truppen.info: Heer: Via Muli 2006
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 „Einer trage des anderen Last …“
 Internationale „Pferdewallfahrt“ der Gebirgsjäger
Soldatender "Tragtierkompanie" bei der Wallfahrt.
Bad Reichenhall (mh/lb) [13.05.06]. „Manche halten sie für eine folkloristische Spaßtruppe, aber die "Gebirgstragtierkompanie" in Bad Reichenhall hat durchaus auch schon in Auslandseinsätzen ihr Können und Beweis gestellt. Dennoch sind die Soldaten dieser außergewöhnlichen Einheit zusammen mit ihren Tieren immer wieder für etwas besonderes gut: in dieser Woche ging es bereits zum vierten Mal auf Pilgertour nach Altötting, die internationale Pferdewallfahrt „Via Muli“ stand diesmal unter dem Motto „Einer trage des anderen Last …“ (Gal 6,2).
An dieser Marschübung des Einsatz- und Ausbildungszentrum für Gebirgstragtierwesen 230 in Zusammenarbeit mit der katholischen Militärseelsorge nahmen 170 Soldaten und zivile Pilger sowie 66 Pferde und Maultiere teil. Dabei wurde eine Gesamtstrecke von rund 80 Kilometern durch das oberbayerische Land - wahlweise zu Fuß oder auf dem Rücken der Pferde - von Bad Reichenhall zum Marienwallfahrtsort Altötting zurückgelegt. Von Höglwörth aus marschierten die Wallfahrer zum Nordende des Waginger Sees nach St. Coloman, weiter nach Zaiselham über Pfeffersöd nahe Tyrlaching bis schließlich über Kastl am dritten Tag Altötting erreicht wurde.
Alpenpanorama und Birkenkreuz: Wahrzeichen der Wallfahrt.
Jeden Tag verlangten das anspruchsvolle Gelände und Straßenmärsche den Frauen und Männern, Tieren und Material einiges ab. Insgesamt wurden täglich um die 30 Kilometer zurückgelegt – auch vom diesjährigen Ehrengast, der bayerischen Justizministerin Dr. Beate Merk.
Dabei wurde auch immer wieder die Verbindung zum Motto der Wallfahrt „Einer trage des anderen Last …“ hergestellt. Besonders die Soldaten konnten diesem Motto viel für ihren Beruf entnehmen, da gerade sie immer bereit sein müssen, von Kameraden entsprechende Lasten zu übernehmen. Aber auch die Tragtiere des Einsatz- und Ausbildungszentrum sind ein ideales Bild für dieses Motto.
Und hat die „Muli-Wallfahrt“ auch einen militärischen Nutzen: Die jungen Soldaten, die teilweise gerade einmal vier Monate bei der Bundeswehr sind und sich noch in der Ausbildung zum Tragtierführer befinden, hatten einiges zu tun. So wurde der Marsch mit Reit- und Tragtieren über eine längere Distanz geübt sowie das Beziehen und Betreiben von „Biwakräumen“. Aber auch die Versorgung der Vierbeiner in der Feldstallung und der Umgang in ungewohntem Gelände wurde geschult.
Den Abschluss der Wallfahrt bildete der feierliche Einzug der Marschteilnehmer in Altötting. Das Luftwaffenmusikkorps I aus Neubiberg untermalte den feierlichen Anlass mit entsprechender Marschmusik. Dabei zeigte sich Altötting einmal mehr von seiner schönsten Seite. Der Marienwallfahrtsort, zu dem schon seit über 500 Jahren gepilgert wird und den man auch mit der Zucht von Pferden in Verbindung bringt, ist mit seinem barocken Ambiente und seiner langen Geschichte ein idealer Zielort. Beim feierlichen Einzug auf dem Kapellplatz in Altötting wurden die Wallfahrer von vielen Zuschauer begrüßt. Dort nahmen die Teilnehmer an der Segnung der Tiere durch Militärbischof Dr. Walter Mixa auf dem Platz vor der St. Josefs-Stiftskirche teil. Beim anschließenden Pontifikalgottesdienst unter freiem Himmel in der Nähe des Franziskushauses wurden schließlich Rosenkränze gesegnet und an die Gottesdienstteilnehmer verteilt.
Die nächste „Muli-Wallfahrt“ wird vermutlich erst 2008 stattfinden, da sich die Gebirgsjägerbrigade 23 im kommenden Jahr weitgehend im Auslandseinsatz befinden wird.

Marschpause...
Text: Martin Hillebrand (Gebirgsjägerbrigade 23), Fotos: EAZ Gebirgstragtierwesen, Bad Reichenhall
 
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