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 Helikopter im Jungbrunnen
 Bei Eurocopter gehen Bundeswehr-Hubschrauber zur „Kur“
Jungbrunnen für die Hubschrauber der Bundeswehr. Sie kommen Regelmäßig nach Donauwörth.
Foto: Zeitter
Donauwörth (uz) [05.11.07]. Computertechnik war noch ein Fremdwort, als sie konzipiert wurden denn damals wurden Hubschrauber noch am Reisbrett und mit dem Rechenschieber geplant: Seit der Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts leisten die Transporthubschrauber vom Typ CH 53 ihren Dienst bei der Bundeswehr. Sie wurden damals in Lizenz der Firma Sikorsky gebaut. Rund 6000 Flugstunden hätten die Maschinen nach damaliger Planung absolvieren sollen. Die meisten von ihnen stehen nun, nach gut 30 Jahren, kurz davor, diese Marke zu erreichen. Und auch wenn bei Eurocopter in Donauwörth bereits ein Modell im Foyer des Verwaltungsgebäudes steht, wie ein möglicher Nachfolger aussehen könnte, greifbar ist er noch nicht.

Auf Herz und Nieren wird die CH-53 geprüft.
Foto: Zeitter
Eine Verlängerung der Nutzungsdauer ist daher angesagt. Bis 2015, eher länger, sollen die Maschinen noch in der Luft bleiben.
Eurocopter übernimmt die regelmäßige Wartung der Maschinen, in den Bereichen, die die Bundeswehr nicht leisten kann. Für jeweils rund sechs Monate kommen die Hubschrauber nach Donauwörth, um auf Herz und Nieren überprüft zu werden. Mit kritischem Blick nehmen die Fachleute die Maschinen in Augenschein und stellen fest, wo der Zahn der Zeit nagt. In regelmäßigen Abständen durchlaufen einzelne Maschinen ein vom Kunden, also der Bundeswehr, vorgegebenes Testprogramm. So kann in Erfahrung gebracht werden, welche Abnutzung an den Maschinen auftritt. Die ermittelten Werte werden in Vorschläge für die Wartungsprogramme für die gesamte Flotte umgesetzt. Modernste Computertechnik greift hier quasi dem Rechenschieber unter die Arme. Grundsätzlich ist die Substanz der Maschinen noch in Ordnung, so dass die Verlängerung der Nutzungsdauer auf bis zu 9000 Flugstunden, die derzeit angestrebt wird, durchaus noch nicht das Ende der Fahnenstange sein muss. Je nach Wartungsintervall erhalten die Maschinen in Donauwörth beispielsweise neue Kabelstränge, es werden Nieten oder belastete Teile der Außenhaut erneuert.
Auch die zunehmende Einsatzbelastung der Bundeswehr, sorgt dafür, dass die Hallen bei Eurocopter stets gut geefüllt sind.
Foto: Eurocopter
Aber auch ganz neue Elemente werden bei Bedarf durch Eurocopter eingebaut. Das Nachrüsten mit GPS, der Einbau von Geräten zur Kommunikation über Satellit sind nur einige der jüngsten Veränderungen. Derzeit beschäftigen sich die Techniker gerade mit der Nachrüstung von Bewaffnungen. Die CH 53 sollen mit Lafetten ausgestattet werden, um durch den Einsatz sogenannter „Door Gunner“ ein höheres Selbstverteidungspotential zu erreichen. Die Herausforderung für die Fachleute in der süddeutschen Helicopter-Schmiede ist der Umgang mit der Vibration, die sich von der Waffe auf die Maschine überträgt. Dies könnte sich beispielsweise auf die Kommunikation an Bord auswirken. Die Erprobung durch die Bundeswehr ist gerade in Gange und eine Nachrüstung kann dann auf absehbare Zeit erfolgen.
Bei ihrem Aufenthalt in Donauwörth bekommen durchaus nicht alle Maschinen die gleiche Verjüngskur. Die Maschinen, die für den ISAF-Einsatz in Afghanistan vorgesehen sind, erhalten eine Sonderbehandlung. Unmittelbar nach dem Rücktransport in der Antonov nach Manching, werden die CH 53 auf direktem (Straßen-) Weg nach Donauwörth gebracht. Da für den Einsatz in Afghanistan nur ein kleiner Pool von Hubschraubern vorgehalten wird, sind die Belastungen für die Maschinen deutlich höher. Sie waren damals eben für einen Einsatz in mitteleuropäischen Regionen konzipiert worden, betonen die Fachleute. Vor allem der extrem feine Staub macht der Technik zu schaffen. Das erkennt man schon äußerlich. Zwischen den grün-oliven Hubschraubern steht einer, der eher aussieht als ob er gerade in der Mehlbox gelegen habe.

Besonders der Technik gilt das Augenmerk, wenn die Maschinen zum Check nach Donauwörth kommen.
Foto: Eurocopter
Der feine Staub setzt sich überall an den CH 53 fest. Besonders mechanische Einrichtungen müssen dann besonders unter die Lupe genommen werden, um die weitere Flugsicherheit zu gewährleisten. Für die Männer und Frauen, die sich dem Hubschrauber annehmen, sind auch die „Afghanistan-Heimkehrer“ längst Alltagsgeschäft geworden.
Zum Alltagsgeschäft in Donauwörth gehören im Bereich der Wartung militärischer Hubschrauber übrigens nicht nur CH 53 sondern auch Sey Lynx und Sea King. Sie alle stehen dicht gedrängt in den Hallen und empfangen ihr Programm. Auch die Bo 105 durchlaufen übrigens ihr regelmäßig Wartungsprogramm bei Eurocopter und zwar in Kassel.
Das Paket, das das europäische Unternehmen für die Bundeswehr geschnürt hat, umfaßt aber auch die technische Unterstützung vor Ort, beispielsweise an der Schule der Heeresflieger in Bückeburg oder an der technischen Schule der Luftwaffe in Faßberg.
Eine CH 53 während des Wartungsintervalls.
Foto: Eurocopter
Wo „Kätzchen“ aus Kohlefaser entstehen
 
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