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 Regierung hält weiter an Wehrpflicht fest
 Feierlichkeiten zu "50 Jahre Bundeswehr" haben begonnen
Berlin [07.06.05]. Die Bundesregierung will auch weiterhin an der allgemeinen Wehrpflicht festhalten, das machten Bundeskanzler Gerhard Schröder und Verteidigungsminister Peter Struck (beide SPD) beim Festakt zum 50. Jahrestag der Bundeswehr-Gründung in Berlin deutlich. Die laufende Reform der Streitkräfte sei dabei die notwendige Antwort auf die völlig veränderte weltweite sicherheitspolitische Lage sowie auf die gewachsene Verantwortung des wiedervereinigten Deutschlands. Neben der Einbindung in die NATO werde die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik immer wichtiger, sagte Schröder.
Im ZDF-Morgenmagazin hatte der Verteidigungsminister zuvor seine Aussagen zu künftigen Kriegseinsätzen der Bundeswehr konkretisiert: „Ich würde nicht von Krieg sprechen, sondern ich spreche davon, dass wir zum Beispiel im Rahmen einer schnellen Eingreiftruppe der NATO auch in der Lage sein müssen, friedensstiftende Maßnahmen an irgendeinem Ort der Welt durchzuführen.“ Politiker der Bündnisgrünen und der FDP hatten sich irritiert gezeigt, weil Struck erklärt hatte, die Bundeswehr müsse sich auf Kriegseinsätze mit Todesopfern einstellen.
Kanzler wie Minister sehen gleichwohl in der allgemeinen Wehrpflicht „auch heute noch eine bewährte Basis für die Bundeswehr“. Gerade die Wehrpflicht stehe in der Tradition des preußischen Reformers Scharnhorst, der in einem Volksheer und in der allgemeinen Wehrpflicht „Ausdruck für die Bereitschaft der Bürger“ gesehen habe, „sich mit ihrem Gemeinwesen zu identifizieren und es zu verteidigen“. Zudem stehe die Bundeswehr in der Tradition der europäischen Freiheitskriege und der Ideen der Französischen Revolution.
Beide würdigten nach einem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom beim Festakt im Innenhof des Deutschen Historischen Museums die Bundeswehr als Friedensarmee. Struck sprach von einem „Aushängeschild Deutschlands“. Schröder unterstrich, die Regeln des demokratischen Rechtsstaates, die Unverletzlichkeit der Menschenrechte und das Primat der Politik würden auch weiterhin Grundsätze militärischen Handelns sein.
Schröder sagte weiter: „Die Angehörigen der Bundeswehr sind vorzügliche Repräsentanten unseres Landes.“ Sie leisteten „einen wichtigen, oftmals einen sehr gefährlichen Dienst. Dafür gebührt ihnen Respekt und Hochachtung. Diesen Dank will ich auch an die Angehörigen und die Familien aussprechen.“ Schröder gratulierte der Bundeswehr zu einer „Erfolgsgeschichte ohne Beispiel“.
Am 7. Juni 1955 wurde die sogenannte "Dienststelle Blank" - Ort der Vorbereitung für die Aufstellung der Bundeswehr - in das "Bundesministerium für Verteidigung" umgewandelt. Später wurde daraus das Bundesministerium der Verteidigung. Das offizielle Gründungsdatum der Bundeswehr ist der 12. November 1955. Damals erhielten die ersten 101 freiwilligen Soldaten ihre Ernennungsurkunden.
Torsten Rissmann
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