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 „Eine Dummheit ist erlaubt....“
Appen (uz) [01.07.08]. Ein Werdegang bei der Bundeswehr sei nicht gerade vorgegeben gewesen, denkt Martin Brehl zurück, als die Frage nach dem „Warum“ dieser Wahl des Arbeitgebers gestellt wird. „Mein Vater war bei der Bundeswehr und ich habe viele weitere Soldaten in der Bekanntschaft, wurde aber nie zur Bundeswehr gedrängt“, erzählt er. Eine gewisse Freude habe er mit seiner Bewerbung trotzdem ausgelöst. Für seine Fahrt zur Offizierbewerber Prüfzentrale der Bundeswehr (OPZ) habe er einen nicht ganz ernst gemeinten Rat mitbekommen: „Meine Eltern sagten: Denk daran, zum Heer geht man nicht“, grinst Martin Brehl. Es hat geklappt. 12 Jahre war er als Soldat bei der Luftwaffe und arbeitet heute als zivilangestellter Historiker an der Unteroffizierschule der Luftwaffe (USLw). „Ich bin mir aber sicher, dass ich nicht enterbt worden wäre, wenn ich zum Heer gegangen wäre“, schmunzelt er. Sein Werdegang war nämlich durchaus infanteristisch geprägt. „Ich habe mich schon immer irgendwo im Bereich der Luftwaffensicherungstruppe gesehen“, erzählt Brehl. Verwendungen in den Luftwaffenausbildungsregimentern (LAR) und an der Unteroffizierschule der Luftwaffe haben diese Präferenz erfüllt.
Als angehender Offizier hat er an der Universität der Bundeswehr in Hamburg Geschichte, Pädagogik und Politikwissenschaften studiert. Die Wahl der Studienfächer erfolgte damals allerdings viel weniger aus Karriere-Gesichtspunkten, sondern vielmehr aus persönlichem Interesse. „Ein Geschichtsstudium hat mich damals einfach interessiert. Ich dachte mir damals, eine Dummheit im Berufsleben ist erlaubt – das studiere ich, auch wenn ich damit später keinen Job finde“, begründet Brehl seine Wahl.
Lebenslauf
Angestellter
Martin Brehl
1969
in Fulda geboren

1990
Abitur

1. Juli 1990
Diensteintritt zur Allgemeinen Grundausbildung bei der 7. Luftwaffenausbildungsregiment 3 in Roth

ab Oktober 1990
Offizierlehrgang an der Offizierschule der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck

ab Juli 1991
als Fahnenjunker in Essen-Kupferdreh eingesetzt

ab Oktober 1991
Studium der Geschichte, Pädagogik und Politikwissenschaften an der Universität der Bundeswehr in Hamburg

1994
Teilnahme am Lehrgang Pionierdienst aller Truppen

ab April 1995
Zugführer Allgemeine Grundausbildung im Luftwaffenausbildungsregiment in Ulmen

ab 18. Juni 1996
Fachlehrer „Innere Führung“ an der Unteroffizierschule der Luftwaffe in Appen/Pinneberg

ab April 1998
Hörsaalleiter in der 13. Inspektion der Unteroffizierschule der Luftwaffe in Pinneberg
(Feldwebellehrgänge, Führungstraining, Lehrgang für Ausbildungsfeldwebel)

30. Juni 2002
Dienstzeitende

ab 1. Juli 2002
Wehrübung im Dienstgrad Hauptmann

seit 1. April 2003
Fachlehrer für politisch-historische Bildung an der Unteroffizierschule der Luftwaffe
(Angestellter)

Als sich seine Verpflichtungszeit dem Ende neigte und er die Entscheidung, dass er nicht Berufssoldat werden wolle, felsenfest getroffen hatte, kümmerte er sich um eine neue berufliche Aufgabe. Ein weiterer Ausbildungsgang im Bereich Personalentwicklung war bereits vollendet. Nur wenige Wochen vor seinem Dienstzeitende wurde Brehl zu einer Stammweiterbildung befohlen. „Damals ging es um die neue Struktur und die Dienstposten der Unteroffizierschule“, denkt Brehl an einen nahezu denkwürdigen Tag zurück. Für ihn schien die Veranstaltung damals völlig überflüssig zu sein, war er sich doch sicher, dass seine Tage an der Ausbildungseinrichtung im südlichen Schleswig-Holstein gezählt seien. „Mit wenig Motivation habe ich mich in dieser Weiterbildung wohl irgendwohin in die Karibik geträumt“, schmunzelt Brehl. Eher beiläufig fiel sein Blick auf ein Dia des Vortrages, als die Stelle eines zivilen Historikers als Fachlehrer für politisch-historische Bildung angezeigt wurde. Eine Stelle, die für ihn wie geschaffen schien.
Das Archiv der Unteroffizierschule der Luftwaffe liegt nicht nur im Verantwortungsbereich von Martin Brehl, es ist auch eine wichtige Informationsquelle für den Historiker.
Eine Auffassung, die dann auch die Führung der USLw teilte. Allerdings klappte es nicht, dass er den Dienstposten unmittelbar nach seinem Ausscheiden besetzen konnte. Einen Großteil der Zeit überbrückte er mit einer Wehrübung.
Im Gegensatz zum Geschichtsanteil seines Studiums hat ihn das pädagogische Standbein in seinen Verwendungen verfolgt. Egal ob als Zugführer im LAR oder Hörsaalleiter an der USLw, das richtige Lehren war immer gefragt. Und für Martin Brehl war es immer wichtig, nicht nur einen Unterricht durchzuziehen, sondern sein „Publikum“ zu erreichen. Vielen angehenden Feldwebeln, die er an der USLw unterrichtet hatte, hat er neben dem prüfungswichtigen Stoff so wohl ein Beispiel an der Meßlatte eigenen Anspruchs vermittelt. Auch heute ist das noch so, vielleicht noch mehr. Denn in seiner derzeitigen Aufgabe als Fachlehrer hat er sich vorgenommen, den Soldaten den Stoff lebendig und zeitgemäß zu vermitteln. Im Gegensatz zu seiner früheren Aufgabe hat er die Lehrgangsteilnehmer nun für einen Themenbereich zu begeistern, der nicht relevant für die Laufbahnprüfungen ist. Im dichtgedrängten Lehrplan kann dies durchaus ein Manko sein. Ansonsten sei der Unterschied zwischen seinen letzten Jahren als Soldat und den ersten Monaten als Angestellter gar nicht so riesig gewesen, betont Brehl. Manche Kameraden hätten ein wenig seltsam geschaut, als er plötzlich ohne Uniform an der Schule gewesen sei, erzählt er.
Nur eine Sache habe ihm Schwierigkeiten bereitet: „Es hat wirklich lange gedauert, bis ich mir den militärischen Gruß abgewöhnt hatte“, erinnert er sich an manche Situation, die wohl auch beim Gegenüber für Schmunzeln gesorgt hatte.
An seinem heutigen Arbeitsplatz hat Brehl eine Menge Einfluß. Der Fachbereich war vorher weitgehend verwaist und als erster Historiker der Schule konnte er viel prägen. Neben der Übernahme des Archivs entwickelte Brehl die Lehrsammlung der Unteroffizierschule. Hier können sich die angehenden Unteroffiziere und Feldwebel mit der Rolle der Unteroffiziere in den deutschen Luftstreitkräften auseinandersetzen. Neben einem kurzen Vortrag sind die Lehrgangsteilnehmer vor allem in Gruppenarbeiten gefordert.
Für den Fachlehrer bedeutet das unterschiedlichste Aufgaben zu bewältigen. „Die Arbeit ist mehr am, für Historiker eher ungewöhnlich, hochtechnisierten Computerarbeitsplatz, als im verstaubten Archiv“, erzählt Brehl aus seinem Alltag. Dennoch, die Archivierung und das Auswählen von Exponaten bringt immer noch genügend staubige Aufgaben mit sich. Gute Kontakte helfen Martin Brehl weiter. Zur Vorbereitung der Ausstellung „50 Jahre Luftwaffe“ war er für einige Wochen im Luftwaffenmuseum der Bundeswehr in Berlin-Gatow tätig. Eine Verbindung, die ihm das eine oder andere Exponat für die eigene Lehrsammlung eingebracht hat. Die Gruppe der Historiker sei in der Luftwaffe ohnehin sehr überschaubar, wie Brehl festgestellt hat, da kennt und hilft man sich.
Militärhistorische Weiterbildung, der Stoff von Martin Brehl gehört nicht gerade zu den Lieblingsfächern der Soldaten - vor der Ausbildung zumindest.
Im näheren Umland ist der Historiker auch ein gefragter Fachkundiger, wenn es um militärische Dachbodenfunde geht. „Einige rufen hier in der Kaserne an, wenn sie was finden, was nach Soldaten aussieht“, berichtet er. Einzelne schöne Exponate hat er dabei schon für die Bundeswehr sicherstellen können. Sei es für die eigene Lehrsammlung oder auch für andere Dienststellen. Anderes hat er an das Bundesarchiv / Militärarchiv vermittelt.
Seine derzeitigen Räumlichkeiten sind nur eine Übergangslösung. „Hier übernehme ich alle Aufgaben vom Hausmeister bis zum „Vorturner‘“, scherzt Brehl. Er hat sich mit der Sammlung im ehemaligen Offizierheim der Unteroffizierschule eingerichtet. Eine Villa soll in den nächsten Jahren für die Sammlung umgebaut werden. Bei Planungen nimmt der Historiker auf jeden Fall schon einmal in beiden Räumlichkeiten Maß.
Für den ehemaligen Offizier ist es ein Vorteil, dass er viele Jahre lang den Unteroffiziernachwuchs durch die Ausbildung begleitet hat. Besonders bei einzelnen eher unmotivierten Zuhörern kann er mit seinem Wissen fehlende „Motivation“ durch den entsprechenden Nachdruck kompensieren. „Ich kann natürlich auch noch kurz Nachhilfestunden zum Thema ‘Vorgesetztenverhältnisse‘ geben und die Dinge beim richtigen Namen nennen“, berichtet er mit einem Lächeln. Ansonsten geht Brehl natürlich viel lieber offen auf seine Lehrgangsteilnehmer zu und stimmt die Ausbildung auf sie ab. Der Verlauf hängt immer auch von der Tagesform ab, sowohl von der des Fachlehrers als auch von der des Hörsaals. So ist jeder Ausbildungstag aufs neue spannend. Auch seine Ausbildung selbst stellt er ständig auf den Prüfstand. Vor allem auch deshalb, weil er im ehemaligen Casino meist allein unterwegs ist. „Ich hoffe, dass ich merke, wenn ich ein Programm abspiele, ohne auf die Soldaten einzugehen. Regelmäßig bitte ich auch andere mir zuzuhören, wenn sich die Möglichkeit ergibt“, erzählt der Fachlehrer.
Für Brehl ist es im Nachhinein einfach nur Glück, dass er sein Hobby zum Beruf machen konnte oder wie er es formuliert, dass er mit der brotlosen Kunst seines Studienzweiges einen solchen Arbeitsplatz gefunden hat.
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