Laboe
(uz) [31.08.09]. „Front“, dieser Befehl erfolgt
stets auf den Schiffen und Booten der Marine, die in der Kieler
Förde das Marine-Ehrenmal in Laboe passieren. Eine Art
der Ehrerweisung, die Angehörige der Seestreitkräfte
vieler Nationen und auch Besatzungen ziviler Schiffe übernommen
haben. Alljährlich steht eine Kranzniederlegung in Laboe
auf dem Dienstplan aller Gasteinheiten, die die Kieler Förde
während der „Kieler Woche“ anlaufen. Bezeichnend
ist, dass es noch vor der Gründung der Bundeswehr erste
Kranzniederlegungen gab.
Die Idee eines Ehrenmals entstand bereits in den 1920er Jahren.
1936 wurde der Bau, finanziert durch Spenden, insbesondere auch
von Mitgliedern des Bundes der Deutschen Marinevereine, abgeschlossen.
1954 übernahm der Deutsche Marinebund als Nachfolgeverein
das Marine-Ehrenmal in Laboe erneut in seine Obhut. Bei der Übergabe
betonte der Bundestagsabgeordnete und Vizeadmiral a. D. Hellmuth
Heye: „Das Ehrenmal dient lediglich dem Zweck, den gefallenen
Marinesoldaten aller Nationen eine Weihestätte zu sein.
Als ungewöhnliches Bauwerk soll das Ehrenmal ein Mahnmal
des Friedens sein.“
Heute ist es weit mehr als das. Das ist besonders auch für
Dr. Jann Markus Witt, Historiker des Deutschen Marinebundes,
von Bedeutung: „Uns ist es wichtig, dass mit dem Ehrenmal
das Gedenken aller Menschen, die auf See ihr Leben gelassen
haben, lebendig bewahrt wird“, erzählt Dr. Witt.
In den letzten Jahren hat sich das Gelände schon peu à peu
verändert.
Für zahlreiche Besucher hat das Ehrenmal ausschließlich
einen touristischen Charakter. Mit seinem mehr als 70 Meter
hohen Turm bietet es von der Plattform einen exzellenten Blick
auf die Kieler Förde und die Ostsee. In der Zufahrt auf
den Nord-Ostsee-Kanal dient der Turm, der Architekt sah ihn
als aufsteigende Flamme, als Orientierungspunkt. Für „Sehleute“ und
Schiffsinteressierte bietet der Turm eine optimale Position.
Die Konzeption der historischen Ausstellung des Marine-Ehrenmals,
die in den letzten Jahren durch Dr. Witt grundlegend überarbeitet
wurde, spricht aber auch die neue Generation von Touristen an. „Natürlich
blieben Turm und Gedenkhalle unverändert“, betont
der Historiker. Aber gerade im Ausstellungsbereich der sogenannten „Historischen
Halle“ wurden Informationen neu aufbereitet. Mancher Tourist,
so erläutert der Fachmann das Ziel der Anstrengungen, solle
so viel mehr Eindrücke mit aus Laboe mitnehmen, als nur
den erhofften Überblick von der Plattform über die
Kieler Förde.
Ein Museum sei das Ehrenmal keinesfalls, sondern vielmehr
eine Gedenkstätte mit historischer Ausstellung, stellt
Dr. Witt im Gespräch mit truppen.info klar. Und dennoch
befriedigt die Anlage in Laboe vielerlei Interessen: Die von
Menschen, die in Trauer und Gedenken nach Laboe kommen, ebenso
wie die von Technik- und Seefahrtbegeisterten oder eben auch
die von Touristen und irgendwo zwischen Plattform und Gedenkhalle
verwischen die Intensionen, die den Besucher animiert haben.
Das Marine-Ehrenmal in Laboe unterscheidet sich durch diese
Vielseitig- und Lebendigkeit von vielen anderen Gedenkstätten,
die eher einer Kranz-Ablage-Stätte gleichen.
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