truppen.info: 100 Tage Verteidigungsminister Jung - eine Bilanz
jüngste Beiträge
Aus den Einsätzen
Sicherheitspolitik
Wir suchen Ihre Fotos
Linkliste
Link eintragen
Laufbahnportraits
Der Weg zum Offizier
Der Weg zum Unteroffizier
Dienstgradabzeichen
truppen.info-Quiz
Spiele
Downloads
Buchtipps
Für Webmaster
 
MCKimme


 "In Berlin nichts Neues"
 100 Tage Verteidigungsminister Jung - eine Bilanz
Berlin [28.02.06]. Ein Toter, zwei geschasste Generale und viele tausend Flugkilometer – die 100-Tage-Bilanz des neuen Verteidigungsministers fällt knapp aus. Nur selten treffen auf der politischen Bühne Prognosen genauso ein, wie sie gestellt wurden, in diesem Fall ist das anders – bereits zur Amtseinführung von Franz Josef Jung (CDU) kommentierte truppen.info: „Zu offensichtlich ging es bei der Besetzung der Ministerposten um Parteiproporz. Nur so ist es zu erklären, dass jemand Verteidigungsminister geworden ist, dessen fachliche Qualifikation eher im landwirtschaftlichen denn im militärischen Bereich zu finden ist. Ganz offensichtlich postierten die größten Kritiker Merkels, Stoiber und Koch, "ihre" Männer rund um die designierte Kanzlerin. Dabei spielte es keine Rolle, welche fachliche Qualifikation diese Personen haben.“
Dr. Franz Josef Jung
Reden machte der neue Minister von sich in erster Linie bei der Diskussion um den Einsatz der Bundeswehr während der Fußball-Weltmeisterschaft. Sein striktes „Nein“ im Streit mit Innenminister Wolfgang Schäuble (ebenfalls CDU) wirkte zumindest eindeutig und brachte ihm erste Pluspunkte in der Truppe. Alles andere hätte jedoch auch eindeutig dem Grundgesetz widersprochen. Ansonsten verbrachte Jung viel Zeit mit der Flugbereitschaft – auf dem Weg von Einsatzland zu Einsatzland und von Verbündetem zu Verbündetem. Hinzu kamen die Antrittsbesuche bei der Truppe daheim. Großes Interesse oder gar Nähe zu den Soldaten war ihm dabei selten anzumerken, von Detailwissen ganz zu schweigen. Seinem Vor-Vorgänger Rudolf Scharping (SPD) sagte man nach, er kenne jedes Panzerkettenglied mit Vornamen, dessen Nachfolger Peter Struck (ebenfalls SPD) attestierte man Visionen. Mit Jung dagegen verbindet man bislang noch nichts.
„Blass und oberflächlich“ urteilen politische Beobachter über den Fachminister, dessen Fach die Bundeswehr auch nach 100 Tagen noch nicht zu sein scheint. Die Entlassung der Generale Ruwe und Dieter mag ein weiteres Indiz sein, wie wenig rund es auch im Ministerium läuft. Und das in einer Zeit des Umbruchs, in der deutsche Soldaten Wacht halten zwischen Elbe und Hindukusch – und dabei auch sterben. In diesem Zusammenhang machte Jung in den vergangenen Tagen allerdings einen über die Parteigrenzen hinweg für gut befundenen Vorschlag: ein Mahnmal für im (Kriegs-) Einsatz gefallene Bundeswehrsoldaten.
Zur Amtseinführung am 22. November fand man auf der Internetseite des neuen Ministers unter franz-josef-jung.de noch ausschließlich Informationen über seine Tätigkeit im hessischen Landtag. Das hat sich geändert, heute wird man dort begrüßt vom Bundesverteidigungsminister aus Berlin. So ganz trennen mag sich der Hesse allerdings nicht von seiner Zeit in Wiesbaden, denn unter seinen „Links“ finden sich durchaus auch noch die alten Seiten …
(Lars Bessel)

Verteidigungsminister Jung bei seinem Antrittsbesuch bei der Luftwaffe in Wittmund: "Nähe zu den Soldaten war ihm dabei selten anzumerken".
Fotos: Zeitter
 Kommentar: 100 Tage Verteidigungsminister Jung
 
Anzeigen
Ihre Werbung hier?
Anzeigen
Kreuzfahrt-Schn�ppchen
   Diese Seite empfehlen      Sitemap    Archiv    Impressum    Kontakt 
(c) 2005 by www.truppen.info