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„Sie fürchten weder Tod noch Teufel“ |
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Multinationale Luftwaffenübung über Baden-Württemberg |
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Meßstetten (mp) [16.05.06[.
„Sie sind die besten Piloten
der Navy - die Elite“, heißt es in der Ansprache des
Ausbilders in Tony Scotts Kassenschlager „Top Gun“ aus
dem Jahre 1986. Wie damals, lässt sich auch in diesen Tagen
der Begriff Elite mit Kampfflugzeugen und beeindruckenden
Flugmanöver
am Himmel verbinden. Allerdings nicht in einer nordamerikanischen
Einöde, sondern in der sonst so ruhigen Umgebung der Schwäbischen
Alb begeben sich Jets, Transportflugzeuge und Hubschrauber
in den Tiefflug.
Der Truppenübungsplatz Heuberg ist Schauplatz der ELITE 2006.
ELITE steht für Electronic Warfare Live Training Exercise. Dahinter
versteckt sich eine inzwischen zur Tradition gewordene multinationale Übung
des elektronischen Kampfes der Luftwaffe. |
Es
ist der Abend des ersten Übungstages. Die Sonne macht sich
auf den Weg, unter zu gehen. Doch noch ist der „Warm-Up“-Tag
nicht zu Ende. Der Tower an der Schiessbahn 10 des Übungsplatzes
meldet, dass sich noch zwei Flugzeuge vom Typ F/A – 18
im Anflug befinden. Schon wird es laut. Gehörschutz ist
Pflicht, als die beiden Maschinen der Schweizer Luftwaffe
den Tower überfliegen. Zwei Runden drehen die Piloten und
verlassen den Flugraum schon wieder in Richtung Manching
bei Ingolstadt,
wo sie für die Dauer der Übung stationiert sind.
Noch
immer nicht Dienstschluss. Als letztes dürfen noch zwei Cougar
Hubschrauber den 4800 Hektar großen Berg unter die Lupe
nehmen. |
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| „Ortsbegehung“ durch die Piloten aus der Schweiz. |
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Sie
fliegen sehr tief, versuchen die verschiedenen Flugabwehrgeschütze
und bodengebundenen Luftverteidigungseinheiten zu erkennen und aufzuklären.
So unbetucht werden die Piloten den Übungsplatz in den kommenden
zwei Wochen wohl nicht mehr überfliegen können. „Heute
durfte sich noch jeder ein Bild von dem Übungsgelände machen“,
erklärt ein Fluglotse, „ab morgen wird zurück geschossen“,
fügt er lächelnd hinzu. |
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| Mission erfolgreich?
Die Besatzungen der beiden Tornados werden bald erfahren,
wie sie abgeschnitten haben. |
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Mit
dem bloßen Auge ist nichts zu erkennen. Erst eine Übersichtskarte
neben der Besuchertribüne lässt vermuten, dass die Luftfahrzeuge
einiges zu erwarten haben. Unzählige Markierungen und Beschriftungen
zeigen die verschiedenen Abwehrsysteme, die sich überall auf dem Heuberg
verschanzt haben. Mit Waffensystemen wie Hawk, Patriot oder auch Roland
ist die Bundeswehr
vor Ort und versucht mit ihren NATO-Partnern wie Frankreich, Niederlande
oder Polen, aber auch Schweden, die Luftfahrzeuge visuell „vom Himmel
zu holen“. Abschüsse werden elektronisch angezeigt und abends
ausgewertet. Die Ergebnisse werden via Satelliten-Konferenz in die verschiedenen
Stützpunkte weitergeleitet, so dass alle Piloten und Flugabwehrsoldaten
bereits wenige Minuten nach Übungsende in die Analyse des Tages übergehen
können. |
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Die
teilnehmenden Luftfahrzeuge sind in drei Kategorien unterteilt:
Strahlflugzeuge, Hubschrauber und Propellermaschinen. Aktiv
gegen die feindlichen
Bodenstationen können sich die Strahlflugzeuge, Jets wie der
Tornado oder die F-4F Phantom der Luftwaffe, wehren. Sie
verfügen über
Luft-Boden-Waffen und können die Flugabwehrgeschütze direkt
bekämpfen. |
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Die internationale
Übungsbeteiligung sorgt für ungewohnte Flugzeuge am Himmel und
läßt Spotter-Herzen
höher schlagen. |
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Doch
was machen im Vergleich dazu sehr langsame Luftfahrzeuge wie der
Transporthubschrauber CH-53 GS oder eine C-160
Transall, um unbeschadet den „Tiefflug-Spießrutenlauf“ durchzustehen.
Sie verfügen über so genannte „Flares“. Flares
sind Täuschkörper gegen Lenkwaffen mit Infrarotsuchkopf. |
Sie
bestehen aus Magnesium- oder Phosphorkügelchen, die an
der Luft verbrennen und durch die dabei entstehende große
Hitze den Flugkörper vom eigentlichen Ziel ablenken. Ziel
ist es, den Lenkflugkörper „blind“ zu machen
oder auf die Hitze der Flares zu lenken, um ihn dort zur Explosion
zu bringen. Zusätzlich werden meist noch kleine Aluminiumblättchen,
so genanntes „Chaff“ ausgeworfen, die zur Radartäuschung
dienen.
Wenn diese Maßnahmen eingeleitet wurden, geht es für die
Piloten nur noch darum, so schnell wie möglich die Gefahrenzone
zu verlassen.
Dasselbe gilt für die beiden Cougars, die noch ihre Runden über
dem Heuberg gedreht haben. Zwar wurden sie heute noch nicht gezwungen,
sich gegen Beschuss zu verteidigen, haben aber sicher ein mulmiges
Gefühl in der Magengegend, wenn sie an ihren nächsten
Flug über die „Hölle der Alb“ denken.
(Marco Pfohl)
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Die Luftabwehrsysteme aus unterschiedlichen Nationen machen den Piloten das Leben schwer.
Fotos: Marco Pfohl |
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