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 „Ich wollte Soldat werden!“
Lütjenburg (uz) [13.11.06]. „Meine Heimat, der Sachsenwald in Stormarn, war sehr oft Verfügungsraum bei freilaufenden Übungen“, blickt Andreas Tedsen zurück. Damals bestaunte der zwölfjährige Andreas die Soldaten, die in der Region übten und durfte sogar einmal auf einem „1,5 Tonner Funk“ sitzen. Das hat den Berufswunsch „Soldat“ geweckt. Nach einer Ausbildung zum Koch und einigen Jahren Berufspraxis als „Alleinkoch“ in einem Altenheim griff er diesen Wunsch wieder auf und wurde er bei seinem Kreiswehrersatzamt vorstellig. „Ich habe mich damals bei der Marine gesehen“, erzählt Tedsen und fügt hinzu: „Da war ich aber auch der Einzigste.“ Seine Einberufung führte ihn zu den Panzergrenadieren, wo er als Feldkochunteroffizier tätig war. Sein Engagement brachte ihm für einige Monate eine der begehrten Stellen im Stammpersonal auf dem Truppenübungsplatz in Shilo (Canada) ein. Dieser Übungsplatz wurde bis ins Jahr 2000 regelmäßig vom Heer für das Training des Gefechts verbundener Waffen genutzt.
Lebenslauf
Hauptfeldwebel
der Reserve
Andreas Tedsen
Portrait Jürgen Graf
geboren am 21. Oktober 1966
in Reinbek (Stormarn)
verheiratet, 2 Söhne

1983-1986
Ausbildung zum Koch

1986-1987
„Alleinkoch“ in einem Altenheim

4. Januar 1988
Diensteintritt in die 4./Panzergrenadierbataillon 162
(Jägerkompanie) Wentorf

1988-1989
Feldkochunteroffizier
1./Panzergrenadierbataillon 163, Wentorf

1990
Stammsoldat auf dem Truppenübungsplatz Shilo (Canada) in der Küche Q9

1991
Versetzung zum Panzergrenadierbataillon 401 in Hagenow
Ausbildung zum Munitions- und Betriebsstofffeldwebel

1992
Beförderung zum Feldwebel

1993
Beförderung zum Oberfeldwebel

1996
Fortbildungsstufe „A“

1999
SFOR-Einsatz in Bosnien-Herzegowina
als Betreuungsoffizier

31. Dezember 2000
Ausscheiden aus dem aktiven Dienst bei der Bundeswehr

2000
Ausbildung zum Heimleiter/ Geschäftsführer bei der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft zur Soldatenbetreuung (EAS)
Übernahme des Soldatenheims „Achtern Diek“ in List auf Sylt
Wehrübung als Betreuungsfeldwebel im Kosovo (OASE im Feldlager Prizren/ ehem. VJ Kaserne)

2002
Wechsel in das Soldatenheim „Uns Huus“ in Lütjenburg
weitere Wehrübung als Betreuungsfeldwebel im Kosovo
(OASE im Feldlager Airfield)

seit 2002
mehrere Wehrübungen als Kompaniefeldwebel beim Panzergrenadierbataillon 32 in Wesendorf
sowie als Batteriefeldwebel beim Panzerflugabwehrkanonenlehrbataillon 6 in Lütjenburg
„Eigentlich wollte ich ja Soldat sein und Feldkoch war für mich nicht besonders soldatisch“, blickt Tedsen zurück. Der Wechsel der Verwendung, verbunden mit einer Versetzung nach Hagenow, konnte hier Abhilfe schaffen. Seine Ausbildung zum Feldwebel meisterte Tedsen als Munitions- und Betriebsstoffwart. Trotz seiner jetzt recht militärischen Verwendung wurde er zu besonderen Anlässen immer wieder zu den Töpfen befohlen. „Mein Kommandeur hätte mich wohl trotzdem lieber als Koch gesehen“, vermutet er.
Obwohl Andreas Tedsen mit Leib und Seele als Soldat gearbeitet hat, wollte er nicht Berufssoldat werden. Seine zwölfjährige Dienstzeit beendete er mit Auslandseinsatz in Bosnien-Herzegowina. Eine Erfahrung, die er nicht vermissen möchte: „Allein die Vorausbildung in Hammelburg hat mich sehr beeindruckt, das war das Beste, was ich in meiner Dienstzeit an Ausbildung erfahren habe“, schwärmt er noch heute. In seinem SFOR-Einsatz wurde er als Betreuungsoffizier seines Stammtruppenteils eingesetzt.
Die Betreuung von Soldaten spielt für ihn aber auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst eine wichtige Rolle. Im Jahr 2000 begann Andreas Tedsen mit der Ausbildung zum Heimleiter und Geschäftsführer bei der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung e.V. (EAS). Der Verein mit Sitz in Bonn und die katholische Arbeitsgemeinschaft haben sich die Verbesserung von Freizeitmöglichkeiten für Soldaten in die Satzungen geschrieben. In vielen Standorten betreiben die beiden Vereine die sogenannten Soldatenheime, die neben Hotel- und Restaurantbetrieb auch über Kegelbahnen, Diskotheken oder andere Räumlichkeiten für Feste und Feiern von Soldaten – aber auch ortsansässiger Vereine - verfügen. Die Soldatenheime sind Begegnungsstätten für Soldaten und Bevölkerung in den Garnisonsstädten.
„Alles wird gut...“: Andreas Tedsen ist als Leiter eines Soldatenheims für seine Gäste da.
Noch vor dem Abschluß der Ausbildung wurde Andreas Tedsen mit der Führung eines der Soldatenheime betraut. Er übernahm das Haus „Achtern Diek“ in List auf Sylt. Doch die EAS hielt für den Familienvater noch eine weitere spontane Überraschung bereit: Kurzfristig trat Tedsen für die EAS eine viermonatige Wehrübung im Kosovo an und zwar als Betreuungsfeldwebel und Leiter der OASE im Feldlager Prizren. „Die Tätigkeit ist fast mit der eines Heimleiters in Deutschland vergleichbar“, erzählt der Reservist. Immer zwei Soldaten sind für eine OASE zuständig. Zur Zeit stehen diese Einrichtungen in Prizren (Kosovo), Kabul (Afghanistan) und Rajlovac (Bosnien-Herzegowina). Einer dieser beiden Soldaten ist immer ein Reservist, der im Dienst eines der beiden Verbände, also EAS oder KAS, steht. So unterstützen die Verbände die Bundeswehr mit einer stark frequentierten Betreuungseinrichtung. Für den neuen Geschäftsführer kam der Einsatz allerdings recht kurzfristig: Durch den Ausfall eines Kollegen mußte ein neuer Betreuungsfeldwebel innerhalb weniger Tage im Einsatzland verfügbar sein. „Ich hatte gerade einmal Zeit für eine Einkleidung“, erzählt er.
Im Jahr 2002 wechselte Andreas Tedsen das ihm anvertraute Haus. Von der Nordseeinsel Sylt ging es für ihn nach Lütjenburg in der Hohwachter Bucht an der Ostsee.
Das Soldatenheim „Uns Huus“ in Lütjenburg stellte den EAS-Mitarbeiter vor ganz neue Herausforderungen. Hier waren es weniger die saisonalen Schwankungen, die den Betrieb erschwerten, hier war es viel mehr eine weitere Aufgabenfülle. Hier wurde Tedsen nicht nur Heimleiter sondern zugleich auch „Chef“ eines Kindergartens, der zum „Uns Huus“ gehört. Auch nach der Übernahme seines derzeitigen Wirkungsbereiches ging es für den Reservisten, der inzwischen zum Hauptfeldwebel befördert wurde, erneut für vier Monate in den KFOR-Einsatz, wo er die OASE auf dem Airfield in Prizren leitete.
Die Betreuung von Soldaten ist eine Aufgabe, die Andreas Tedsen sehr ernst nimmt. Mit seiner unermüdlichen Art und guten Kontakten zaubert er regelmäßig außergewöhnliche Events auf den Terminkalender des „Uns Huus“. Sein Arbeitgeber sieht seine Zukunft daher weniger in den Einsatzregionen. „Einen Andreas Tedsen können wir nicht einfach für vier oder sechs Monate in Lütjenburg ersetzen“, gibt Sören Lingenberg, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der EAS, zu bedenken.

Der „Spieß“ Hauptfeldwebel Andreas Tedsen und der Batteriechef Hauptmann Thomas Kuchenbecker (v.l.).
 
So ist es auch nicht verwunderlich, dass er, als er im Jahr 2002 seine erste Wehrübung „auf deutschem Boden“ antrat, auch eine Aufgabe gesucht und gefunden hat, bei der er für Soldaten da sein kann und muss. Beim Panzergrenadierbataillon 32 in Wesendorf übte er damals erstmals als Kompaniefeldwebel. Auch mit der gelben Spieß- Schnur ist der Reservist ein guter Ansprechpartner für seine Soldaten.
Seine Arbeit und Funktion, die er als Wehrübender übernimmt, liegen gar nicht so weit auseinander, betont der 40jährige. Inzwischen hat er einige Wehrübungen als Batteriefeldwebel im Panzerflugabwehrkanonenlehrbataillon 6 in Lütjenburg, quasi einmal über die Straße, geleistet. „Das hat den Vorteil, dass ich nach Dienst noch mal im Haus nach dem rechten schauen kann“, erzählt der Hauptfeldwebel und fügt hinzu „postalisch sind Kaserne und Soldatenheim ohnehin eine Hausnummer.“ Schnell finde er sich wieder im uniformierten Alltag ein, berichtet Tedsen, so richtig hat ihn die Bundeswehr ja auch nicht losgelassen. Und seine jüngste Wehrübung in der Batterie von Hauptmann Thomas Kuchenbecker kam dem Reservisten Tedsen, die Einheit bereitete sich mit allgemein-militärischen Themen auf einen Übungsplatzaufenthalt vor. Die Verpflegungsfahrt für seine Soldaten bot dem Hauptfeldwebel die Möglichkeit, mit leuchtenden Augen auch sein militärisches Geschick wieder einmal unter Beweis zu stellen. Nur eine große Mühe gibt es im Wehrübungsalltag des Hauptfeldwebel Tedsen: „Mit 'Lotus Notes‘ stehe ich etwas auf Kriegsfuß, ich bin halt ein eher einfacher Infanterist“, grinst er. „Die Arbeit ist durch die elektronischen Wege schnellebiger, aber auch ein Stück weit unpersönlicher geworden, als sie zu meiner aktiven Zeit war“, blickt der Reservist zurück. Der aktive „Spieß“ war für mehrere Wochen auf Lehrgang und Andreas Tedsen und ein weiterer Reservist teilten sich die Vertretung.
Für den Batteriechef ein Glücksfall: „Wir freuen uns sehr, wenn wir Wehrübende bekommen, die Arbeit des Batteriefeldwebels komplett auf den Schreibtisch des Batterietruppführers umzulagern, das geht so gut wie nicht“, betont Hauptmann Kuchenbecker. Er bemerkt aber natürlich auch einen Unterschied zu seinem aktiven „Spieß“: „Vor allem in den relativ neuen Vorschriften zur Personalbearbeitung fällt es auf, wenn ein Soldat schon länger 'draußen‘ ist.“
Andreas Tedsen freut sich, wenn er in einer Batterie oder einer Kompanie gebraucht wird, ganz wie in seinem zivilen Beruf ist er als Wehrübender, wie er sagt, auch gerne die „Mutter der Kompanie“.
 

Jede Menge administrative Arbeiten gehören in das Tätigkeitsfeld des Kompanie-/Batteriefeldwebels.
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