Die
psychischen Belastungen der Soldaten kennen die Truppenpsychologen
aus der
Praxis – die meisten unter ihnen waren bereits mehrfach im Auslandseinsatz.
Und so mahnten sie an, der Familienbetreuung an den Heimatstandorten mehr Bedeutung
beizumessen. Neben der Krisenintervention und den Einsatznachbereitungsseminaren
war die Ausbildungsstation „Geiselhaft“ des VN-Ausbildungszentrums,
die entsprechend einer Weisung des Inspekteurs des Heeres von den Truppenpsychologen
intensiv betreut werden muss, ein Kernpunkt der Tagung. Ziel sei es dabei, so
der Truppenpsychologe der 10. Panzerdivision, Oberregierungsrat Mario Steuer,
den Soldaten mit einer Situation bekannt zu machen, die nicht alltäglich
und vom Erleben einer extremen Hilflosigkeit gekennzeichnet sei. Die Psychologen
werteten ihre Erfahrungen aus, um diese in die Ausbildung vor Ort einfließen
zu lassen. So wurden beispielsweise bereits die Ausbildungsgruppen an dieser
Station verkleinert, was auch zu einem Mehraufwand seitens der Psychologen führt.
Deren Zahl soll, so die Planung, im Heer nun verdoppelt werden, so dass künftig
jede Brigade über einen Psychologen verfügt. Trotz aller Anstrengungen,
die Soldaten optimal zu betreuen und vorzubereiten, gilt die Einsicht: Der Soldat
kann nicht auf jede Eventualität vorbereitet werden. Umso wichtiger sei
es da, sich der Verantwortung dafür bewusst zu werden, was aus dem Einzelnen
im Laufe seines Einsatzes wird, wie Bentler feststellte. |