Wittmund (uz) [18.01.05]. Im strömenden Regen bot
die Luftwaffe auf dem Fliegerhorst Wittmund dem neuen
Verteidigungsminister, Dr. Franz Josef Jung, zu seinem
Antrittsbesuch einen Überblick, über ihr gesamtes
Leistungs-Repertoire. Kein Wunder also, dass er auf die
Frage einer Lokaljournalistin, was er in Zeiten von
Standortkürzungen diesem Standort wünsche, prompt
antwortete: "Angesichts des heutigen Tages wünsche ich
dem Standort besseres Wetter."
Tapfer verzichtete Jung auf das gereichte Handtuch und
ließ die Eindrücke des Programms auf sich wirken. Beim
Start der Alarmrotte erhielt der Minister einen direkten
Eindruck von Schnelligkeit der Abfangjäger. "Ich bin
beeindruckt wie schnell die Luftwaffe ist", attestierte
der Minister dem Geschwader. Nicht nur wegen der
erwarteten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes
zum möglichen Abschuss von Zivilflugzeugen durch die
Luftwaffe ein aktuelles Thema für den Minister. Den
Fragen zum Verfahren in solchen Situationen wich der
Minister allerdings aus. Insbesondere auch als es um den
Einsatz der Luftwaffe zur Sicherung der
Fußball-Weltmeisterschaft ging. "Ich hoffe, dass wir
getreu dem Motto 'die Welt zu Gast bei Freunden' eine
friedliche Weltmeisterschaft erleben", betonte der
Minister mehrfach. Schon einen Tag darauf zeigte sich
allerdings wie wichtig eine baldige Entscheidung zu
diesem Thema ist. Nicht einmal 24 Stunden nach dem
Besuch wurde die Alarmrotte aus Wittmund alarmiert, um
ein Flugzeug zu identifizieren, das über Funk nicht
erreichbar war. Keine Übung, allerdings ein eher
harmloser technischer Defekt. Die osteuropäische
Maschine wurde begleitet und an der Grenze an die
niederländische Luftwaffe "übergeben".
Intensiv informierte sich der Minister auch in einer
TransAll mit MedEvac-Ausrüstung über die Möglichkeiten
des Lufttransports von Schwerstverletzten. Auch diese
Unterstützung ist im Gespräch für die
Fußball-Weltmeisterschaft. Auch wenn der Minister noch
konsequent von der "Sanitärtruppe" sprach, räumte er die
Möglichkeit ein, dass entsprechende Kapazitäten für das
sportliche Großereignis bereitgehalten werden.
Dargestellt wurden dem Minister außerdem die
Möglichkeiten der Besatzungen von Bell UH-1D, den
verschiedenen Tornados, der Flugabwehrraketengruppen,
von Feuerwehr und nicht zuletzt auch der
Luftwaffensicherungskräfte.
Etwas zurückhaltend ließ sich Minister Jung durch die
Stationen führen. Trotzdem: Im Vergleich zum
Antrittsbesuch in Eckernförde, einige Tage zuvor,
bekamen die Soldaten in Wittmund einen Minister zum
Anfassen. Auch der vierbeinige Nachwuchs einer
neuaufgestellten Hundestaffel der Luftwaffe regte das
Interesse des Ministers. In einer Gesprächrunde mit
allen Soldaten, die an der Vorführung beteiligt waren,
erkundigte er sich nach den individuellen Belangen der
Soldaten.
Die jüngste technische Errungenschaft der Luftwaffe, der
Eurofighter, bot zum Abschluss die entsprechende Kulisse
für diese Gespräche. |