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 Politischer Lösungswille?
 Kommentar von Uwe Zeitter
Es ist immerhin eine Meldung wert in der europäischen Presse: Verhandlungen über die Zukunft der Provinz Kosovo sollen beginnen. Eine Entscheidung, die militärische Führer ebenso wie zivile Verwalter in Pristina längst fordern. Es ist unmöglich, dort, wo keine Zukunftsaussichten sind, für Ruhe und Frieden zu sorgen.
Die ungewisse Zukunft der Region schreckt inländische Geldgeber ab und die Wirtschaft kommt so nicht Schwung, wenn man einmal von blühenden mafiosen Strukturen absieht.  Für  ausländische  Investoren ist die Region erst recht kein Thema. Die Arbeitslosigkeit steigt in die Nähe von 100%. Frust und Unzufriedenheit sind die logische Konsequenz. Das mussten deutsche Soldaten nicht zuletzt im März 2004 erfahren. Damals schon ergriff der orthodoxe Bischof von Prizren, Artimije das Wort und nahm die KFOR-Soldaten in Schutz. Er bemängelte in einem Focus-Interview den politischen Lösungswillen der internationalen Staatengemeinschaft. Immer weniger KFOR-Kräfte zeigen im Land Präsenz, der gezielte Schutz wird verringert. Die Zerstörung der serbischen Kathedrale in Prizren war die Quittung. Die Bildung einer neuen „Befreiungsarmee“, die sowohl Polizeikräfte wie auch KFOR zunehmend beschäftigt unterstreicht den Zeitdruck, bevor Tatsachen geschaffen werden.
Sie ist längst überfällig, die Lösung, egal wie sie aussehen mag. Aber ebenso überfällig wie sie ist, so viel Fingerspitzengefühl wird den Diplomaten abverlangt. Die Lösungsmöglichkeit kann eigentlich nur aus einem Kompromiß bestehen. Das „Bosnische-Modell“ gerät immer wieder ins Gespräch, dort wurde die Republika Srbska „ausgegliedert“. Eine Abspaltung des serbischen Teils im Kosovo könnte allerdings unschöne Folgen haben: Im schlimmsten Fall könnte damit die Teilung der Stadt Mitrovica, die von Serben wie Albanern gleichermaßen beansprucht wird, besiegelt werden - 16 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer ein bitterer Gedanke.
Zu beneiden ist Martti Ahtissari um seine Aufgabe also nicht, zumal wirklich annehmbare Lösungen nicht greifbar scheinen.
 "KFOR go home"
 Biografie von Matti Ahtisaari
 Der Dayton-Vertrag
 
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