Berlin
(uz) [18.07.08]. Häppchen mit unterschiedlichsten Landesflaggen
auf Plakaten und Flyer riefen die Künstler innerhalb der Bundeswehr
auf, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. „Multinationalität – Wenn
Menschen sich begegnen“ lautete das Thema in diesem Jahr. Alle
zwei Jahre wird der Wettbewerb vom Streitkräfteamt zusammen mit
einer der kirchlichen Arbeitsgemeinschaften für Soldatenbetreuung
durchgeführt. In diesem Jahr war die Evangelische Arbeitsgemeinschaft
für Soldatenbetreuung (EAS) in der Verantwortung.
Die eingesandten Exponate sind nun in einer Wanderausstellung
zu sehen. Begonnen hat die Ausstellung traditionell im Offizierheim
der Julius-Leber-Kaserne in Berlin. Zur Ausstellungs-Eröffnung
trafen auch die meisten der Künstler zusammen, um die Gewinner
auszuzeichnen.
Kunst bliebe in den Betreuungsmaßnahmen der Bundeswehr immer
ein wenig im Hintergrund, meist werden vor allem sportliche und musische
Aktivitäten unterstützt, führte Generalmajor Thomas
Wollny, der als Amtschef des Streitkräfteamtes auch für
den Bereich Betreuung verantwortlich ist, aus. Deshalb freue er sich
besonders, dass er den Kunstwettbewerb unterstützen könne,
sagte der General weiter. Bewußt, so betonte er, wolle er sich
mit wertenden Worten zurückhalten und dies der Jury überlassen.
Diese Einstellung begründete er mit den Worten: „Ich möchte
die Meinung der Juroren nicht um eine elfte Meinung erweitern – das
hat dieser Wettbewerb nicht verdient!“
Die Juroren hatten vielseitige und interessante Arbeiten
zu bewerten, keine leichte Aufgabe. Das Spektrum reichte vom Trickfilm
bis zur Trilogie aus Öl. Ebenso vielfältig waren die Teilnehmer
aus ihrer dienstlichen Herkunft. Soldaten und zivile Angestellte aus
der ganzen Republik haben am Wettbewerb teilgenommen. Vom Hauptgefreiten über
den Stabshauptmann bis zum Oberstleutnant reichte das Teilnehmerfeld.
Sie alle präsentierten das, was sie in ihrem Leben „neben
dem Bund“, wie es Generalmajor Wollny ausdrückte, schaffen.
Was unter dem Thema „Multinationalität“ zu verstehen
ist, erläuterte der Gastredner Adrian Kostré. Er ist als
Programmleiter für das Format „Multikulti“ von Radio
Berlin Brandenburg (RBB) verantwortlich und hat am eigenen Leib erfahren,
was „Multikulti“ bedeutet. Er selbst war als gebürtiger
Deutscher im ehemaligen Jugoslawien aufgewachsen, wo er als Kind ein
Fremder blieb. Als er erwachsen zurück nach Deutschland kehrte,
fiel er auf Grund des bleibenden Akzents auf. Mit seinen Ausführungen
und Thesen brachte er „sein“ Publikum zum Schmunzeln und
gleichzeitig auch zum Nachdenken. Er betonte, dass gerade für
die Bundeswehr „Multikulti“ ein besonderes Thema sei,
schließlich würden in ihr Menschen unterschiedlichster
Herkunft gemeinsam ihren Dienst leisten.
Gemeinsam ehrten Generalmajor Thomas Wollny und der Vorsitzende
der EAS, Vizeadmiral a.D. Bernd Heise, die Preisträger. Für
ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Gunst der Jury sorgten Angestellte
Silvia Binninger und Oberst der Reserve Dietrich Achim Kluge mit ihren
Arbeiten. Die beiden hatten für lange Entscheidungsphasen und
Diskussion unter den Jurymitgliedern gesorgt. Beide Werke in Acryl
auf Leinwand beziehungsweise Bristolkarton waren in den Augen der
Jury gleich auf. Mit dem dritten Preis wurde Angestellter Norbert
Böhm ausgezeichnet, den Vierten erhielt Regierungshauptsekretär
Marco Schultz.
Für den 5. Preis qualifizierten sich gleich vier Künstlerinnen
und Künstler: Stabshauptmann Roland Landenberger, Angestellte
Ingrid Sanders, das Team von Karl-Heinz Schröder und Stabsunteroffizier
Jessica Strödick. Mit Sonderpreisen wurden die Arbeiten von Hauptgefreiter
Patrick Hoffmann und seinem Team sowie von Fregattenkapitän Bernd
Diehl honoriert. |