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Laufen und laufen lassen |
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Pensionierter Offizier ist als Laufsport-Organisator bekannt |
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Bergatreute/Wilhelmshaven
(uz) [29.04.10]. Eine angeborene Leidenschaft ist das Laufen
für Claus Baumann nicht gewesen. Die Liebe zum Laufsport ist
erst im Laufe seiner Dienstzeit bei der Bundeswehr entstanden.
Dafür ist sie sehr ausgeprägt entstanden. In seinen letzten
Dienstjahren hat Claus Baumann eine Gruppe von Gleichgesinnten
betreut und koordiniert. Das Team hat damals an unterschiedlichen
Marathon-Veranstaltungen teilgenommen. Seine Heimatzeitung
aus dem Oberschwäbischen Ravensburg hat einmal über ihn
geschrieben, er kenne alle Laufveranstaltungen zwischen drei und
100 Kilometern
Länge. Doch schon bald war Baumann nicht nur Läufer, sondern auch
Organisator und seit vielen Jahren ist er in der Verbandsarbeit
tätig. |
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Während, wie hier beim Hauptlauf des Gorch-Fock-Marathon,
die Läufer
auf die Strecke geschickt werden, kümmert sich Claus
Baumann bereits
um
die Ergebnisse
der
vorherigen
Läufe.
Fotos: Zeitter |
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1995 wurde er vom damaligen
Kuratoriumsvorsitzenden, Oberstleutnant Paul Wrobel, in Sigmaringen,
seinem damaligen Standort, gebeten, den schon existierenden Soldatenheim-Laufcup
eigenverantwortlich zu organisieren. Diesen Cup gab es bereits in „abgespeckter
Version“ und wurde vom damaligen Pächter des Soldatenheims
in Engstingen, später Sigmaringen, Helmut Thielen und einigen Laufbegeisterten
ins Leben gerufen.
Entstanden ist der Soldatenheim-Laufcup in seiner jetzigen Form mit einem Hauptlauf über
ca. 8 km und zwei Schülerläufen über ca. 1500 m in sechs Bundeswehrstandorten.
Er geht in diesem Jahr in seine 16. und vermutlich auch letzte Auflage. Der Eröffnungslauf
fand bereits in Pfullendorf statt. In den nächsten Monaten stehen die Läufe
in den Standorten Immendingen (5. Mai), Stetten am kalten Markt (19. Mai), Mengen
(9. Juni), Meßstetten (14. Juli) und Sigmaringen (15.September) auf dem
Terminplan. Die Strecken führen jeweils über die Übungsplätze
in den Standorten und sind für alle Alters- und Leistungsklassen ausgelegt.
Wer an mehreren Läufen teilnimmt, wird auch für den gesamten Laufcup
gewertet. Immer noch mit dabei ist Organisator Claus Baumann. Nachdem er die
Bundeswehr in Richtung des Ruhestandes oder vielleicht besser: in Richtung des
läuferischen Unruhestandes verlassen hat, hat er mit einem Gleichgesinnten
eine Firma gegründet, die sich auf die Unterstützung von Laufsportveranstaltungen
spezialisiert hat. „Wir haben diesen Boom gar nicht erwartet“, blickt
Claus Baumann zurück. Die Erwartungen der Läufer an die Veranstalter
werden immer größer, weiß der Laufsport-Experte. Kleinere Veranstalter,
insbesondere bei Laufveranstaltungen, die von Vereinen getragen werden, stoßen
da an ihre Grenzen. Hier unterstützt die Laufsportmarketing GbR. Je nach
Bedarf übernimmt das Team beispielsweise Zeitmessung und Auswertung aber
auch Anmeldung und Abrechnung. Gestellt werden dabei sowohl Hard- wie auch Software.
Die organisatorische und planerische Erfahrung des Soldaten, Claus Baumann hat
die Bundeswehr als Hauptmann in der Fachdienstlaufbahn verlassen, kommen den
Laufveranstaltungen dabei sicherlich zu Gute. |
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Laufen wo sonst "Betreten verboten" gilt: Die Laufcup-Serie
machts möglich. |
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So ist es auch beim Soldatenheim-Laufcup.
Claus Baumann weiß, dass sich
die Veranstaltung in der „Laufgemeinde“ längst herumgesprochen
hat. „Es ist erstaunlich, welche Teilnehmer wir zu den Läufen, die
mitten in der Woche liegen, gewinnen können – sowohl quantitativ als
auch qualitativ“, freut sich Baumann. Organisation, Auswertung und auch
das anschließende Essen im jeweiligen Soldatenheim haben die Laufcup-Serie
zu einer festen Größe gemacht. Wichtig ist für Baumann dabei
auch die Abwicklung: „Wer um 18 Uhr startet, kann, wenn er um 20 Uhr die
Heimreise antritt, Ergebnisliste und Urkunde gleich mitnehmen“, berichtet
er stolz. Für viele Teilnehmer, gut 1500 Läuferinnen und Läufer
werden in einem guten Jahr in der Serie gezählt, zählt aber auch die
Laufstrecke. Sie führt die Teilnehmer in Geländeabschnitte, in denen
sie sonst nicht laufen können, zumindest nicht legal. Gerade auch für
die Kinder- und Jugendläufe ist die Bundeswehr-Umgebung ein Teilnehmer-Magnet.
Vor einigen Jahren wurde Baumann dann mit einer ganz neuen Idee konfrontiert:
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung in der Bundesrepublik
Deutschland (EAS), einer der Veranstalter der Laufcup-Serie, kam mit der Bitte
eine Marathon-Veranstaltung zu organisieren, auf ihn zu. Eigentlich wollten Claus
Baumann und sein Mitstreiter Bernhard Businger ihr Engagement auf Baden-Württemberg
begrenzen. Ganz schnell wurde nun aber über eine Veranstaltung an der Nordsee
gesprochen. Entstanden ist der Gorch-Fock-Marathon in Wilhelmshaven (5. Auflage
am 15. &16. Mai 2010). Und Baumann und Businger setzen auch hier ihre geballte
Kompetenz ein. Die Organisation ist über die Distanz vom Bodensee bis an
die Jade etwas aufwändiger – der Qualität tut dies aber keinen
Abbruch. Seit einigen Jahren wird im Rahmen der Veranstaltung auch die Bundeswehrmeisterschaft
im Marathon ausgetragen. Mehr als 1600 Läuferinnen und Läufer gingen
im vergangenen Jahr auf die Strecke. Ebenso wie beim Laufcup in Süddeutschland
führt die Laufstrecke in Wilhelmshaven auf eine Mole im Marinestützpunkt
und damit auf Terrain, das den Läufern sonst vorenthalten bleibt.
Auf das Laufen selbst muss Baumann aber bei seinen Veranstaltungen verzichten.
Sein Platz ist am Rechner, wo er die eingehenden Zeitnahme-Ergebnisse bearbeitet.
So, dass die Läufer in der gewohnten schnellen Abwicklung Ergebnisse nachlesen
und Urkunden entgegen nehmen können. |
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Maritime Impressionen begleiten die Läufer beim Gorch-Fock-Marathon
wie hier beim Deutschen Marinemuseum. |
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Die Abwicklung der Veranstaltungen
habe wohl, so berichtet Baumann, auch den Kreis Leichtathletik Verband
Wilhelmshaven, der den Gorch-Fock-Marathon unterstützt, aufmerksam
gemacht. Es sind bereits die ersten Anfragen an das Team gestellt worden,
auch in Ostfriesland tätig zu werden und es ist seit zwei Jahren
der Lauf um den „Friesland-Pokal“ in Schortens hinzugekommen.
Diese
beiden Veranstaltungen sollen aber für den Norden Deutschlands eine Ausnahme
bleiben. |
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