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200
Jahre Militärgeschichte für die Region |
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Museum über den Namensgeber und die Geschichte der Streitkräfte |
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Thomas Krause (Mitte) kennt sich aus, auch wenn es um die Ahnen
der Grafen von Stauffenberg geht.
Fotos: Zeitter |
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Sigmaringen
(uz) [29.11.08]. Fast 50 Jahre alt ist die 10. Panzerdivision
mit Sitz in Sigmaringen. Die militärischen Verbände
auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald, die die Division
in der Hohenzollern-Stadt an der Donau ursprünglich führte,
sind bis auf zwei Bataillone, ein Musikkorps und die Stabs-
und Versorgungskompanie alle aufgelöst. Die beiden Bataillone
mussten aus dem Divisionsbereich abgegeben werden. Eine Tatsache,
die eindrucksvoll die Spuren der stetigen Umstrukturierungen
der Bundeswehr zeigt. Im Jahr 2001 übernahm die Division
noch die Truppenteile der 1. Gebirgsdivison aus München,
die vor der Auflösung stand. Mit dem Auftrag allerdings,
auch diese Verbände zum größten Teil aufzulösen.
Damals wurde die Zahl der Soldaten, die der 10. Panzerdivision
unterstanden, fast verdoppelt.
Der damalige Kommandeur erteilte den Auftrag, das Vermächtnis
der „Löwen Division“, wie sie Dank ihres Wappentieres
liebevoll genannt wird, zu bewahren. In Sigmaringen entstand
damals zunächst ein so genannter Traditionsbereich. Aus
diesem Traditionsbereich ist heute eine beeindruckende militärhistorische
Sammlung geworden, die die Geschichte des Militärs in der
Region der vergangenen rund 200 Jahre beleuchtet. Außerdem
ist eine Dauer-Ausstellung zu sehen, die das Leben von Claus
Schenk Graf von Stauffenberg, dem Namensgeber der Sigmaringer
Kaserne, darstellt. Auf die ist Oberstleutnant a. D. Thomas
Krause besonders stolz: „Nach unserem Wissen ist dies
die einzige Ausstellung, die das gesamte Leben und nicht
nur den Widerstand darstellt“, berichtet er. Krause gehörte
bereits in seinen letzten Dienstjahren zum Kreis der Verantwortlichen
für die Sammlung. Nach seiner Pensionierung bot er sich
an, sich weiterhin um das Museum zu kümmern. „Zeitunglesen
und Spazierengehen füllen den Tag eines Pensionärs
ja nicht aus“, schmunzelt Thomas Krause und wie sehr er
in seinem Hobby aufgeht, erlebt jeder, der von ihm durch
das Museum geführt wird. Keine Antwort auf noch so ausgefallene
Fragen zu den Hintergründen lässt er offen, kennt
Beziehungen, Anekdoten und Zusammenhänge und kann nicht
nur über die ausgestellten Exponate sprechen. Das Wissen
seiner Recherchen für das Museum scheint er regelrecht
aufgesaugt zu haben und hält es auf Abruf für Interessierte
bereit. |
Die Lust
und Liebe mit der Krause und seine Kameraden zu Werke schreiten, ist in
allen Räumen zu bewundern. „Wir haben darauf verzichtet den
Pokal vom Wettbewerb der Krad-Melder oder ähnliche Exponate auszustellen“,
erzählt der Oberstleutnant a. D., um die Philosophie zu verdeutlichen.
Das Museum soll für alle eine Bereicherung sein, auch wenn die Besucher
keinen militärischen Hintergrund haben. Die Erlebnisse der Ausstellung
reichen von einem „weißt du noch“ wenn ehemalige Soldaten
durch die Sammlung geführt werden bis zu einem verständnisvollen „ach
so ist das“ von Besuchern ohne Bundeswehr-Erfahrung.
„ Ein Museum nützt nur dann etwas, wenn nicht nur Fachleute es verstehen“,
betont Krause. Viele Pläne und Ideen hat er noch, die nach und nach in der
Lehrsammlung umgesetzt werden sollen. Zahlreiche Exponate stehen auch noch auf
dem Wunschzettel. Wie in allen Sammlungen der Bundeswehr sind auch die Macher
in Sigmaringen auf Schenkungen und Leihgaben angewiesen. | |

Exponate, hier von den Truppenteilen der Gebirgsjäger geben den Besuchern einen
Überblick. |
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Auch Zeitzeugen sind immer
wieder in Sigmaringen gefragt. Bei einer Umgestaltung des Museums war
eines
der ersten Exponate, das in der ersten Ausstellung in den Räumen einen Platz
fand, zu versetzen. Eine Gebirgshaubitze sollte einen neuen Platz bekommen. „Allerdings
paßte sie durch keine Tür, wir mussten sie zerlegen“, berichtet
Thomas Krause, der in Sigmaringen weder eine Vorschrift, noch einen Soldaten
mit der notwendigen Expertise auftreiben konnte. Erst nach langer Suche fand
er zwei ältere Soldaten, die noch an dem betagten Waffensystem ausgebildet
waren und die Haubitze, zwar nicht mehr in Drill-Rekordzeit, aber doch zügig
transportfähig zerlegten.
Handwerkliches Feingefühl zeigten die Macher auch, als die „Stauffenberg-Ausstellung“ in
die Räume integriert wurde. Die Ausstellung war vorher in der Stadt Sigmaringen
zu sehen. Nicht nur Zeugnisse und Beurteilungen von Claus Schenk Graf von Stauffenberg
können nachgelesen werden, auch ein Hauch der Atmosphäre von Grunewald
und Wolfsschanze wurde in den Räumen eingefangen. Unter einem Tarnnetz,
das von Holzstangen getragen wird, steht eine Schreibmaschine auf Holzstämmen
und erinnert an die Vorbereitung des Staatsstreiches im Grunewald. In den Eingangsbereich
des Museums baute Hauptmann a. D. Bernhard Waldvogel mit viel Liebe zum Detail
die dritte Dimension aus Holzlatten und Einrichtungsgegenständen vor eine
wandfüllende Fotografie der durch die Detonation zerstörten Baracke,
dem Schauplatz des Attentats.
Echte Zeitzeugnisse, wenn auch aus jüngerer Zeit, bietet die Ausstellung über
die ehemaligen Brigaden der 10. Panzerdivision, der Panzerbrigade 28 (Dornstadt),
der Panzerbrigade 29 (Sigmaringen) und der Panzergrenadierbrigade 30 (Ellwangen).
Hier wurden die Thementafeln exakt so übernommen, wie sie vor der Auflösung
erstellt wurden. „Damit zeigen wir nicht nur den Wandel der technischen
Möglichkeiten, mit denen die Schautafeln entwickelt wurden, sondern auch
die durchaus unterschiedliche Art der Bataillone, mit der sie sich der Nachwelt
präsentieren wollten. Teilweise ist das doch recht spärlich“,
erläutert Thomas Krause beim Rundgang. Ein außergewöhnliches
Exponat hat die Ausstellung durch die Auflösung der „Alb-Brigade“ erhalten.
Eine Lagekarte dokumentiert den Einsatz der Kräfte aus der 10. Panzerdivision
nach dem Elbe-Hochwasser im Jahr 2002. |
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| "Weißt Du noch...?" ist eine Reaktion, die Thomas Krause oft
von ehemaligen Soldaten hört, wenn es um die verschiedenen Uniformen
der Bundeswehr geht, aber auch andere Besucher sind von diesem Einblick fasziniert. |
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Die militärhistorische
Sammlung in der Sigmaringer Graf-Stauffenberg-Kaserne ist ein Angebot
für die Truppenteile in der Region, beispielsweise für die
politische Bildung, aber auch an die Schulen in der Umgebung für
die sich die Person Graf Stauffenbergs durch den regionalen Bezug auf
der südlichen
Schwäbischen Alb und die Benennung der Kaserne bei der Behandlung des Widerstandes
regelrecht aufdrängt. Das Museum steht aber auch allen anderen Interessierten
im Rahmen einer Führung auf Voranmeldung offen. Die Gruppengröße
sollte mindestens fünf Personen betragen. Der Eintritt ist frei, es wird
um eine Spende für das Soldatenhilfswerk gebeten. Zum Besuch muss ein Personalausweis
mitgeführt werden. Die Voranmeldung ist über die Telefonnummer 07571/76-1205
möglich. |
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