Köln / Pensacola (eb) [07.09.05] Am
6. September hob der dritte Airbus A310
MRT der
Luftwaffe mit weiteren 15 Tonnen Hilfsgütern
vom militärischen Teil des Flughafens
Köln/Bonn ab. Das ist bereits der dritte
Flug nach Florida unweit der
Katastrophenregion innerhalb von fünf Tagen.
Der 8.300 Kilometer von Köln entfernte
Zielflughafen Pensacola liegt etwa 300
Kilometer östlich der zerstörten
Südstaatenmetropole New Orleans. Bereits
am 2. und 4. September brachte die Luftwaffe
Hilfsgüter für die notleidende Bevölkerung
in das von Hurrikan "Katrina" zerstörte
Gebiet. Damit wurden bisher gut 40 Tonnen
Fracht geliefert.
Der Airbus hatte zirka 8.000 EPA
("Einmann-Packung"=EPA) an Bord um einen
kleinen Beitrag zur Versorgung der
notleidenden Bevölkerung mit Lebensmitteln
für den Anfang sicher zu stellen. Ein EPA,
oder auch "Feldversorgungspaket" genannt,
beinhaltet zum Beispiel als Warmmahlzeit
Linseneintopf mit Mettwurst oder ein
italienisches Nudelgericht. Haltbares Brot
und Aufschnitt komplettieren das rund 2
Kilogramm schwere Packet. Weiterhin lassen
sich nützliche Kleinigkeiten wie Schokolade,
Hartkekse, Getränkepulver sowie als
Zahnpflegeersatz Kaugummis darin finden. Der
Inhalt eines solchen Lebensmittelpaketes
soll normalerweise einen Soldaten einen Tag
lang ernähren. Bei sparsamen Verzehr kann
man sich aber auch bis zu zwei Tage davon
verköstigen.
Deutsche "Rosinenbomber"
Dankbar nenne man hier den Airbus
"Rosinenbomber", erzählt Stabsfeldwebel Max
Krammel, der zum Stammpersonal der 2.
Deutschen Ausbildungsstaffel der Luftwaffe
hier in Pensacola gehört. Er sei gerührt von
der Dankbarkeit die den Deutschen vor Ort
für ihre Hilfe entgegengebracht wird. Auch
der Staffelchef, Fregattenkapitän Stephan
Jütten, ist von der hervorragenden
Zusammenarbeit mit den Amerikanern vor Ort
begeistert. "Die deutschen Lebensmittel
waren die Erste Hilfe für die Bevölkerung",
berichtet er nicht ohne Stolz.
Die US-Streitkräfte haben rund 50
Transporthubschrauber nach Pensacola verlegt
um permanente Flüge in das zerstörte Gebiet
sicher zu stellen. Sofort nach Ankunft der
Luftwaffenmaschinen werden die dringend
benötigten Güter in die Hubschrauber
umgeladen und in die Krisenregion geflogen.
Somit befinden sich nur 16 Stunden nach dem
Abflug in Köln die ersten EPAs bei den
Notleidenden. (Text und Fotos: Ingo Bicker,
PIZ Luftwaffe) |