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 Junge Geschichte mit vielen Wandlungen
 Das Heerestruppenkommando zog auf ungewöhnliche Weise um
Koblenz/Bruchsal (eb) [06.04.08]. Das Heerestruppenkommando wurde im April 2002 als Division mit Sitz in Koblenz aufgestellt. Es führte seitdem bis zu 26.000 aktive Soldaten und 33.000 Reservisten in sechs Truppengattungsbrigaden, zwei Langzeitlagern, einem Mobilmachungsstützpunkt, dem Feldnachrichtenzentrum der Bundeswehr und dem Heeresmusikkorps 300.
Das Kommando vereinte getreu dem Leitspruch „Viribus unitis – mit vereinten Kräften“ die Fähigkeiten der Kampfunterstützungs- und Logistikkräfte des Heeres (ABC-Abwehr-, Artillerie-, Flugabwehr-, Pionier- und Logistikkräfte) unter einem Dach und war damit eine feste Größe in den deutschen Streitkräften.
Von Beginn an war das Heerestruppenkommando in die Einsätzen des deutschen Heeres eingebunden. So waren seine Soldatinnen und Soldaten seit 2003 regelmäßig auf dem Balkan, in Kuwait, in Afghanistan, im Kongo oder als UN-Beobachter im Sudan vertreten. Aber auch bei Schnee- und Flutkatastrophen, bei der Bekämpfung der Vogelgrippe oder bei der Absicherung von Großveranstaltungen wie der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 leisteten die Soldaten einen wertvollen Beitrag.
Im Rahmen des Umbaus der deutschen Streitkräfte gab das Heerestruppenkommando seit 2005 schrittweise seine Truppenteile ab, um ab 1. Januar 2008 als Bri-gade in neuer Struktur, aber unter dem gleichen, traditionsreichen Namen seinen Dienst aufzunehmen. Die vorgesetzte Kommandobehörde ist seitdem die Division Luftbewegliche Operationen (DLO).
Die Verlegung wie auch der Übergang der Traditionen und Werte von Koblenz nach Bruchsal verlief eher außergewöhnlich:
Mit einem in der Bundeswehr einmaligen Projekt symbolisierte der Stab des Heerestruppenkommandos seinen Umzug von Rheinland-Pfalz nach Baden-Württemberg. Der KOBRA-Marsch führte die Soldaten von KOblenz nach BRuchsal zum dortigen Aufstellungsstab. Für die Offiziere, Feldwebel und Mannschaftsdienstgrade bedeutet das: 270 Kilometer in zweieinhalb Tagen im Laufschritt, auf dem Fahrrad oder im Marschstiefel. Dabei übergaben sie als Staffelstab eine Messingtafel, die später auf dem Bruchsaler Eichelberg vor der „Koblenzer Eiche“ einen Ehrenplatz bekommen hat.
„Wir wollen, dass nach der Transformation mehr als nur unser Name nach Bruchsal gegangen ist“, erklärt Generalmajor Ernst H. Lutz, Kommandeur des Heerestruppenkommandos bis Ende 2007, das Ansinnen des Staffelmarsches.
Die „Koblenzer Eiche“ steht symbolisch für Aufrichtigkeit und Beständigkeit des Heerestruppenkommandos. „Ich hoffe“, so Lutz zum Ende von KOBRA, „dass sie Bestand haben wird. Und welches Symbol wäre besser geeignet, dies auszudrücken, als eine deutsche Eiche?“
Der militärische Appell zu Unterstellungswechsel und Übergabe des Kommandos fand am 10. Dezember 2007 vor dem Barockschloss in Bruchsal statt. Der Befehlshaber des Heeresführungskommandos, Generalleutnant Wolfgang Otto, übergab dabei das Kommando an Oberst Bernhard Liechtenauer.

Die Brigade besteht in ihrer neuen Struktur aus:
  •   Stab und Stabskompanie in Bruchsal
  •   dem ABC-Abwehrregiment 750 in Bruchsal
  •   dem Artillerielehrregiment 345 in Kusel
  •   dem Panzerflugabwehrkanonenbataillon 12
       in Hardheim
  •   der leichten ABC-Abwehrkompanie 120
       in Sonthofen
  •   der leichten Flugabwehrraketenbatterie 300
       in Hardheim.
Die Brigade führt ca. 3500 Soldaten und befähigt die unterstellten ABC-Abwehr- , Flugabwehr- und Artilleriekräfte zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben im In- und Ausland.
Dazu zählen Truppenabstellungen für alle Einsätze der Bundeswehr sowie Unterstützung und fachliche Beratung der Division Luftbewegliche Operationen und anderer Divisionen des Heeres bei Ausbildung und Übung. In dieser Form und mit ieser Aufgabe ist das Heerestruppenkommando im deutschen Heer einmalig.
Generalmajor Ernst Lutz (rechts) beim Pflanzen der Koblenzer Eiche.
Wenn es sein musste, wurde beim KOBRA-Marsch auch im Feldanzug gesprintet.
Der KOBRA-Marsch führte von Koblenz durchs Mittelrheintal über die Loreley in den Pfälzer Wald über Speyer nach Bruchsal.
Die Fahrradstaffel des KOBRA-Marsches am Start.
Reichliche Einsatz-Expertise: Soldaten des Heerestruppenkommandos im Kongo-Einsatz.

Generalmajor Lutz, der ehemalige Kommandeur des Heerestruppenkommandos (links), wünscht seinem Nachfolger, Oberst Liechtenauer, alles Gute.
Text: Hauptmann Dennis Walther, Pressestelle Heerestruppenkommando
Fotos: Pressestelle Heerestruppenkommando
Interview mit Oberst Liechtenauer
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