Müllheim/Verdun (eb) [13.07.08]. Im Rahmen
einer feierlichen Veranstaltung
hat die Deutsch-Französische
Brigade am letzten Freitag an
der Gedenkstätte des „Ossuaire
de Douaumont“ in Frankreich den Abschluss
der Vorbereitungsphase auf die
European Battlegroup mit anschließender zentraler
Leutnantsbeförderung durchgeführt. Als Zeichen
der Freundschaft beider Nationen
stand das Zeremoniell unter der
gemeinsamen Leitung ihrer beiden
ranghöchsten Soldaten,
dem Generalinspekteur der Bundeswehr,
General Wolfgang Schneiderhan
und seinem französischen
Amtskollegen, dem Generalstabschef,
Général
d’armée Jean-Louis Georgelin.
Seit 1. Juli 2008 stellt die
Brigade eine European Battlegroup der
Europäischen Union. „Fast
ein Jahr lang bildeten die Vorbereitungen
auf mögliche
Aufträge als Battlegroup der Europäischen Union
im zweiten Halbjahr 2008 den
Schwerpunkt der Deutsch-Französischen
Brigade in Ausbildung und Übung. Ab dem 1. Juli und
bis zum Jahresende werden insgesamt
fast 2300 deutsche, französische, belgische, spanische
und luxemburgische Soldatinnen
und Soldaten, davon 1600 Brigadeangehörige,
jederzeit in der Lage sein, innerhalb
weniger Tage weltweit zum Einsatz
zu kommen“, so General
Berg in seiner Ansprache vor
beeindruckender Kulisse in Douaumont. „Die
Battlegroup wird im gesamten
Auftragsspektrum der Europäischen
Union von humanitärer Unterstützung bis zur gewaltsamen
Trennung von Konfliktparteien
zu Einsatz kommen können.
Die entsprechenden Fähigkeiten zu erlangen, hat großer
gemeinsamer Anstrengungen bedurft.
Von den vielen Stationen auf
dem Weg zu diesem großen
Ziel rufe ich die Brigaderahmenübung
Frontier Spirit in Valdahon in
Frankreich, die Durchgänge
im Gefechtsübungszentrum des Heeres in der Letzlinger
Heide, die Zertifizierungsübung European Endeavour
08 auf dem Heuberg und die Schießausbildung in Mourmelon
in Frankreich in Erinnerung.“
Diesen einmaligen Rahmen nutzend
wurden 19 Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter
der Deutsch-Französischen Brigade durch den Generalinspekteur
der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhan in Anwesenheit
des Generalstabschef der französischen Streitkräfte,
Général d’armée Jean Luis Georgelin
zum Leutnant befördert. Mit dieser Beförderung
geht eine dreijährige Ausbildung zu Ende. Vor den jungen
Offizieren liegen nun ein Studium an einer Universität
der Bundeswehr und im Anschluss daran anspruchvolle Verwendungen
als militärische Vorgesetzte und Führer.
Seit 1. Juli 2008 tragen fünf junge Offiziere aus
dem Gemischten Versorgungsbataillon
in Müllheim und Donaueschingen,
sieben aus dem Jägerbataillon 292 in Donaueschingen,
sechs aus dem Artilleriebataillon
295 und einer aus der Panzerpionierkompanie
550 in Immendingen verdient ihren
ersten Offiziersstern auf den
Schultern.
Seit fast 20 Jahren ist die Deutsch-Französische Brigade
Ausdruck der engen binationalen
militärischen Zusammenarbeit
zwischen beiden Nationen. Die
Gedenkstätte Douaumont
mahnt, die furchtbaren Schrecken
des Ersten Weltkrieges auch rund
90 Jahre nach dessen Ende nicht
zu vergessen. Douaumont steht aber auch exemplarisch
für die Phase
der Aussöhnung und Verständigung nach dem Zweiten
Weltkrieg, aus der die heutige
tiefe Freundschaft zwischen den Nationen beiderseits des
Rheins erwachsen ist.
|