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Straffer Arbeitsalltag als „Mutter der Kompanie“ |
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Munster (uz) [20.05.07]. Stabsfeldwebel
Uwe Schenkel ist ein gefragter Mann, vielleicht sogar der
gefragteste in der 2. Kompanie des Panzergrenadierlehrbataillon 92 in
Munster. Der
43jährige ist der Kompaniefeldwebel, der "Spieß" der
Kompanie. Mit Leib und Seele füllt er seinen Dienstposten aus, der
oft auch als die Mutter der Kompanie bezeichnet wird. Dabei
war es nicht einmal unbedingt geplant, dass Schenkel eine Karriere bei
der Bundeswehr
startet. Nach dem Schulabschluss und einer Ausbildung trat
er 1983 zunächst
als Grundwehrdienstleistender, damals noch „W 15“ in die Bundeswehr
ein. Der Dienst machte Uwe Schenkel aber viel Spaß, so dass sich
das Engagement kontinuierlich verlängerte. Über vier und acht
Jahre Verpflichtungszeit entschied er sich schließlich für
eine zwölfjährige Dienstzeit. Parallel fasste er den Entschluss,
sich als Berufssoldat zu bewerben.
Sein weiterer Werdegang führte ihn an die Panzertruppenschule in
Munster. Dort bildete er zunächst angehende Unteroffiziere und Fahnenjunker
aus, bevor er in den Bereich der Schießlehre versetzt wurde. Diese
Verwendung gab ihm die Möglichkeit, sein Wissen und seine Erfahrung
im Umgang mit den Waffensystemen der Panzergrenadiere weiterzugeben, aber
auch, um noch fundierteres Wissen zu gewinnen. Ein Interesse, das den
Stabsfeldwebel ohnehin begleitet, denn auch in der privaten Vereinsarbeit
dreht sich vieles um den Schießsport.
An der Schule war er zusätzlich in Truppenversuche involviert. Beispielsweise
war er dabei, als das Gewehr G36 für die Truppenpraxis getestet wurde.
Es musste, neben vielen anderen prüfenden Blicken, auch denen von
Schenkel standhalten. |
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Lebenslauf |
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Stabsfeldwebel
Uwe Schenkel |
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geboren am 12.8.1963 in Iserlohn
Besuch der Grundschule, Hauptschule und Erwerb des erweiterten Hauptschulabschlußes
in der Heimatstadt
Ausbildung zum Werkzeugmacher
1. April 1983
Eintritt in die Bundeswehr bei
der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillon
202
in Hemer
1989
Versetzung als Stationsausbilder an die Panzertruppenschule in Munster
1992
Wechsel in die Inspektion Schießlehre als Schießlehrer
für Marder, Milan, Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen
Involviert in die Truppenversuche Actus für Marder und G 36
1. Januar 1995
Wechsel als Zugführer in die zweite Kompanie des Panzergrenadierlehrbataillon
92
in Munster.
Nach weiterer Verwendung als Zugführer: Im Sommer 2002 Wechsel auf
den Dienstposten des Kompanietruppführers
anschließend Verwendung als Kompaniefeldwebel
Stabsfeldwebel Schenkel ist verheiratet und Vater einer Tochter |
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1995 ließ ihn
die Bundeswehr zurück in die Truppe kehren, zunächst als Zugführer
und als Kompanietruppführer war Uwe Schenkel im Panzergrenadierbataillon
92 in Munster tätig und absolvierte auch einen Auslandseinsatz im
Kosovo, bevor er Kompaniefeldwebel wurde.
Geprägt wurden seine eigenen Vorstellungen für den Dienstposten von
seinem ersten „Spieß“: „Er hat das vorgelebt, wie man
sich um seine Männer kümmert und somit auch das Ziel gesteckt, das
ich in die Realität umsetzen möchte“, blickt Schenkel zurück.
Mit seinem „Vorbild“, inzwischen einem Oberstabsfeldwebel der Reserve,
hat er heute noch regelmäßigen, telefonischen Kontakt. Früher,
so ist Schenkel überzeugt, habe man viel hierarchischer geführt. Gerade
in dieser Beziehung habe er sich viel abgeschaut: "Das ist nämlich
gar nicht notwendig, wenn man das Vertrauen der Soldaten besitzt", betont
der Stabsfeldwebel. Er habe natürlich auch andere Vorbilder, gesteht der
Kompaniefeldwebel, auch einige, die ihm eine andere Konsequenz als Vorsatz hinterlassen
haben: „Oft habe ich natürlich auch gedacht, dass etwas nicht gut
ist und mir vorgenommen: 'wenn ich mal „Spieß“ bin, mache ich
das anders!'“
Dabei hat sich das Bild des Kompaniefeldwebels seit seinem Diensteintritt sehr
verändert: „Während er sich früher noch um seine Männer
kümmern konnte, versinkt er heute leicht in Papierbergen“, denkt Uwe
Schenkel laut. Die schnelleren Kommunikationswege, wie eMails oder Lotus Notes,
wie sie bei der Bundeswehr nach dem Produzenten des Systems genannt werden, verstärken
den Effekt. Seinen Arbeitsalltag muss der Kompaniefeldwebel dafür schon
sehr gut koordinieren, um alles im Griff zu behalten und trotzdem den Soldaten
zur Verfügung zu stehen, die seinen Rat und seine Erfahrung in Anspruch
nehmen wollen.
Dabei kann Schenkel auch auf den Rückhalt seiner Familie zählen:
Seine
Frau kümmert sich auch um die Angehörigen der anderen Dienstgrade in
der Kompanie. „Sie ist eine richtige „Spieß-Frau“, die
gemeinsame Treffen organisiert und so den Zusammenhalt auch außerhalb des
Kasernenzauns fördert“, erzählt der Stabsfeldwebel stolz. Gerade
wenn Auslandseinsätze für die Soldaten auf dem Dienstplan stehen, ist
dies eine wertvolle Ergänzung, betont Schenkel.
„ Auf dem Papier“ hat die Kompanie eine Stärke von 160 Mann,
rund 120 sind derzeit vor Ort. Abwesenheiten ergeben sich aus Einsatzvorbereitungen,
Krankheit und Ausbildungsmaßnahmen.
Durch die Routineversetzungen und die
kurze Wehrpflicht treffen jedes Quartal neue Soldaten in der Kompanie ein. So
sieht sich Schenkel einem ständigen „Namenlernen“ gegenüber. „Viele
kennt man schnell, weil sie auffallen, sei es positiv oder negativ - bei anderen
braucht man etwas länger. Aber ich kann jeden mit Namen begrüßen“,
plaudert der „Spieß“ aus dem Nähkästchen.
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Normalerweise ist Schenkel
ab 6.30 Uhr in der Kompanie anwesend und bearbeitet
mit einem Geschäftszimmersoldaten die Kranken- und Stärkemeldungen.
Um 7 Uhr gibt es das tägliche „Update“ des Kompaniechefs mit
seinen Teileinheitsführern, dem Einsatzoffizier und dem Kompaniefeldwebel.
Dort werden auch die anstehenden Aufgaben und Vorhaben koordiniert. Danach kümmert
sich Uwe Schenkel um „das Papier auf seinem Schreibtisch“. Dazu gehören
Meldungen, Terminabsprachen mit dem Sanitätsbereich oder Fachärzten,
dem BfD und Personalunterlagen wie Beurteilungen, Dienstzeugnisse, Kommandierungen,
Versetzungen und Lehrgangsplanung. Letztere koordiniert der Kompaniefeldwebel
zusammen mit dem Kompanietruppführer, der auch sein Vertreter ist. Gerade
durch die wachsende Zahl von Auslandseinsätzen für den einzelnen Soldaten
wird der Koordinierungsbedarf größer. Zwischendurch macht der Kompaniefeldwebel
seine Kontrollgänge: „Ich achte schon darauf, dass sich die Soldaten
nicht ausrechnen können, wann ich was kontrolliere“, berichtet Uwe
Schenkel. Dabei geht es nicht um Schikane, sondern schlicht und einfach darum,
dass die Vorgaben, gerade die der Reinigung von Stuben und „Revieren“,
eingehalten werden. |
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Ein gutes Verhältnis zu seinen Soldaten, Förderung des Kompanie-Korps
und eine eingespielte Zusammenarbeit mit den Soldaten in seinem Geschäftszimmer:
Das Bild des Kompaniefeldwebels hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt.
Fotos: Zeitter |
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Die Mittagspause nutzt der Stabsfeldwebel
meistens, um überhaupt einmal
Zeit für den regelmäßigen Sport zu haben, aber auch, um beim
Mittagessen mal mit Kameraden ein Pläuschchen zu halten. „Früher
war es oft so, dass der Chef und der Spieß als 'unantastbar' galten - oft
musste man erst am Geschäftszimmersoldaten vorbei“, blickt Schenkel
zurück. Er bemüht sich immer für die Soldaten da zu sein, gerade
auch wenn es um die komplexer werdende Laufbahnberatung geht.
In seiner Kompanie legt der „Spieß“ auf ein gutes Miteinander
wert. Das Korps der Kompanieführung ist für ihn wichtig: „Wir
haben ein sehr herzliches Miteinander hier“, erzählt der „Spieß“ nicht
ohne Stolz in der Stimme.
Durch seine Verwendungen an der Schule, wo er immer auf dem ganz aktuellen Stand
der Vorschriften sein musste und die Erfahrung in der Truppe, die dafür
gesorgt hat, dass er jede Schraube an einem Schützenpanzer Marder in- und
auswendig kennt, kann Schenkel auf ein umfangreiches Erfahrungspotential zurückblicken. „Panzergrenadiere
haben ein vielfältiges Aufgabenspektrum, das ist wie Klavier spielen“,
scherzt Uwe Schenkel. Die Verwendungsbreite reicht vom Kraftfahrer oder Schützen
im Marder über infanteristische Aufgaben bis hin zu Spezialisierungen wie
Scharfschütze. „Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass ich
etwas anderes hätte machen können“, sagt Uwe Schenkel zum Abschluß über
seine Berufswahl. |
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