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„Erstmal zur Bundeswehr“ |
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Konstanz (uz) [31.05.09]. Als Peter Renker 1973 nach der Schule
in das Berufsleben starten wollte, stellte er mehrfach fest,
dass er ohne absolvierten Wehrdienst nur geringe Chancen
hatte. So faßte er den
Entschluß, dieses notwendige Übel erst einmal in Angriff zu nehmen.
Er wurde dafür zur Allgemeinen Grundausbildung nach Neuburg an der
Donau zur 3./Jägerbataillon 541 einberufen. Anschließend sollte
er zum II. Korps nach Ulm versetzt werden. Eine Verwechslung
auf Grund der Namensähnlichkeit führte ihn dann aber nach Sigmaringen,
wo man dringend einen gelernten Schreiner erwartete. „Das einzige,
was ich von Holzbearbeitung verstand, war das Anspitzen eines Bleistifts“,
schmunzelt Peter Renker heute bei der Erinnerung an die Verwechslung.
Die Instandsetzungseinheit in Sigmaringen wurde aber dennoch seine militärische
Heimat. Auch wenn er mit der Schreinerei wenig am Hut hatte,
konnte er eine Aufgabe in der Führungsgruppe des Instandsetzungsbereiches
finden.
Eigentlich hatte Renker schon den größten Teil seiner Wehrpflicht
absolviert, als er sich 60 Tage vor dem Ende, dem Ausscheiden aus der Bundeswehr,
entschied, sich auf vier Jahre weiter zu verpflichten. Später wurde
er zum Unteroffizier ausgebildet und verpflichtete sich erneut weiter, auf
acht Jahre. |
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Lebenslauf |
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Oberstleutnant
der
Reserve
Peter Renker |
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Geboren in Konstanz a.B.
1973 Antritt des Wehrdienstes bei 3./Jägerbataillon
541. Anschließende Verwendung in Sigmaringen 2./InstBtl 500 bzw. 2./InstBtl
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1981 Ende der Dienstzeit
seit 1981 Tätigkeit in der Verwaltung der Stadt
Konstanz
anschl. Wehrübungen als Reserveoffizier im Jägerbataillon
552 in Böblingen.
1990 Ausplanung als Reservist
Später erneute Einplanung
und Wehrübungen in der S3-Abteilung des Verteidigungsbezirkskommandos 52
in Karlsruhe.
Seit 01.01.2007 Leiter Kreisverbindungskommando Konstanz |
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In dieser Phase begannen bei der Bundeswehr die ersten Modelllehrgänge für
die zivilberufliche Aus- und Weiterbildung. Peter Renker absolvierte eine Ausbildung
zum Bürokaufmann. „In dieser Zeit habe ich auch kapiert, dass man
selbst etwas tun muss für seinen beruflichen Werdegang“, erzählt
Renker. An der Bundeswehr Fachschule machte er seine Fachhochschulreife und den
Aufbaulehrgang für die Verwaltung.
Auch für seine weitere militärische Karriere legte Renker in dieser
Zeit Grundsteine: Sein Kompaniechef ermutigte ihn, den Weg eines Reserveoffizieranwärters
einzuschlagen. Zu seinen ersten Verwendungen gehörten die Aufgaben eines
Jägerzugführers im Jägerbataillon 552 in Böblingen. Anfang
der 1990er Jahre wurde Renker ausgeplant. Mehr durch einen Zufall findet er später
zurück zur Bundeswehr. Er leistete erneut Wehrübungen als S3-Offizier
und S3-Stabsoffizier im Stab des Verteidigungsbezirkskommandos 52 in Karlsruhe.
Dort hatte er auch erste Berührungspunkte mit ZMZ, der zivil-militärischen
Zusammenarbeit.
Im Jahr 2006 entschied die Bundeswehr, die Aufgaben im Bereich ZMZ erfahrenen
Reservisten in den jeweiligen Landkreisen oder in Bezirken zu übertragen.
Als es um die Besetzung des Kreisverbindungskommandos (KVK) in Konstanz geht,
wird Oberstleutnant der Reserve Peter Renker als Leiter des Kommandos ausgewählt.
Er übernahm die Aufgabe zum 1. Januar 2007. Der Kreis Konstanz gilt unter
Gesichtspunkten der Katastrophenhilfe als eher einfaches Gebiet. „Das letzte
Hochwasser liegt viele Jahre zurück“, ruft er in Erinnerung.
Zivilberuflich ist Peter Renker bei den Entsorgungsbetrieben Konstanz, einer
Gesellschaft der Stadt Konstanz, tätig und leitet die kaufmännische
Abteilung. „Dort ist man Kummer gewohnt“, lacht Renker auf die Frage,
wie sich die Wehrübungstätigkeiten mit dem Arbeitgeber vereinbaren
lassen. Man könne das aber schon ganz gut arrangieren und er habe bislang
keine Probleme gehabt, betont der Stabsoffizier der Reserve. |
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Bis zu vier Wochen im Jahr ist Renker insgesamt für sein KVK unterwegs. „Dazu
gehören natürlich Besprechungen und Informationsveranstaltungen bei
der vorgesetzten Dienststelle, dem Landeskommando Baden-Württemberg in Stuttgart,
wie auch Ausbildungen oder andere Veranstaltungen für die Kameraden, um
sie quasi 'bei Laune‘ zu halten“, berichtet der Oberstleutnant. Wobei
es oft überhaupt keine Berührungen mit der Dienstzeit gäbe, so
betont er weiter, denn er und seine Kameraden sind alle Reservisten und Termine
würden daher meist auf die Wochenenden gelegt. Viel wichtiger als die Frage,
ob der Arbeitgeber das Engagement mittrage, sei daher wohl eher die, ob seine
Frau es mittrage und auch da habe er viel Glück, lobt Peter Renker seine
Frau.
Völlig unerwartet hat das KVK Konstanz im Juni 2008 eine erste Bewährungsprobe
zu bestehen gehabt. Eine Bewährungsprobe die sogar Verteidigungsminister
Dr. Franz-Josef Jung nach Konstanz brachte, der auch zumindest wußte, dass
da „ein Reservist“ beteiligt gewesen sei.
In der Nacht auf Dienstag, den 3. Juni wurden im Klinikum Konstanz durch einen
Brand die Operationsräume zerstört. Bereits morgens um 7.30 Uhr wurde
der Leiter des KVK durch den Leiter der Konstanzer Feuerwehr informiert. Um 8
Uhr war Renker vor Ort und nahm um 11 Uhr an einer ersten Besprechung zur Situation
im Klinikum teil. Schnell war klar, dass die Bundeswehr in dieser Situation einen
Ausfall der wesentlichen Operations-Kapazitäten für den gesamten Landkreis
auffangen könne. „Ich hatte in dieser Woche ständig in jeder
Hand ein Handy und ein klingelndes Telefon auf dem Schreibtisch“, erinnert
sich Peter Renker an diese Woche. Schnell konnte präzisiert werden, was
die Klinik benötigt und, dass die Bundeswehr dies leisten könne. Für
Renker galt es nun die Forderung über das Landeskommando umzusetzen und
die Fäden zu ziehen. Bereits am Donnerstag war ein Vor- und Erkundungskommando
des Sanitätsdienstes in Konstanz, um den Aufbauplatz für ein mobiles
Operationszentrum zu erkunden. In Rekordzeit regelte Renker die Formalitäten,
wie auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Industrie- und Handelskammer,
die bestätigt, dass die Bundeswehr mit der Hilfeleistung kein regionales
Unternehmen um einen Auftrag bringt. |
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Bleibt im Hintergrund: Peter Renker (Mitte), hier beim Besuch des Verteidigungsministers
in Konstanz, zieht die Fäden im Landkreis Konstanz.
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Während Oberstleutnant Renker am Vormittag
des Freitag telefonisch den Kontakt
zum Sanitätspersonal in Dornstadt bei Ulm hielt – die Soldaten standen
bereits neben gepackten LKw – wurde der Einsatz durch das Verteidigungsministerium
abgelehnt. Erst die erneute Vorsprache von Andreas Jung, einem Abgeordneten aus
dem Landkreis Konstanz im Bundestag, bei Minister Dr. Jung brachte den endgültigen
Marschbefehl für die Sanitäter. Die allerdings waren, nachdem sich
die Wartezeit dienstlich nicht mehr verantworten ließ, bereits auf den
Autobahnen zu ihren Heimatstandorten. „Der Chef hat seine Männer und
Frauen via Handy von der Autobahn geholt“, betont Renker und die Bewunderung
für die Leistungsbereitschaft sprüht aus seiner Stimme: „Nicht
ein einziger Soldat hat gefehlt!“
Als um 17 Uhr die ersten Fahrzeuge von der Autofähre aus Meersburg in Konstanz
eintrafen, kümmert sich Renker längst um Details: Eine Sporthalle steht
für die Unterbringung der Soldaten zur Verfügung, ein Sammelraum für
die Materialtransporte ist festgelegt, Spuren im Wartebereich zur Autofähre
sind für das Auffahren der eintreffenden Fahrzeuge gesperrt und die Polizei
steht bereit, um den Konvoi möglichst geschlossen zum Krankenhaus zu eskortieren.
Ansprachen, die dem einheimischen Reserve-Offizier leicht fallen. „Die
meisten Ansprechpartner kenne ich schon lange und wir haben alle toll an einem
Strang gezogen“, erzählt Renker.
Selbst als die Soldaten am Freitag Nachmittag um 1400 Sandsäcke für
den Schutz der Leitungssysteme zum Operationsmodul bitten, funktioniert die ZMZ
perfekt. „Ich habe bei der Konstanzer Feuerwehr angerufen und die einzige
Frage, die aufkam, war, ob man auch das Feuerwehr-Personal zum Befüllen
benötige“, erzählt Renker. Die Feuerwehr hat dann den Sand bestellt
und die Säcke samt Füllmaschine auf einem Schulhof beim Feuerwehr-Haus
bereitgestellt und die Soldaten haben die Säcke befüllt. Den kurzen
Transportweg vom Schulhof zum Krankenhaus hat ebenfalls die Feuerwehr überbrückt.
Eindrucksvoll hat das KVK Konstanz damit all jene, die dem Einsatz von Reservisten
und der Aufstellung der KVK kritisch gegenüberstanden, überzeugt. Nur
eine Woche nach dem Brand wurde in Konstanz wieder operiert. Nach knapp drei
Monaten waren es bereits fast 500 Operationen. Und Oberstleutnant Peter Renker
hat an dieser Möglichkeit einen entscheidenden Anteil getragen und Möglichkeiten
der Unterstützung erfahren, die Spaß an der Aufgabe bringen. |
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