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 Auf der Suche nach neuen Herausforderungen
Eckernförde (uz) [08.04.10]. Schon nach wenigen Jahren bei der Bundeswehr wusste Obermaat Stefan Kölbl, dass er dringend eine besondere Herausforderung braucht. Diese Herausforderung hat der gelernte Koch nun erst einmal gefunden. Er ist, wenn man Rückschlüsse aus den Nachfragen an ihn schließen darf, eines der wichtigsten Besatzungsmitglieder auf dem Unterseeboot U32. Das Boot ist eines der beiden ersten Einheiten der Klasse 212 A, die die Bundeswehr in Dienst gestellt hat, und hat seinen Heimathafen in Eckernförde.
Obermaat Kölbl ist der Smut des Bootes und sorgt als „Alleinkoch“, wie es in dem Gastronomie-Jargon heißt, für die Versorgung von bis zu 34 Besatzungsmitgliedern.
 Lebenslauf
Obermaat
Stefan Kölbl
Portrait Jeanette Ast
1985 in Halberstadt geboren

2002 Mittlere Reife

2002 - 2005
Ausbildung zum Koch

2005
Diensteintritt zur Grundausbildung in List (Sylt)

anschl. Versetzung als Koch (Smut) auf den Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“

seit 2008
Smut auf U32
Kaum eine Viertelstunde vergeht an Bord, ohne dass der Koch nach dem nächsten Menü gefragt wird. Kassler Braten mit grünen Bohnen und Kartoffelecken stehen an diesem Tag auf dem Speiseplan. Aus Sicht des Kochs ein eher unproblematisches Menü. „Es gibt schon auch Tage, an denen die Gerichte bei der Besatzung weniger gut ankommen“, weiß Kölbl zu berichten. Einen Einfluss auf den Menüplan hat er aber selbst nicht. Der wird von einem Verpflegungsmeister aus dem Standort vorgegeben. Lediglich in der Wahl der Zutaten hat er ein Wörtchen mitzureden, da er seinen Vorrat selbst organisieren muss. „Ich versorge mich meistens mit Tiefkühlprodukten statt Dosengemüse, weil es einfach frischer schmeckt“, plaudert der Obermaat aus dem Nähkästchen. Seine Aufgabe ist es auch, die Besatzung so gut wie möglich bei Laune zu halten. Aufenthalte in Auslandshäfen geben allerdings gelegentlich die Möglichkeit, den Speiseplan durch landestypische Gerichte zu ergänzen.
Der Obermaat weiß, dass er einen entscheidenden Anteil an der Motivation der Besatzung zu verantworten hat. An diesem Tag steht die Besatzung besonders auf dem Prüfstand, sie muss beweisen, dass sie U32 im Griff hat. Sie arbeitet unter den kritischen Augen von Prüfern. Verschiedene Routine-Arbeitsgänge, aber auch Alarmübungen, halten die Soldaten in Atem. Wenn an einem solchen Tag nicht einmal das Essen schmecke, merke man sofort, dass die Stimmung in den Keller gehe, weiß Stefan Kölbl. Bislang so meint der Koch, sei ihm das wohl noch nie passiert. Im Gegenteil, die Frage an den Smut, ob denn nicht vorab ein Stück Kassler im Brötchen machbar sei, bescheinigt die Qualität ebenso, wie die Tatsache, dass die Besatzung ihrem Koch längst eigene Sterne verliehen hat.
Im Hafen sorgt der Smut für das tägliche Mittagessen. Auf See hat er durch den Schichtbetrieb für vier Mahlzeiten pro Tag zu sorgen. Das könne dann auf Dauer mit der Verpflegung um Mitternacht auch schon einmal ein wenig anstrengend werden, erzählt der Obermaat, der sich sonst nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. In solchen Schichten kann es schon passieren, dass es nicht mehr als zwei bis drei Stunden zusammenhängenden Schlaf gibt. Da wird es dann schon anstrengend.
Neben der Verpflegung übernimmt er auch andere Aufgaben an Bord. Als Posten BÜ (Bordübertragung) gibt er Meldungen weiter. Durch die zentrale Lage der Kombüse auf seinem Deck, eine logische Konsequenz. Er greift beim Feueralarm auch zum Schlauch. Seine kleine Küche ist in der Zeit verschlossen und das Kassler gart unbeirrt weiter. „Pfannen versuche ich in solchen Situationen noch vom Herd zu bekommen“, schmunzelt Stefan Kölbl, ansonsten sei die Küche nach einer Übungseinlage schon auch einmal verqualmt und das Essen ungenießbar und er muss von vorne beginnen.
Reichliches Platzangebot: Fehlanzeige! Obermaat Kölbl in seiner Kombüse.
Fotos: Zeitter
Nach seiner Ausbildung fiel dem gebürtigen Halberstadter die Entscheidung zur Bundeswehr zu gehen recht leicht. „Ich fühle mich irgendwie zu Wasser hingezogen“, schmunzelt er. Nach seiner Grundausbildung, die er noch in der inzwischen aufgelösten Liegenschaft auf der Nordseeinsel Sylt absolvieren durfte, fuhr er auf einem Einsatzgruppenversorger und später auf einem Flottendienstboot zur See. Diese Verwendungen führten ihn auch in das erste Kontingent der UNIFIL-Mission vor der Küste des Libanon. Die berufliche Herausforderung, die Kölbl suchte, hatte er in den dortigen Küchenteams nicht gefunden. So bemühte er sich vor zwei Jahren um eine neue Verwendung und fand diese auf U32.
Die Umstellung auf die Raumsituation auf einem Uboot sei schon gravierend gewesen. Viele seiner Lebensmittel werden in entfernten Stauräumen aufbewahrt. Wie alle Bereiche des Boots wurde auch die Kombüse mit optimaler Raumausnutzung geplant. Diese besondere Raumausnutzung fällt auf Ubooten natürlich noch mehr auf, als auf anderen Einheiten der Marine.
„ Das geht nur, wenn wir im Hafen sind“, lacht der Obermaat, während er Kartoffelecken auf ausgelegte Bleche schüttet und fügt hinzu „bei Seegang würden die herunterfallen!“ Gerade diese Herausforderungen sind es aber, neben vielen Freiheiten des Smut, die Kölbl an seiner Aufgabe schätzt. Er könne sich keine schönere Verwendung vorstellen, betont er und weiß zugleich: „Das liegt nicht jedem!“
Natürlich gelten an Bord viele Bestimmungen, die man an Land vernachlässigen kann. Das beginnt bei den Hygiene- und Sicherheitsvorgaben und endet beim augenscheinlich banalen Sichern der Messer, damit sie bei Seegang nicht wegrutschen können.
Sieht gut aus und schmeckt lecker! Das Arbeitsergebnis von Stefan Kölbl zieht schnell hungrige Besatzungsmitglieder an an.
Seine Dienstzeit bei der Marine möchte Kölbl gerne verlängern. Dazu muss er in die Laufbahn der Unteroffiziere mit Portepee, also im Fall der Marine in die Laufbahn der Bootsleute wechseln. Bei der Intension seine Laufbahn fortzusetzen, wird er dann aber das geschätzte Uboot verlassen müssen. Etwas wehmütig klingt er bei der Feststellung, dass er diesen Job als Bootsmann an den Nagel hängen müsse. Mit der Seefahrt muss aber nicht zwangsläufig Schluss sein. Auf größeren Einheiten gibt es wieder entsprechende Dienstposten.
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