truppen.info: Politik: Deutsche Soldaten für den Sudan
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 Deutsche Soldaten für den Sudan
 Bundestag beschließt weitere Militärbeobachter-Mission
Berlin [22.04.05]. Für 75 deutsche Soldaten wird es jetzt ernst: der Bundestag hat heute die Entsendung von Militärbeobachtern der Bundeswehr in den Süd-Sudan mit großer Mehrheit gebilligt. Ihr Auftrag: die Überwachung des nach 20 Jahren Bürgerkrieg vereinbarten Waffenstillstandsabkommens. Deutschland stellt damit – zunächst für sechs Monate – das größte europäische Kontingent für die UN-Mission „UNMIS“.
552 Abgeordnete stimmten für diesen weiteren Auslandseinsatz der Bundeswehr, drei votierten dagegen, zehn Parlamentarier enthielten sich. Das Einsatzgebiet erstreckt sich gemäß UN-Beschluss ausdrücklich nicht auf die westsudanesische Krisenregion Darfur – dort wird weiter gemordet und vertrieben. Allerdings hatte Verteidigungsminister Struck zuvor in einem Interview erklärt, er könne sich für den Fall eines Scheiterns der UN-Friedensmission auch einen Einsatz deutscher Soldaten in Darfur vorstellen. Hilfsorganisationen gehen allein dort von bis zu 300.000 Toten und zwei Millionen Flüchtlingen in den vergangenen zwei Jahren aus.
Struck sagte dazu heute im Bundestag: „Wir dürfen nicht wegsehen, wenn auf diesem ohnehin benachteiligten und geschundenen Kontinent Menschen unterdrückt und verfolgt werden.“ Die NATO bereitet sich bereits darauf vor, der „Afrikanischen Union“ zu helfen - NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sprach von einem „humanitären Desaster“ und „Massenmord“. Der deutsche Verteidigungsminister kündigte deshalb heute auch im Parlament an, er wolle den vom Bundestag im Dezember beschlossenen Lufttransport afrikanischer Truppen nach Darfur im Rahmen von „AMIS“ fortsetzen und dafür im Mai die erneute Zustimmung des Parlaments einholen.
Die FDP wittert trotz zusätzlicher Protokollnotiz Gefahr und warnte davor, dass aus der Beobachtermission im Süd-Sudan wohlmöglich schleichend ein Kampfeinsatz in der Krisenregion Darfur werden könnte. Der jetzt beschlossene halbjährige Einsatz kostet rund 1,3 Millionen Euro.
(Lars Bessel)
 Marschbefehl in den Sudan
 Bundeskabinett beschließt die Entsendung von Bundeswehrsoldaten
Berlin [13.04.05]. Für einige Soldaten der Bundeswehr kann schon Ende April der Marschbefehl in den Sudan kommen. Die Bundesregierung beschloss heute, dass sich die Bundeswehr mit 75 Soldaten an der UN-Mission im Sudan beteiligen soll. Der Bundestag muss diesem Vorhaben noch zustimmen. Seine Billigung gilt jedoch als wahrscheinlich.
Das Bundeswehrkontingent soll sich aus Militärbeobachtern und Stabspersonal zusammensetzen und ab dem 22. April marschbereit zur Verfügung stehen. Eingesetzt werden die unbewaffneten Soldaten im Süden und Osten des Landes und nicht in der Krisenregion Darfur. Dies betonte Verteidigungsminister Struck gegenüber Presseagenturen. Er rechne außerdem damit, dass das Mandat bis zu sechs Jahre dauern werde.
Aufgabe der "UN-Soldaten" wird die Überwachung des Friedensabkommens zwischen der arabisch- und afrikanisch-stämmigen Bevölkerung sein. (Torsten Rissmann)
 
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