truppen.info: Truppe: Militärseelsorge in der Bundeswehr
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 "Frieden gelingt nicht mit schönen Worten"
 Internationaler Soldatengottesdienst im Kölner Dom
Köln (eb) [25.01.10]. Aus Anlass des Weltfriedenstages 2010 beging Erzbischof Kardinal Joachim Meissner den Internationalen Soldatengottesdienst im Kölner Dom. Er rief zur Bewahrung des Friedens auf und forderte die Abwägung des Einsatzes militärischer Gewalt ein. Über 1.500 Soldaten der Bundeswehr und verbündeter Streitkräfte sowie Angehörige der Polizei feierten und gestalteten den Gottesdienst gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen und Gästen. Darunter auch Stephanie zu Guttenberg, die Gattin des Bundesministers der Verteidigung, Staatssekretär Rüdiger Wolf, der Wehrbeauftragter Reinhold Robbe und Generalleutnant Hans-Otto Budde, Inspekteur des Heeres.
Die Übernahme von Verantwortung für Schöpfung und Mitmenschen sei keine romantische Bewegung, betonte der Kardinal. „Das stellt uns oft vor schwierigste Entscheidungen: etwa, dass wir für Frieden und Gerechtigkeit bisweilen zu militärischen Mitteln greifen müssen. Wo Unrecht geschieht, wo Menschen bedroht und ihrer Existenzgrundlagen beraubt werden, da dürfen wir nicht tatenlos zuschauen.“, so Meissner in seiner Predigt.
Kardinal Meissner wollte bewusst gemeinsam mit den Soldatinnen und Soldaten den Gottesdienst begehen, um gerade in der gegenwärtigen Situation der Bundeswehr Rückhalt zu geben. „Dem Frieden in der Welt eine Chance zu schaffen, das geht nicht mit schönen Worten!“, betonte Meissner während des Empfangs im Maternushaus, dem Tagungszentrum der Erzdiözese. Wiederholt definierte er die Bundeswehr als Kriegsverhinderungsarmee, deren Auftrag auch absehbar immer schwieriger werde. Daher, so der Kardinal, schließe er die Soldatinnen und Soldaten sowie deren Familien in sein Abendgebet ein.
In den Einsätzen werden Soldaten regelmäßig unmittelbar mit den Auswirkungen von Gewalt konfrontiert. Getrennt von ihren Familien, nehmen sie große persönliche Risiken auf sich. Soldatinnen und Soldaten stellen sich dem Risiko verwundet oder getötet zu werden, aber auch in letzter Konsequenz selbst töten zu müssen. „In dieser belastenden Situation, dürfen wir die Soldaten nicht allein lassen, oder ihnen den Eindruck vermitteln, dass sie, aus einer vermeintlich moralisch überlegenen Position heraus, für Übeltäter gehalten werden.“, forderte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Budde.

Kardinal Meissner während der Eucharistiefeier.
Foto: Mandt
Die Angehörigen der Bundeswehr befänden sich in den Auslandseinsätzen in der Gefahr der seelischen, geistigen und körperlichen Verwundung. „Die Militärseelsorge,“, so Militärgeneralvikar Walter Wakenhut, „und damit die ganze Kirche, lässt die Soldaten nicht allein. Sie begleitet die Soldaten vor, während und nach den Einsätzen. Die Militärseelsorger sind so immer mit den Soldaten, also mit dabei im schweren Dienst für Sicherheit und Freiheit.“ Auch bei der Vermittlung eines soliden ethischen Fundaments, helfe die Militärseelsorge. So kündigte der Militärgeneralvikar die Gründung eines Zentrums für ethische Bildung in den Streitkräften in Hamburg an. Ziel dieser Einrichtung wird die Ausbildung militärischer Vorgesetzter und die Weiterbildung der Militärseelsorger sein.
Der internationale Weltfriedenstag wurde erstmals im Jahre 1968 durch Papst Paul VI. ausgerufen. Ausdrücklich mit dem Wunsch, diesen künftig weiter zu begehen. Den diesjährigen 43. Weltfriedenstag stellte Papst Benedikt XVI. unter das Motto „Willst du den Frieden fördern, bewahre die Schöpfung“. Die ökologische Verantwortung ergebe sich aus den Rechten und Pflichten des Menschen an der Schöpfung und an den Mitmenschen. „Wenn der Mensch verfällt, verfällt auch die Umwelt, in der er lebt.“, sagte der Papst in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag. Wenn die Kultur zum Nihilismus neige, müsse die Natur zwangsläufig die Konsequenzen tragen. Gegenseitiger Respekt führe auch zum Respekt vor der Natur. Die Arbeit der Soldatinnen und Soldaten für die Sicherheit und Freiheit der Völker dient letztlich auch diesem Ziel.
Text: Markus Schlenker, Fotos: KMBA
 
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