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 "Where the iron crosses grow"
 Kommentar von Uwe Zeitter
Es geht in eine neue, noch nie gesehene Runde: Das Selbstdarstellungsverlangen einiger weniger Soldaten. Früh schon war es längst nicht mehr ausreichend, dass man eine schwarz-rot-goldene Bandschnalle mit der Aufschrift IFOR, SFOR oder KFOR tragen durfte. Wer diese noch nicht hatte, war ja eigentlich gar kein Soldat. Die „inflationäre“ Vergabe der Auszeichnungen sorgte schon bald für Unmut. Es reichte nicht eines der Einsatzkürzel mit stolz geschwelltem Brüstchen zu Markte zu tragen, denn nahezu jeder Soldat links und rechts konnte dies auch tun. Also wurde der Ruf nach neuen Stiftungen laut. Wiederholungszahlen wie beim Sportabzeichen und die Stufen silber und gold wurden geschaffen.
Ich habe mich immer gefragt warum. War ich ein besserer Kontingentsoldat, wenn ich am Ende einen „Button“ angeheftet bekomme, habe ich meinen Auftrag deswegen besser oder schlechter erfüllt? Wohl kaum! War ich wegen einer Auszeichnung im Einsatz, oder weil ich es als Teil meines „Jobs“ als Soldat verstanden habe. Und eigentlich habe ich nach lange gequälten Parolen wie „One Team - one Mission“ das von allen Kameraden vorausgesetzt. Oder ist am Ende doch der Einsatz eines „Gold-Soldaten“ mehr Wert als der eines Neulings, oder leistet der dann zurück in der Heimat mehr?
Man mag mir vorwerfen, dass ich keinen Bezug zu Auszeichnungen habe - heute x Jahre nach meinen Einsätzen und nach meiner aktiven Dienstzeit verstauben die Medaillen relativ unbeachtet an meiner militärischen „ich-hab-mich-lieb“-Wand. Sie ist bei weitem nicht allen Besuchern zugänglich.
Während ich mir noch überlege, ob ich etwas falsch verstanden habe, erwächst die Forderung nach Differenzierung. Ein Patrouillenführer lebe ja schließlich viel gefährlicher - kann man zwischen den Zeilen der Petition lesen - der „Küchenbulle“, der ihm den Mampf für den angenommen Kampf besorgt, sitzt ja nur im Feldlager, er hat keine solche besondere Auszeichnung oder Würdigung nötig.
Wenn nun jemand bereit wäre die Neustiftung eines Eisernen Kreuzes zu fordern, weil er der Auffassung ist, dass ein im Einsatz, zum Beispiel durch eine Mine, schwer verwundeter Kamerad eine besondere Auszeichnung verdient habe und sich nicht noch mit dem Dienstherrn auseinandersetzen sollte, hätte er mein vollstes Verständnis. Besonders dann, wenn dem Kameraden vielleicht sogar wegen dieser Kriegsfolge eine Verpflichtung als Berufssoldat verwehrt bleibt. Diese Gedanken vermisse ich in der Petition. Statt dessen geht es einmal mehr um die Abgrenzung vom „Innendienst“ in einem Feldlager. Braucht die Bundeswehr wirklich eine neue Auszeichnung, die in wenigen Jahren abermals inflationär an Generationen von Patrouillensoldaten vergeben würde? Ich habe da meine Zweifel.
Zugleich beklagt der Petent, dass auch Soldaten, wie alle, die in diesem Land leben, das sie verteidigen sollen (wo auch immer das geschieht) immer mehr Einschnitte hinnehmen müssen und, dass die Soldaten in der Öffentlichkeit kaum Rückhalt haben. Ich bin mir sicher, dass dies mit einer Auszeichnung wie dem Eisernen Kreuz kaum möglich ist. In einer Gesellschaft, die sich mit Soldaten von Hause aus schwer tut, wäre ein martialisches Zeichen wohl nicht förderlich. Zumal sich die Bundeswehr selbst mit der Tradition aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges schwer tut, soll man das von Menschen, die in der Zeit des Zweiten Weltkriegs geboren wurden, erwarten. Es ist nun einmal so, die letzte Stiftung eines „Eisernen Kreuzes“ stammt aus dieser Zeit und der Beigeschmack bleibt, egal wie man das Kreuz wendet.
Man müsste wohl sehr genau abwägen, wer eine solche Auszeichnung erhalten soll. Der in der Petition genannte Kreis von Soldaten erscheint mir zu groß gefasst.
Und noch ein letzter Gedanke:
„I will show you, where the iron crosses grow“ – „Ich werde ihnen zeigen, wo die Eisernen Kreuze wachsen“, der Dialog zwischen Feldwebel Steiner und Hauptmann Stransky stammt aus dem Film „Steiner - Das Eiserne Kreuz“. Er zeigt deutlich, welche außergewöhnlichen militärischen Leistungen mit dieser Auszeichnung früher belohnt wurden. Leistungen, die aber noch heute auch als solche höchst umstritten sind. Viele Träger dieser Auszeichnung sind längst aus der Namensgebung der Kasernen verschwunden.
Kein deutscher Soldat, von einigen Spezialisten vielleicht einmal abgesehen, sah sich seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges - Gott sei Dank - in so heftige und so langanhaltende Kampfhandlungen verwickelt. [20.04.07]
Neustiftung eines Symbols angeregt
Die Petition
 
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