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Pristina/Prizren
[23.03.05]. „Wir dürfen die Probleme in dieser Frage nicht auf dem Rücken unserer
Soldaten austragen.“ Gemeint ist die „Kosovo-Frage“ nach Status und
somit politischer Zukunft des UN-Protektorates und gesprochen wurden
diese Worte von Bundesverteidigungsminister Peter Struck auf einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kosovarischen Präsidenten Rugova
in der Provinzhauptstadt Pristina am 22. März 2005. Struck ist denn
auch nach eigenem Bekunden an einer „raschen Lösung“ interessiert.
Während für Rugova das
einzig denkbare Ergebnis die Unabhängigkeit sein kann, gibt sich der
deutsche Besucher in diesem Punkt eher skeptisch. „Ich persönlich
halte eine solche Autonomie für nicht sehr realistisch“. Seit 1999
steht die Region unter Verwaltung
der Vereinten Nationen, rund
18.000 internationale Soldaten beteiligen sich an der von der NATO geführten Mission „KFOR”.
Die Bundeswehr zählt mit über 3.200 Soldaten zu den vier größten
Kontingentstellern. Präsident Rugova dankte dem Verteidigungsminister
und der Bundesregierung für ihre Unterstützung, die KFOR leiste eine „ausgezeichnete Arbeit“.
Das
werde auch so lange so bleiben, versicherte Minister Struck, wie
es notwendig ist. Dass die Lage im Kosovo noch keineswegs stabil
ist,
zeigte sich erneut vergangene Woche, als Unbekannte einen
Sprengstoffanschlag auf Rugova verübten.
Der Präsident blieb unverletzt.
Auch für das 10.
deutsche Einsatzkontingent der multinationalen Brigade Süd-West in
Prizren lautet eine zentrale Aufgabe die Schaffung eines „sicheren
Umfeldes“, dies sei auch Voraussetzung für die Rücksiedlung
vertriebener Serben. Ein zusätzliches Risiko ist dabei die
organisierte Kriminalität. Deren Bekämpfung ist zwar in erster Linie
eine polizeiliche Aufgabe, die die KFOR jedoch unterstützt.
Wie
der deutsche Auftrag ganz konkret aussehen kann, sah sich der Minister
bei einem Besuch im christlichen Erzengel-Kloster nahe Prizren an.
Bei
den März-Unruhen vor einem Jahr hatten aufgebrachte Muslime die Anlage
gestürmt und Teile in Brand gesteckt. Die serbisch-orthodoxen Mönche
konnten von KFOR-Soldaten in Sicherheit gebracht werden. Seither wird
das von Stacheldraht, Wachtürmen und Absperrungen umgebene Kloster
rund um die Uhr von bis zu 80 Soldaten bewacht.
(Lars Bessel)
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