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 Mehr als nur Seelsorge
 Die Kirchen kümmern sich durch die Vereine EAS und KAS um Soldaten

OASE in einem Feldlager, für die Organisationen eine wesentliche Stütze der Soldatenbetreuung.
Fotos: Zeitter
Itzehoe/Bonn (uz) [30.11.06]. Seminare, Weiterbildungen, Familienbetreuung, Arbeitsgemeinschaften, Veranstaltungen, offene Betreuung, Betrieb von Soldaten(freizeit)heimen in Deutschland beziehungsweise kleineren „Geschwistern“, den sogenannten Oasen in den Einsatzregionen der Bundeswehr. Das Tätigkeitsfeld der „Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung“ (EAS) ist ebenso umfangreich wie vielfältig. In diesem Jahr wird der Verein zusammen mit seinem katholischen Pendant, der KAS, 50 Jahre alt. Die "Geburtsfeier" fand vor wenigen Tagen in Bonn statt. Alle Maßnahmen, die von den Arbeitsgemeinschaften angeboten werden, beziehen sich auf die Phasen außerhalb der Dienstzeit von Soldaten. Die Angebote der Arbeitsgemeinschaften stehen natürlich allen Soldaten offen, egal ob konfessionell oder nicht.
Ökumenisch kümmern sich die beiden Verbände derzeit in drei Feldlagern im Kosovo, in Bosnien-Herzegowina und Afghanistan um die Betreuung von Soldaten. Die sogenannten Oasen werden jeweils von einem Mitarbeiter einer der beiden Arbeitsgemeinschaften betrieben und sind deutlich mehr als Pommesbuden oder Mannschaftsheime. Oasen bieten den Soldaten in den Kontingenten neben einer Abwechslung von der Truppenküche auch Rückzugsmöglichkeiten. Der Raum der Stille bietet bei weitem nicht nur eine Möglichkeit zum stillen Gebet, sondern einfach auch um zur Ruhe zu kommen. Events und Großleinwand, sowie ein gemütlicher Restaurantbereich, runden das Angebot ab.
Unabhängig voneinander sorgen die beiden Vereine flächendeckend für die Betreuung in Garnisonsstädten.
Diese Betreuung basiert besonders auf zwei Säulen: Zum einen ist eine intensive Betreuung durch den Betrieb von Soldatenheimen etabliert, zum anderen wird dort, wo solche Heime fehlen, eine sogenannte offene Betreuung angeboten. Diese Organisation verschafft den Soldaten flächendeckend Zugang zu den Angeboten der Arbeitsgemeinschaften. Die Angebote sind unterschiedlich und reichen von Seminaren und Weiterbildungen mit Inhalt zum Leben oder zu christlichen Themen bis hin zu Arbeitsgemeinschaften, wie Klettern, Tauchen, Fotografie, Winter- oder Wassersport.

Für kulturelle und kulinarische Genüsse stehen die Soldatenheime der KAS und EAS.
Die EAS unterstützt neben ihrem Betreuungsengagement in den Einsatzgebieten auch Veranstaltungen der Familienbetreuungsorganisation. So können Freizeit- und Einsatzbereiche gefördert werden.
Doch der Ruf der Heime beinhaltet noch viel mehr: Die Gastronomie in den Soldatenheimen gehört in vielen Standorten zu den örtlichen Topadressen für Gastronomie. Nicht immer sehen die einheimischen Gastronomen das mit Freude. In vielen Regionen bieten die Häuser aber die einzige Möglichkeit, mit großen Gesellschaften in einem Saal zu feiern. Viele der Einrichtungen werden von den Soldaten regelmäßig für Zug- oder Kompaniefeste genutzt. Dazu bieten die Soldatenheime Kegelbahnen, Billard und viele anderen Möglichkeiten. Der Saal wird oft auch für Kinovorführungen genutzt, die dem Portemonnaie der Wehrpflichtigen entsprechen. Auf der Großleinwand wurden in den meisten Soldatenheimen auch die Spiele der jüngsten Fußballweltmeisterschaft übertragen.

Soldatenheime verfügen über Saalkapazitäten für unterschiedlichste Veranstaltungen.
Auch viele andere Betreuungsmöglichkeiten wie Einrichtungen in Klein- und Kleinststandorten können nach dem Vereinszweck der EAS gefördert werden.
Für Veranstaltungen im In- und Ausland arbeitet die Arbeitsgemeinschaft mit zahlreichen Künstlern aus unterschiedlichen Genres zusammen:
Dazu gehört zum Beispiel Holger Müller, der den Ausbilder Schmidt verkörpert. Er lobte im Interview mit truppen.info die Veranstaltungen in den Soldatenheimen für eine perfekte und professionelle Organisation: "Ich habe ja ungefähr 200 Auftritte im Jahr, wir haben sieben oder acht Veranstaltungen mit den evangelischen Soldatenheimen gemacht. Die waren da ganz weit vorne, muss ich sagen."
Auch Carola Rulfs, Geschäftsführerin des Bremer Variete- und Entertainment-Ensembles "Show Bee Do" fühlt sich in der Zusammenarbeit mit der "EAS" sehr wohl. Sie würde auch gerne einmal einen Betreuungsabend in einer der OASEn gestalten. "Da ich eine Person bin, die die Herzen der Menschen berühren will, wäre es für mich ein besonderes Ereignis für die Menschen in den Krisengebieten zu singen und zu schauspielen. Dann kann ich vielleicht einen klitzekleinen Eindruck bekommen, wie es dort vor Ort aussieht und zugeht", betont die Künsterlin gegenüber truppen.info ihre Bereitschaft. Zu Ihrem Ensemble gehört übrigens auch ein Berufssoldat.
Dazu bieten die Soldatenheime Künstlern aus der Region der jeweiligen Häuser auch eine Plattform für junge Künstler. Viele der Heimleiter bringen auch persönliche Kontakte in ihr Veranstaltungsangebot ein. (Beispiele zu dieser Vielseitigkeit sind in der Linkliste zu finden.)

Wohlfühlen und zur Ruhe kommen, das ist die Maxime der EAS und der KAS in ihren Einrichtungen, sei es im In- oder im Ausland.
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