truppen.info: Bundeswehr für 21. Jahrhundert nicht gerüstet
jüngste Beiträge
Aus den Einsätzen
Sicherheitspolitik
Wir suchen Ihre Fotos
Linkliste
Link eintragen
Laufbahnportraits
Der Weg zum Offizier
Der Weg zum Unteroffizier
Dienstgradabzeichen
truppen.info-Quiz
Spiele
Downloads
Buchtipps
Für Webmaster
 
MCKimme


 Bundeswehr für 21. Jahrhundert nicht gerüstet
 Experte fordert "Nationalgarde" und Bundeswehr-Einsatz im Inneren
Tübingen/Breitenburg-Nordoe [19.10.05]. Die Bundeswehr ist für die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte falsch aufgestellt. Zu diesem Urteil kommt Oberst a.D. Nikolaus Schmeja von der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik. Bei einem Vortrag in der Freiherr-von-Fritsch-Kaserne in Breitenburg-Nordoe kritisierte der pensionierte Tübinger Kommandeur vor allem die aus seiner Sicht vernachlässigte Landesverteidigung bei der derzeitigen „Transformation“ der Streitkräfte. Beispiel: die Reduzierung der Panzerverbände auf künftig nur noch sechs Bataillone verspiele personelle Qualifikationen für die darauffolgenden zehn Jahre.
Die „verteidigungspolitischen Richtlinien“ der Bundesregierung gingen zu recht davon aus, dass Deutschland für die nähere Zukunft keine kriegerische Bedrohung im eigenen Land zu befürchten habe. Beim Terrorismus sei das allerdings anders.   
Oberst a.D. Nikolaus Schmeja
Für  Schmeja ist deshalb nicht nachvollziehbar, warum das deutsche „Kommando Spezialkräfte“ (KSK) in afghanischen Höhlen nach Al Kaida-Kämpfern suchen darf, nicht aber bei entsprechenden Hinweisen im Erzgebirge. Der Einsatz der Bundeswehr im Inneren sei deshalb neu zu definieren. „Die jetzige Weltordnung mit den Vereinten Nationen ist überholt“, so der Tübinger Experte, und bedürfe einer Neuordnung – auch innerhalb der Bundesrepublik. Allein für den Regierungsbezirk Tübingen habe er 1.200 potentielle Ziele gezählt – ohne nähere Angaben sei die Polizei niemals allein in der Lage, diese zu schützen. Bislang erlaubt das Grundgesetz den Einsatz der Bundeswehr innerhalb des eigenen Landes jedoch erst im Spannungs- oder Verteidigungsfall.
Für die aktuellen Einsätze etwa auf dem Balkan verbessere die geplante Struktur der Streitkräfte „einiges“. „Aber was kommt in 15 Jahren?“, fragt Nikolaus Schmeja. Im Bereich der Panzer- oder Artillerietruppe Großgerät abzubauen sei nicht so schlimm. Wenn die Bedrohung ausreichend groß würde, wäre auch Geld für kurzfristige Neuanschaffungen vorhanden, ist sich der Oberst sicher. Aber es dauere mindestens zehn Jahre, um das notwendige Führungspersonal wieder auszubilden. „Das ist dann weg.“ Die sogenannte „Rekonstitution“, sprich die „Wiederaufrüstung“ mit Hilfe der Wehrpflicht, sei dabei keinesfalls ausreichend. „Die Lösungen sind nicht ausgereift.“
Aufgrund der angespannten finanziellen Lage rechnet allerdings auch Schmeja nicht mit mehr Geld. Sein Vorschlag: der Aufbau einer paramilitärischen Truppe nach Vorbild der amerikanischen Nationalgarde oder der italienischen Carabinieri. Es gelte schlicht die Reservisten stärker einzubinden – ein Polizist könne problemlos in die Rolle eines Militärpolizisten schlüpfen, ebenso könne eine zivile Transportfirma kurzfristig die Aufgaben einer Nachschubkompanie übernehmen. Ziel müsse es sein, vorhandene zivile Fähigkeiten besser in die Landesverteidigung einzubauen, ohne sie seitens der Bundeswehr ständig für viel Geld vorhalten zu müssen.
(Lars Bessel)
 
Anzeigen
Ihre Werbung hier?
Anzeigen
Kreuzfahrt-Schn�ppchen
   Diese Seite empfehlen      Sitemap    Archiv    Impressum    Kontakt 
(c) 2005 by www.truppen.info