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„Blechkameraden“ als Feuerwerker und mehr... |
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Roboter-Leistungsschau ELROB in Hammelburg |
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Hammelburg (mp) [19.05.06].
Eine Stadt voller autonomer und halb-autonomer
Roboter. Kein Film, sondern die erste europäische Landroboter
Leistungsschau im berühmten Bonnland auf dem Truppenübungsplatz
bei Hammelburg.
Die Protagonisten - allesamt ferngesteuert und mit höherem
Auftrag: „Der Schutz der Soldaten steht über allem
und Roboter können Soldaten schützen“ betont
der stellvertretende Inspekteur des Heeres, Generalleutnant
Günter Weiler, in seiner Begrüßungsrede der
ELROB 2006.
In den neuen Einsatzgebieten, wie zum Beispiel der Kampf
gegen den internationalen Terrorismus, steht die Bundeswehr
vor neuen Aufgaben. |
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Die Zukunft: Ein ferngesteuerter "Hubschrauber
mit Kamera" liefert Aufklärungsergebnisse. Fotos: Marco Pfohl |
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Dabei
steht der Schutz der Truppe und ihrer Fahrzeuge immer
mehr im Vordergrund. „Robotertechnologie
ist nichts Neues für den militärischen Einsatz“,
erklärt General Weiler, „doch nun gehen wir einen Schritt
weiter.“ „ELROB kommt genau zur rechten Zeit“,
fügt Professor Henrik I. Christensen hinzu. Nach der Meinung
des dänischen Koordinator des Europäischen Robotertechnik-Netzwerkes
EURON, müssen sich die Europäer jetzt austauschen, zu einer
Gemeinschaft werden, so dass sie in den Zeiten der gemeinsamen
Herausforderungen geschlossen und erfahren wirken können. |
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| Fasziniert verfolgen
die Fachleute die Fahrzeugsteuerung mit LapTop und Joystick. |
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Entgegen
der Wettbewerbe, die in den USA zum Teil veranstaltet werden,
handelt es sich bei ELROB um eine reine Leistungsschau. Es ist das
erste Mal
in der Geschichte, dass sich verschiedene Forscher und Hersteller
Europas treffen, um ihre Entwicklungsstände auf zu zeigen und sich mit
anderen Anbietern auszutauschen und zu diskutieren. Die Entwickler und
Konstrukteure kommen sowohl von bekannten Unternehmen auf dem Markt
der Wehrtechnik wie Rheinmetall DeTec AG, EADS oder Diehl BGT Defence,
als auch von Universitäten und Fachhochschulen. Insgesamt nehmen
neun europäische Nationen an der Schau teil, um ihre Roboter vorzustellen.
George Lucas, der „Vater“ von
Star Wars, hätte an diesem Termin seine große Freude gehabt. Die Nachfolger
von R2-D2 und C3PO heißen heutzutage Kurt3d, RLS, FoxBot oder Asendro,
brauchen aber im Gegensatz zu ihren blechköpfigen Vorfahren immer noch
einen Menschen, der ihnen sagt, was sie zu tun haben.
Wo sonst Kontingentsoldaten für ihre Einsätze in den verschiedenen
Zielen der Welt ausgebildet werden, mit so genannten „Worst-Case-Situationen“ umzugehen,
stehen Notebooks und Joysticks – überhaupt erinnert vieles eher
an Computerspiele, als an reale Gebrauchsgegenstände zur Bewahrung und
Rettung des soldatischen Lebens. |
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| Verspielt
waren die Bediener bei ELROB 2006 öfter: Hier hat das
Nachfolgemodell des „Remotec“ ein Kamerateam erwischt. |
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Doch
weit gefehlt. Bei ELROB zeigen die Vehikel, in welchen
Situationen sie zum Lebensretter werden können. Ein
wichtiger Aspekt dabei ist, die Fähigkeit, die Soldaten
bei der Entdeckung und Beseitigung von Kampfmitteln, Munition
oder Blindgängern (EOD/UXO) zu unterstützen oder
gar zu entlasten. „Der Asendro EOD ist eine absolute
Neuigkeit auf dem EOD Robotermarkt“, wirbt die Firma
Diehl BGT Defence. Zusammen mit Robowatch haben sie in
nur acht Monaten einen modularen Roboter entwickelt, der
sowohl zur Aufklärung, als eben auch zur Kampfmittelbeseitigung
eingesetzt werden kann. Der Soldat, der das Gerät
steuert, sitzt dabei geschützt weit entfernt vom Roboter
und arbeitet mit Hilfe von Telepräsenztechnik. Das
bedeutet – wie bei den „virtual reality-Spielen“ Anfang
der 90er Jahre – dass der Soldat eine „Brille“ trägt
und mit seinen eigenen Augen sieht, was der Roboter sieht.
Es wird also kein Kamerabild auf einen Computer projiziert,
sondern direkt vor die Augen des Soldaten. |
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Ähnlich
ist es beim Greifarm des Asendro, der durch eine Art „Handschuh“ auch
in Echtzeit gesteuert wird. Das geringe Gewicht und die kompakte Größe
lassen auch Einsatzmöglichkeiten in engen, unübersichtlichen
Gebieten oder Plätzen zu. Auch in Bussen ist der Asendro getestet
worden.
Einsatzmöglichkeiten. Ein gutes Stichwort. Denn dafür gibt es ja ELROB2006.
Die Roboter sollen sich bewähren. Zwei Kategorien waren hierfür festgelegt
worden. Zum einen sollten sich die elektronischen Meisterwerke in urbanem, engem
Gelände behaupten, zum anderen einen Parcours in offenem, freiem Gelände
bewältigen. Bei den jeweiligen Abschnitten mussten die Mobilität, Geschwindigkeit
und Präzision der zukünftigen „Kameraden“ vorgeführt
werden. Aufklärung und das Überwinden von Hindernissen waren weitere
Aufgaben.
Neben vielen anderen Robotermodellen, die im Prinzip ähnlich funktionieren,
geht man bei Rheinmetall und EADS andere Wege. Bei Rheinmetall gibt es Roboter,
die in schon vorhandene militärische Fahrzeuge einfach eingebaut werden
können, um gerade gefährliche Streckenabschnitte oder uneinsichtige
Häuserecken von einem unbemannten Fahrzeug erkunden zu lassen, um so der
Gefährdung der Soldaten zu entgehen. Ein mit wenigen Handgriffen eingebauter
Fahrroboter wird dabei über eine kabellose Internetverbindung gesteuert. |
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| Der Roboscout zeigt
auf einem Testparcours, was er bei richtiger Bedienung leisten kann. |
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Die
Firma EADS legt bisher das Hauptaugenmerk auf eine Computersimulation. „Anhand
von Satelliten-Bildern und geographischen Daten können wir das
Einsatzgebiet virtuell rekonstruieren und mit einem virtuellen Roboter
darin agieren“, erläutert der Systemdesigner Daniel Kallfass. „Mit
diesem Systems können wir gerade auch herausfinden, was denn ein
zukünftiger Roboter alles zu leisten im Stande sein müsste,
um allen Herausforderungen zu trotzen“, so Kallfass weiter. Das
Szenario erst am Computer zu simulieren spart auch Geld. Die Entwicklung
eines solchen Programms ist mit Sicherheit auch nicht billig, kostet
aber bestimmt nicht um die 200 000 Euro wie ein fertiger Asendro EOD
Roboter bei Diehl. In Zeiten der Einsparung bei der Bundeswehr eine
große Investition, geht die Firma Diehl doch schon sehr zuversichtlich
von einer Bestellung der Bundeswehr aus. „Wann immer Menschenleben
gerettet werden, ist jeder Cent gut angelegt“, hebt Oberstleutnant
Stefan Heydt hervor. Er ist der Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
beim Heeresamt der Bundeswehr und betreut in dieser Funktion ELROB.
Ihm sei noch nichts von irgendwelchen Robotern in der Bundeswehr oder
der festen Bestellung bei einem Hersteller bekannt, aber die Anwesenheit
der hohen Dienstgrade, spreche doch für sich, dass auch die Bundeswehr
evaluieren würde, was für Technologien auf dem Markt seien
und dies dann auf höherer Ebene diskutieren.
ELROB hat viel von einer gewöhnlichen Messe: Infostände, Vorführungen,
Vertreter, aber dennoch steht der gemeinsame Nutzen, Schutz der Soldaten durch
Robotertechnik, im Vordergrund, weshalb man mit Professor Christensen hoffen,
darf, dass sich aus dieser Veranstaltung schnell eine Tradition entwickelt, die
zur Förderung einer Gemeinschaft beiträgt. |
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