truppen.info: Truppe : Militärseelsorge in der Bundeswehr
jüngste Beiträge
Aus den Einsätzen
Sicherheitspolitik
Wir suchen Ihre Fotos
Linkliste
Link eintragen
Laufbahnportraits
Der Weg zum Offizier
Der Weg zum Unteroffizier
Dienstgradabzeichen
truppen.info-Quiz
Spiele
Downloads
Buchtipps
Für Webmaster
 
MCKimme


 Interview Holger Müller
 "Ausbilder Schmidt" steht Rede und Antwort
Gab es in der "wirklichen" Dienstzeit, die bei der Luftwaffe war, Ereignisse, die Auslöser für den Ausbilder Schmidt waren?

Ausbilder Schmidt
Foto: Uwe Zeitter
Ja, also bedingt zumindest. Ich war bei der, wie Ausbilder Schmidt sagt, Luschenwaffe. Das war noch vor der Wende, zum Grundwehrdienst von 15 Monaten. Das war für 'ne Grundausbildung ziemlich harmlos und dass man die Ausbilder nicht geduzt hat, war grad alles. Ich hatte am ersten Wochenende die "Arschlochkarte" gezogen und hatte Wache. Wir waren mit sieben Leuten in der Kaserne und das war sehr langweilig. Bei der Bundeswehr ist es ja so, wer nichts auf der Schulter hat, ist halt Arsch und wer schon irgendwas drauf hat, ist Gott. Jeder, der mal da war, weiß das. Wir haben uns einen Spaß gemacht und uns Abzeichen mit Kreide auf die Schulter gemalt. So sind wir in die andere Kompanie gegangen und wollten die n bissel "ficken", wie man so schön sagt. Aber wirklich nur zum Spaß. Ich vorneweg, ich glaube ich "hatte" den Rang vom Unteroffizier gehabt. Die haben das aber so Ernst genommen, dass die uns das geglaubt haben. Wir haben da ne halbe Stunde, naja - sag ich mal leichte Schikanebetrieben.
Und da ist auch Ausbilder Schmidt geboren, weil ich da zeitgleich schon eine Comedy-Gruppe hatte und da wurde Ausbilder Schmidt eine Figur von mehreren.
Gab es eine Reaktion der Bundeswehr auf diese Figur?
Es gibt natürlich indirekte Reaktionen, wie jetzt hier durch diese evangelischen Soldatenheime, die mich zu mehreren Veranstaltungen eingeladen haben, was immer sehr, sehr schöne Veranstaltungen waren. Wirklich auch höchst professionell betreut. Ich habe ja ungefähr 200 Auftritte im Jahr, wir haben sieben oder acht Veranstaltungen mit den evangelischen Soldatenheimen gemacht. Die waren da ganz weit vorne, muss ich sagen.
Dann war ich ja in Sarajevo, das war aber auf Einladung von Antenne Thüringen.
Direkt von der "Hardthöhe" noch nicht, nein.
Aus einem Interview von 2000 stammt der Satz "Ich will die Figur ganz vorne bringen!" Ist dieses Ziel erreicht?
Damals war ich eben ein Comedian von vielen, auch noch mehr oder weniger nicht professionell. Wirklich hauptberuflich Comedian bin ich erst seit Ende 2001 - also seit vier Jahren. 2000 hatte ich mehrere Figuren gehabt, war so'n Nachwuchs-Comedian und wurde auch als Nachwuchs-Comedian gehandelt.
Auf die Frage damals, wo ich das meiste Potential sehe, antwortete ich: Ausbilder Schmidt ist halt die Lieblingsfigur, die ich am liebsten Spiele und da würde ich natürlich gerne mehr machen mit. In den vier Jahren ist ja jetzt viel passiert.
Naja ganz nach vorne ist jetzt natürlich relativ. Natürlich gibts Comedians, die bekannter sind, oder auch besser, aber mit den Möglichkeiten die man mit so einer "unsympathischen Figur" hat, die auch einen bisschen anderen Humor hat, schwärzeren Humor, bin ich sehr zu frieden, ja.
Wie geht man mit dem Attribut "Schleifer der Comedy-Szene" um?
Das ist halt ein Klischee, das man bedient. Ausbilder Schmidt ist ja nun mal ein Bundeswehr-Mann, ist ein Ausbilder also ein Schleifer. Ich glaube, ich habe auch die Comedy-Szene so'n bissel aufgemischt, also auch noch mal andere Facetten gezeigt von Comedy. Und das ist natürlich sehr plakativ, weil es halt einfach paßt.
Haben der Ausbilder und Holger Müller Gemeinsamkeiten?
Ich hoffe wenig!
Man sagt ja, wenn man so eine Figur verkörpert, hat man irgendetwas damit zu tun... also ich bin jetzt 36 und bin weder cholerisch noch hysterisch oder so. Man hat natürlich seine verbalen Wutausbrüche. Aber Ausbilder Schmidt ist so übertrieben, der könnte im wirklich Leben gar nicht existieren.
Gibt es für die Karriere Vorbilder, vom früheren Zugführer und Kompaniechef mal abgesehen?
Nein, eigentlich nicht. Man hat natürlich früher seine Comedy-Vorbilder gehabt, die natürlich irgendwo, Helge Schneider, oder Michael Mittermeyer waren. Da war ich natürlich zehn Jahre jünger, als die angefangen haben. Da hat man gesagt: "Oh, das ist schön, das ist toll was die machen." Da war die deutsche Comedy noch in den Kinderschuhen. Aber für meine Figur speziell oder meinen Werdegang gab es eigentlich keine Vorbilder, das war einfach eine Entwicklung übermehrere Jahre.
Gibt es für die Figur Tabus, Themen, die auf keinen Fall berührt werden?  
Also es gibt immer Tabu-Themen, die sollte man auch nie anfassen, weil die sind dann auch nicht lustig. Man muss immer sehen: Wo kann ich noch auf einem schmalen Grad gehen? Ich will nicht Witze um jeden Preis machen, das bringt auch überhaupt nichts. Aber man muss natürlich als Comedian sicherlich auch Themen ansprechen, die vielleicht nicht so einfach sind. Ich bin aber immer der Überzeugung, dass man mit Humor auch gewisse, schwierige Allgemeinsituationen verarbeiten kann. Ich glaube, dass Ausbilder Schmidt dem normalen Verbraucher das Thema Militär und Bundeswehr ein bisschen näher gebracht hat. Vielleicht im Guten, wie auch im Schlechten. In Amerika und England ist das Gang und Gäbe, da gibt es Comedians, die viel brutaler reinhauen. Die aber einem auch mal ein Thema zugänglich machen. Wir haben seit 2001 nunmal eine Terrorsituation in der Welt, wo viele Angst haben. Ich geh zwar nicht direkt auf diese Themen ein, aber ich glaube, dass man so eine kleine Brücke schlagen kann, damit die Leute das besser verarbeiten können. Ich bin aber Comedian, meine Aufgabe ist es die Leute zu unterhalten und nicht die Welt zu verbessern. Was man ganz klar unterscheiden muss. Ich bin kein politischer Kabarettist.
(Das Gespräch führte Uwe Zeitter)
"Morgen, ihr Luschen!"
Kostprobe aus dem Programm
Was der Ausbilder über www.truppen.info sagt
Homepage von Ausbilder Schmidt
 
Anzeigen
Ihre Werbung hier?
Anzeigen
Kreuzfahrt-Schnäppchen
   Diese Seite empfehlen      Sitemap    Archiv    Impressum    Kontakt 
(c) 2005 by www.truppen.info