Bad Urach (dyk) [17.11.06]. „Actio ist besser als Reactio“,
hat der Kommandeur der 10. Panzerdivision in Sigmaringen, Generalmajor
Markus Bentler, vor dem Hintergrund der Aufregung um die Skandalfotos
aus Afghanistan festgestellt. Bentler betonte diesen Grundsatz
aktiver Informationspolitik vor den Presseoffizieren seines Verbandes,
die sich im Tagungszentrum der bade-württembergischen Landeszentrale
für Politische Bildung, dem „Haus auf der Alb“ in
Bad Urach, drei Tage lang fortbildeten.
Das Thema „Krisenkommunikation“ war denn auch Kernpunkt
des Seminars: Das Auftauchen der Soldatenfotos aus dem Auslandseinsatz
und der Wirbel darum hatten wieder einmal deutlich gemacht,
wie wichtig aktive Pressearbeit auf allen Ebenen ist. Denn dass
der Skandal so schnell aus dem öffentlichen Blickpunkt
verschwand, wie er aufgetaucht war, sei auch das Ergebnis der
bisherigen Informationsarbeit, die den ansonsten guten Ruf der
Bundeswehr als staatliche Institution begründet habe, so
der General.
Unterstützt wurde die Feststellung Bentlers von Oberstleutnant d. R. Klaus-Dieter
Kirschner, im Zivilberuf Redakteur bei den Heidenheimer Nachrichten. Denn trotz
des Skandal-Wirbels der Bildzeitung gehöre die Ansicht, Journalisten seien
nur lästige Fragensteller, glücklicherweise längst der Vergangenheit
an. Gefragt sei vielmehr, so Kirschner eine Zusammenarbeit, denn: „Journalisten
sind unsere Partner“, bläute er den Presseoffizieren ein. „Die
Journalisten wollen etwas von uns, und wir wollen etwas von Ihnen“, bekräftigte
der Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Division, Oberstleutnant
Siegfried Jooß, und so solle die Möglichkeit genutzt werden, „unsere
Botschaft rüberzubringen“. Und so schulte der erfahrene Redakteur
die Presseoffiziere im Verfassen von Pressemitteilungen sowie in der Frage: „Was
will der Journalist von uns?“ Grundsätzlich gelte es, Informationen
zu vermitteln, auch dann, wenn der Medienansturm wegen unerfreulicher Vorfälle
groß ist. „In Deckung gehen und den Sturm abwarten“ sei die
falsche Reaktion, unterstrich General Bentler. Pressearbeit sei eine Aufgabe
der Führung, und dies gelte für alle Ebenen. |