truppen.info: Konversionsatlas 2005
jüngste Beiträge
Aus den Einsätzen
Sicherheitspolitik
Wir suchen Ihre Fotos
Linkliste
Link eintragen
Laufbahnportraits
Der Weg zum Offizier
Der Weg zum Unteroffizier
Dienstgradabzeichen
truppen.info-Quiz
Spiele
Downloads
Buchtipps
Für Webmaster
 
MCKimme


 Kampfmittelräumdienst im Dauereinsatz
 Ex-Standort Engstingen zu 50 Prozent verkauft – Zeitplan gesprengt
Engstingen [06.10.05]. Äußerlich hat sich das Gesicht der „Muna Heid“ wenig verändert, auch zwölf Jahre nach dem Abzug der letzten Bundeswehrsoldaten bekommt man als Besucher unweigerlich das Gefühl, in einer Kaserne zu sein. Doch der erste Eindruck trügt: auf der alten Eberhard-Finckh-Kaserne steht mittlerweile nicht nur „Gewerbepark Engstingen-Haid“ drauf, es steckt auch schon jede Menge Gewerbe drin. So ganz zufrieden ist Manfred Jungbeck vom Zweckverband dennoch nicht – an sich sollten bereits 70 Prozent der insgesamt 21 Hektar verkauft sein, bislang haben aber erst 50 Prozent der Fläche den Besitzer gewechselt.

Noch viel zu tun gibt es in der ehemaligen Kaserne
in Engstingen auf der Schwäbischen Alb.
Fotos: Müller
„Wir haben keine Fehler gemacht“, so Jungbeck, das Problem seien die Altlasten. Im Jahr 1938 hatte die Wehrmacht Großengstingen als Standort für die Lagerung von Bomben und Munition ausgesucht. Die Munitionsanstalt Haid war deshalb auch bevorzugtes Ziel alliierter Bomber, bis die gesamten Bunker und Bombenstapel schließlich bei Kriegsende durch die Deutschen gesprengt wurden. 1958 rückten dann die ersten Soldaten der Bundeswehr in die neu erbaute Kaserne ein. Für 13 Millionen D-Mark wurde das Areal letztendlich von den Gemeinden Trochtelfingen, Engstingen und Hohenstein erworben.
Die Folgen des Zweiten Weltkrieges bekommt der Zweckverband noch heute zu spüren: Bevor ein Grundstück verkauft werden kann, muss der Kampfmittelräumdienst den gesamten Boden untersuchen, die dadurch entstehende Verzögerung hat schon manchen Investor abgeschreckt. Trotz der Schwierigkeiten haben sich aber bereits viele Unternehmen in den alten und neuen Gebäuden niedergelassen, seien es Handwerksbetriebe, IT-Firmen oder Vereine. Und auch Gastronomen haben den „Hydepark“, wie das Gewerbegebiet bereits von einigen genannt wird, für sich entdeckt. Das alte Soldatenheim war eines der ersten Gebäude, dass seinen Betrieb wieder aufgenommen hat – als Tagungszentrum.
Viel alte Bausubstanz ist jedoch nicht mehr übrig. Nach der Stilllegung 1993 wurden außer den Funktions- und Wirtschaftsgebäuden alle Unterkünfte abgerissen. „Das war alles aus den 50er und 60er Jahren. Der Ausbau und die Dämmung wären zu teuer geworden, eine wirtschaftliche Nutzung wäre nicht möglich gewesen“, sagt Manfred Jungbeck. Die übrigen Gebäude wurden aus- und umgebaut, so dass sie ihren heutigen Zweck erfüllen.
Nach einer Durststrecke sind seit vergangenem Jahr auch wieder einige Investoren an dem Gelände interessiert. Der ursprüngliche Zeitplan scheint dennoch gesprengt: „Das Ziel, bis 2015 alles zu verkaufen, werden wir wohl nicht mehr erreichen“, meint Manfred Jungbeck. Er bleibt dennoch optimistisch, immerhin ist die halbe Wegstrecke ja bereits geschafft.
(Stan Müller)
Itzehoe (Schleswig-Holstein)
Nagold (Baden-Württemberg)
Zeitz (Sachsen-Anhalt)
 
Standortschließungen: Verlierer ist Ostdeutschland
Experten warnen vor Kollaps – Forderung nach Förderprogrammen
Das sagen die Bundesministerien für Verteidigung und Finanzen
Übersichtskarten
4 Beispiele, wie ehemalige Standorte mit dem Truppenabzug umgehen
Kommentar: Katastrophe oder echte Chance?
 
Anzeigen
Ihre Werbung hier?
Anzeigen
Der
   Diese Seite empfehlen      Sitemap    Archiv    Impressum    Kontakt 
(c) 2005 by www.truppen.info