Sigmaringen (eb) [12.08.08]. Das Mitglied des Deutschen
Bundestages (MdB) Alexander Bonde
besucht zur Zeit verschiedene
Bundeswehrstandorte in Baden-Württemberg,
um sich einen persönlichen Eindruck über die personelle
und materielle Einsatzbereitschaft
der Truppe sowie die Zusammenarbeit
der Bundeswehrdienststellen und
der Wehrverwaltung mit den Kommunen
zu beschaffen. Dazu hielt sich
das Mitglied im Haushalts- und Verteidigungsausschuss
(Bündnis 90/
Die Grünen) in der Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen,
dem Standort der 10. Panzerdivision
auf. Die „Zehnte“ unterstützt,
durch eigene Soldaten aus dem
Stab und den beiden unterstellten
Brigaden in Amberg und Bad Reichenhall,
allein in diesem Jahr mit über 4000 Soldaten die Einsätze
auf dem Balkan und in Afghanistan. Im
Mittelpunkt der Gespräche
standen neben den aktuellen Herausforderungen
der Bundeswehr, wie die Alimentierung
der besonderen Auslandseinsätze
im Kosovo, Bosnien und Afghanistan
ab Mitte September (1900 Soldaten),
die intensive Einsatzvorbereitung
für 2010,
die sanitätsärztliche Versorgung sowie durch Sanierungsprogramme
initiierte baulichen Maßnahmen in der Kaserne.
Der Standortälteste und Stellvertretende Kommandeur
der 10. Panzerdivision, Brigadegeneral Manfred Hofmeyer,
begrüßte MdB Bonde in der Graf-Stauffenberg-Kaserne.
Begleitet wurde der Abgeordnete durch die Sigmaringer Stadträtin
Ursula Voelkel und den Kreisvorsitzenden des Landkreises,
Roland Hoheisel-Gruler. In mehreren Vorträgen wurden
die Besucher umfassend über die momentane Situation
der Dienststellen am Standort informiert. Zu Beginn erläuterte
der stellvertretende Leiter des Fachsanitätszentrums,
Oberfeldarzt Dr. Cem Hübner-Müller die Fähigkeiten
der truppen- und fachärztlichen Versorgung. Etwa 100
militärische und zivile Mitarbeiter sorgen hier für
die Gesunderhaltung der Patienten in einem Radius von 60
bis 70 Kilometer, sei es allgemeinmedizinisch, orthopädisch,
dermatologisch oder augenärztlich. „Wir haben
einen hohen Qualitätsstandard und brauchen uns nicht
vor den Praxen vor Ort zu verstecken“, so Dr. Hübner-Müller.
Auf die Frage des MdB, ob sich der Ärztemangel in Deutschland
im Sanitätsbereich bemerkbar mache, entgegnete der
Oberfeldarzt, dass diese allgemeine Situation grundsätzlich
in die Bundeswehr hineinwirke, schließlich konkurriere
man bei diesen hoch spezialisierten Dienstposten zusätzlich
mit dem europäischen Ausland.
Auch beim Führungsunterstützungsbataillon
291 erkundigte sich Bonde über
die aktuelle Lage. Der Kommandeur,
Oberstleutnant Roland Kaiser,
begrüßte den Abgeordneten
und gab ihm einen Überblick über
die Besonderheiten seines Verantwortungsbereichs,
insbesondere der derzeitigen
Personal- und Materiallage
seines Bataillons oder die
laufenden Baumaßnahmen
für die infrastrukturelle
Entwicklung bzw. Anpassung
der Graf-Stauffenberg-Kaserne
an die zukünftige Belegungsplanung.
In Sigmaringen entsteht derzeit
eine der vier großen
zentralen Bundeswehrapotheken,
die Soldaten in Baden-Württemberg,
Bayern und dem Kosovo mit Medikamenten
und medizinischem Gerät
versorgt.
Im Anschluss an diesen Vortrag
folgte dann eine allgemeine
Einweisung in die Lage der
10. Panzerdivision durch den
stellvertretenden Chef des
Stabes, Oberst im Generalstabsdienst
(i.G.) Gerhard Polter. Unter
dem Fokus der Transformation
wurden im weiteren Verlauf
heeresspezifische Führungs-
und Einsatzgrundsätze
vorgestellt. Zentrale Themen
waren weiterhin die Systematik
der Vorbereitung und die Auswertung
der Einsätze sowie die
damit verbundene hohe Belastung
der Soldatinnen und Soldaten
durch die schnelle Einsatzabfolge.
Ein besonderes Augenmerk legte
MdB Bonde dabei auf die Aufträge
der „Löwendivision“ als
Leitdivision der Stabilisierungskräfte
- Aufstellung, Ausbildung,
Verlegeplanung. „Die
steigenden Anforderungen und
die hohe Belastung ist uns
bewusst, deswegen ist ein wichtiger
Aspekt für die Diskussion
im Parlament die Vor- und Nachbereitung
der Auslandseinsätze“,
erklärte Bonde. Abschließend
wurde über die Konsequenzen
bei der Zusammenarbeit mit
der Wirtschaft aus Sicht der
10. Panzerdivision für
Ausbildung, Übung und
Einsatz vorgetragen und rege
diskutiert.
Am Ende waren sich jedoch alle
einig „In der Ausbildung
der Soldaten sind wir Europameister“,
wie Oberst i.G. Polter den
Qualitätsanspruch formulierte.
In den Einsatzgebieten insbesondere
in Afghanistan sind wir gut
ausgerüstet. Mit geschützten
Fahrzeugen wird die Bundeswehr
der gestiegenen Bedrohungslage
gerecht. |