Lütjenburg
(uz) [17.09.05]. Eine optimalere Kulisse hätte es für den
Auftritt von "Ausbilder Schmidt" wohl kaum geben können:
Auf Einladung der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung
gastierte der Ausbilder im Soldatenheim "Uns Huus" in Lütjenburg. "Den
Ausbilder Schmidt als Gast eines Soldatenheim begrüßen
zu können ist natürlich eine besondere Herausforderung" meint
Andreas Tedsen, der Wirt des "Uns Huus" und gerät
ins Schwärmen: "Der Ausbilder Schmidt quasi als Sinnbild
für den Soldaten überhaupt: Für den Wirt eines Soldatenheims
ist das Betreuung pur, die wir so praktizieren können." Und
Betreuung ist das groß geschriebene Stichwort in den Soldatenheimen
der Arbeitsgemeinschaften der beiden Kirchen.
Sie wird sehr vielseitig betrieben. Eines der Angebote sind Veranstaltungen,
so wie dieser Auftritt des Ausbilder Schmidt.
Den Soldatenheimen wiederum bescheinigt der Ausbilder, dass sie ihre
Arbeit gut machen: "Ich habe ja ungefähr 200 Auftritte
im Jahr, wir haben sieben oder acht Veranstaltungen mit den evangelischen
Soldatenheimen gemacht. Die waren da ganz weit vorne, muss ich sagen." Alle
Auftritte in den Soldatenheimen seien sehr, sehr schön gewesen,
zeigt sich Ausbilder Schmidt begeistert.
Beim Show-Abend musste sich das Publikum auch schon bald nach der
obligatorischen Begrüßung mit einem knackigen "Morgen,
ihr Luschen!" auch die Frage "wer hat gedient" gefallen
lassen. Eher zögerlich gingen Hände in die Höhe. Der
Ausbilder kommentierte dies mit einem bissigen "Ist ja wohl
n bissel schwach für ein Soldatenheim, oder?" und zog nochmals
innig an der obligatorischen Zigarre.
Doch nicht nur das Publikum stand im Visier des Ausbilders. Dieses
war übrigens im Voraus vom ausbildereigenen Zivi, Matthias Jung,
beschworen worden, keine Stofftiere auf die Bühne zu werfen. "Meistens
zündet er sie an und wirft sie zurück", warnte der
Zivi. Wer sich dann noch fragte, warum der Ausbilder seinen eigenen
Zivi hat, wurde auch aufgeklärt. Die Stelle gehöre zu seiner
Initiative "auch kleine Kinderhände können arbeiten".
Auch wenn er beteuerte, keine Freunde zu haben, fand Schmidt, der
eigentlich Holger Müller heißt, im Publikum viele Freunde
für seinen derben, zum Teil schwarzen Humor. Einen Humor, der
kaum ein Thema ausließ.
Kostproben des breiten Spektrums:
"Hier gibt es ja noch viele Altbauten in der Stadt. Ihr habt Euch
wohl auch gedrückt im zweiten... - aber lassen wir das...!"
"Ich hab mich ja auch als Trainer der Nationalmannschaft beworben
- in der ersten Trainingseinheit hätten die Spieler erst einmal
den Callmund über den Platz tragen müssen!"
"Ich habe neulich mit George W. telefoniert, hab gesagt 'ich will
bei Dir mitmachen, hab noch ein paar Tage Urlaub.' Da hat er gesagt:
'Mit Dir kann man doch keinen Krieg gewinnen!" Hab ich geantwortet:
'Na und? Du hast ja auch noch keinen gewonnen!'"
Auch der Sohn des Ausbilders mit dem modernen Doppelnamen "Ruck
Zuck" fand seinen Platz im Programm. Das Arbeitsamt von Playmobil
mit 5 Millionen Figuren sorgte ebenso für Lacher wie die Antwort
auf die Frage des Sohns, warum die Erde rund sei: "Keine Ahnung,
ich weiß nur, wie man sie platt macht."
Begleitet wurde der Ausbilder von seinem Zivi und von Johannes Flöck.
Beide schafften es ebenso wie der Ausbilder das Publikum zu herzhaften
Lachern hinzureißen.
Ganz in der Rolle meinte Schmidt am Ende: "Ich halte nichts
von Zugaben, in Frankreich sind wir ja auch nur einmal einmarschiert...." |