Die ZAW ist für Unteroffiziere
eine Voraussetzung zum Abschluss der Laufbahnlehrgänge. Unterschiedlichen
Verwendungen sind als Voraussetzung bestimmte Berufsbilder zugeordnet. Für
alle Soldaten ohne den entsprechenden "Eingangsberuf" ist die ZAW
gedacht. Martina Meyer hatte bei ihrer Verpflichtung bei der Bundeswehr keine
abgeschlossene Berufsausbildung vorzuweisen. "Ich bin recht froh, über
die Möglichkeit hier erst einmal einen Berufsabschluss erwerben zu können",
sagt Martina Meyer. Auch wenn sie mit dem Berufsbild Bürokauffrau gut
leben kann hofft auch sie, wie vermutlich die meisten der anderen in der
Klasse auch, dass sie nicht in den Beruf "zurückkehren" werden.
Unmittelbar nach dem Abschluss könnte das vielleicht sogar klappen,
meint Martina Meyer, aber ob etwas vom Wissen nach den anstehenden Dienstjahren
noch übrig bleibt, ist sie sich nicht so ganz sicher.
Vermittelt wird den Teilnehmern der Ausbildungsstoff, den auch die zivilen Azubis
in der Berufsschule vermittelt bekommen. Der Unterricht findet durch zivile Ausbildungsträger
statt, die die Dozenten für die Fächer Datenverarbeitung, Wirtschaftslehre
oder Rechnungswesen stellen. Im Falle von Martina Meyer ist dies die Wirtschaftsakademie
Neubrandenburg e.V. Nach knapp einem Jahr „gründen“ die Teilnehmer
ihre eigene Übungsfirma, um auch praktische Erfahrungen sammeln zu können.
Dieses Unternehmen nimmt, quasi als Praktikum, etwa ein halbes Jahr der Lehrzeit
ein. Dann geht es auch schon die heiße Phase, die durch die Prüfungsvorbereitung
bestimmt wird.
Neben den täglichen Unterrichtseinheiten dürfen die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer natürlich auch nicht vergessen, dass sie Soldaten sind. Im
Wochendienstplan haben auch die entsprechenden Sporteinheiten einen Platz. Um
die militärische Vorgesetzenstruktur zu wahren, unterstehen die Soldaten
für die Zeit der Ausbildung der Flugabwehrraketengruppe, die auf dem Fliegerhorst
in Neubrandenburg stationiert ist. Finanziert wird die Ausbildung übrigens
aus Mitteln des Berufsförderungsdienstes der Bundeswehr. Verrechnet werden
die finanziellen Leistungen und die Freistellung vom militärischen Dienst
im Ausbildungszeitrum der ZAW am Ende der Dienstzeit mit den Ansprüchen,
die sich Soldaten durch ihre Dienstzeit (je nach Verpflichtungsdauer) erworben
haben.
Ob Martina Meyer von sich aus eine Ausbildung zur Bürokaufmann angestrebt
hätte, ist eher fraglich. Dennoch kommt sie in der Klasse sehr gut zurecht. "Der
Stoff fällt mir recht leicht, ich kann gehörtes gut aufnehmen und behalten",
erzählt Unteroffizier Meyer. Einige Semester Wirtschaftspolitik, die hinter
ihr liegen und ein Mathematik Leistungskurs zahlen sich hier zusätzlich
aus. Mit dem entsprechenden Überblick kann sie die Kameraden in der Ausbildung
noch etwas unterstützen. Für Martina Meyer eine effektive Art das erworbene
Wissen zu vertiefen. Die aktuellen Ergebnisse geben ihr Recht und so kann sie
die Prüfungen derzeit auch recht entspannt erwarten.
Wie in der Schule oder Berufsschule überprüfen die Dozenten natürlich
auch in dieser Ausbildung den Wissensstand der Schüler mit Leistungskontrollen.
In der Klasse ist Martina Meyer übrigens mit ihren 25 Jahren die Zweitälteste,
die meisten Mitschülerinnen und Mitschüler sind unmittelbar nach der
Schule in die Bundeswehr eingetreten. Für Meyer, die mit 120% Leistung im
Berufsleben stehen möchte, ist das vielleicht der Grund, warum sie sich
manchmal nicht auf die Schulbank, sondern den Kindergarten zurückversetzt
fühlt. Dass es in der Klasse manchmal nicht ganz so zielstrebig zu geht,
mag auch daran liegen, dass die Soldaten die Kenntnisse des Bürokaufmanns
nur zweitrangig brauchen und das Wissen in der verkürzten Ausbildungszeit
viel intensiver und komprimierter vermittelt werden kann, als das bei Ausbildungen
im Betrieb möglich ist. |