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 Interesse an den "neuen Bundesländern"
 KSE Inspektion bei dem Artillerieregiment 100

General Bu (Mitte) bei der Einweisung in der Görmarkaserne durch Soldaten des Zentrums für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr.
Mühlhausen (eb) [12.08.08]. Das Artillerieregiment 100 wurde von einem KSE-Inspektionsteam aus Südkorea „überrascht“, nachdem tags zuvor bereits das Landeskommando Thüringen in Erfurt besucht wurde.
Der KSE-Vertrag, seit 1992 in Kraft, mit seinen Inspektionen in Europa dient der gegenseitigen Vertrauensbildung und trägt damit zur Stabilität und Sicherheit Europas bei. Die Aufgaben nach dem Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) liegen neben dem Erfassen und Reduzieren auch auf dem Überprüfen der Einhaltung der vertraglich festgeschriebenen Obergrenzen von Waffen, Gerät sowie Personal. Der Schwerpunkt der Überprüfungen liegt beim Verifizieren und Überprüfen der Waffenobergrenzen. So muss dem Prüfteam beispielsweise jedes Tor, welches breiter als zwei Meter ist, auf Verlangen geöffnet werden.
Südkorea strebt eine ähnliche Vertragsregelung für den südostasiatischen Raum an. Besonders in Hinblick auf die immer noch andauernde Teilung des Landes sind vertrauensbildende Maßnahmen aus Sicht Südkoreas besonders wichtig. Die Südkoreaner wollen die Umsetzung des Vertrages in Europa, besonders unter dem Aspekt der Wiedervereinigung Deutschlands kennen lernen. Daher kam es den Gästen aus Südkorea darauf an, ein Verifikationsobjekt in den neuen Bundesländern zu besichtigen und zu erfahren, wie die Integration der ehemaligen NVA-Soldaten in die Bundeswehr gelang, ob Material der Nationalen Volksarmee (NVA) von der Bundeswehr weiter genutzt wird oder inzwischen verwertet wurde.
Um 9.00 Uhr reiste das Prüfteam, geführt von Generalmajor Bu, mit einem deutschen Begleitteam vom Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr in Geilenkirchen unter Führung von Oberst im Generalstab Bernd Giebner an.
Das Prüfteam wurde zu Beginn der Inspektion durch den Regimentskommandeur des Artillerieregiments 100, Oberst Hubertus v. Rohr begrüßt.
Nach Vorstellung der südkoreanischen Delegation und des Begleitteams erfolgte eine Einweisung in das Verifikationsobjekt. Hierbei ging Oberst von Rohr besonders auf die Geschichte der Garnisonsstadt Mühlhausen und ihrer jahrhundertealten Militärtradition ein. Anschließend wurde bei einem Kasernenrundgang das Großgerät des Regiments vorgestellt.
Am Nachmittag reiste die Besuchergruppe weiter nach Rockensußra, wo die „Battle Tank Dismantling GmbH Koch“ vorgestellt wurde. In diesem Demilitarisierungsunternehmen zur Reduzierung von Kriegswaffen werden Militärfahrzeuge, Schienenfahrzeuge und Industriemaschinen demontiert und verschrottet.
Text/Fotos: Hauptmann Holger Henning, Artillerieregiment 100
 
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