "Neulinge" sind
auch immer von den Ausmaßen des Feuers beeindruckt: "Wenn wir üben,
sieht man das in Aurich", werden die Feuerwehrleute im Feuerwehrmagazin
der Ostfriesischen Nachrichten zitiert und das sind immerhin gute 20 Kilometer. |
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| Der erste "Angriff" sitzt: In wenigen Sekunden sind die
Flammen erstickt. |
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Lange fackeln darf die Fliegerhorst-Feuerwehr
aber nicht, innerhalb von 7-8 Sekunden
ist der Brand im Übungsbecken zu löschen. Längere Zeitspannen
können die Retter selbst in Lebensgefahr bringen. Selbst wenn die Maschine "nur" mit
Täuschkörpern "bewaffnet" wurde. Auch die heißen Metallplättchen,
die zum Täuschen von wärmeempfindlichen Flugkörpern ausgestoßen
werden, stellen für die Retter eine akute Gefahr da. Dazu kommt: Die Bewaffnung
der Flugzeuge ist im Brandfall nur für wenige Sekunden ein kontrollierbares
Risiko. Entsprechende Waffen-Spezialisten sind ebenfalls für Notlagen in
Bereitschaft. Gemeinsam mit dem Fliegerarzt des Geschwaders retten die Feuerwehrleute
die Besatzung aus den Flugzeugen. |
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| Jeder Handgriff muss sitzen: Frank Fischer bildet Kollegen
am Schleudersitz aus. |
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Dazu müssen
die Retter auch trainieren,
wie man von außen die Kanzel öffnen kann, wo die Triebwerke abgestellt
werden müssen und wie man den Piloten aus dem Schleudersitz befreit, ohne
den Sitz aus dem Flugzeug zu schießen. Dieses Wissen haben die Retter dabei
nicht nur für Phantom F4, die in Wittmund stationiert ist, vorzuweisen,
sondern für alle denkbaren Luftfahrzeugmuster. Besonders gilt das für
die Maschinen, die in der NATO eingesetzt werden und damit auch gelegentlich „zu
Besuch“ in Wittmund sind. Auch dies wird entsprechend regelmäßig
trainiert, die entsprechenden Flugzeuge müssen dafür natürlich
vor Ort zur Verfügung stehen. Trainiert wird entweder, wenn entsprechende
Typen auf dem Platz Station machen, oder sie werden speziell angefordert.
Neben den Trainings- und Bereitschaftsaufgaben sind die Männer der Wittmunder
Fliegerhorst-Feuerwehr aber noch mit einer Vielzahl von anderen Aufgaben betraut.
Allen voran steht die Ausbildung künftiger Wehrleute an Strahlflugzeugen.
Eine große Rolle spielen aber auch die Wartung und Überprüfung
des Geräts. |
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Abgelaufene Feuerlöscher werden in den
Räumen der Feuerwehr wieder auf Vordermann gebracht, selbst die
eigenen Löschfahrzeuge
werden in Eigenarbeit gewartet. "Wir brauchen keine Vertragswerksstätten,
um das Fahrgestell kümmert sich die Instandsetzung hier auf dem Fliegerhorst
und Pumpen, Tanks und alles weitere setzen wir selbst in Stand", betont
der Leiter nicht ohne Stolz in der Stimme. Allerdings, so schränkt er auch
gleich ein, wird dies vermutlich ein Ende haben, wenn neue, moderne Fahrzeuge
in die Truppe kommen. Die moderne Technik wird das "Hand anlegen" wohl
ausschließen.
Eine weitere wichtige Aufgabe der Mannschaft ist der Betrieb und die Wartung
der Fanganlage, die an beiden Enden der Startbahn installiert ist. Hier können
durch einen Haken an der Maschine, die Flugzeuge gefangen werden, die einen Start
abbrechen oder auch solche, die bei der Landung Probleme haben - für Letztere
kann auch in wenigen Minuten ein Schaumteppich aufgebracht werden. |
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