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 „Wehrübungen sind für mich so etwas wie Exerzitien“
Koblenz/Frankfurt am Main (uz) [26.05.06]. „In meinem Arbeitsbereich wird so ziemlich alles beschafft, was die Dresdner Bank braucht“, erzählt Rainer Lange, Leiter des strategischen Einkaufs der Dresdner Bank AG in Frankfurt am Main, und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wir kaufen oder leasen alles, vom Klopapier bis zum Bankomat.“ Doch im Job von Rainer Lange geht es nicht nur um das Einkaufen, sondern auch um Qualität und möglichst günstige Konditionen. Viel Arbeit und Verantwortung sind mit dem jährlich einige Hundert Millionen Euro großen Einkaufsvolumen verbunden. Trotz dieser verantwortungsvollen und fordernden Aufgabe, Lange ist bei der Bank als Prokurist eingetragen, findet er regelmäßig die Zeit, um seinen Anzug gegen die Uniform und seinen Schreibtisch im Frankfurter Bankenviertel mit der "Schreibstube" in einer Kaserne zu tauschen. "Bis zu sechs Wehrübungen habe ich in den vergangenen Jahren pro Jahr geschafft, in Zukunft werde ich mich wohl auf eine oder zwei beschränken müssen", erzählt der Reserveoffizier. Doch nicht nur in seinem Job, auch als Soldat gibt der Vierzigjährige Vollgas, sein Ansporn: in den vergangenen drei Jahren wurde er zwei Mal befördert. Inzwischen ist der glücklich verheiratete Vater von drei Kindern Oberstleutnant.
Lebenslauf
Oberstleutnant
der Reserve
Rainer Lange
Portrait Rainer Lange
19. November 1965
geboren in Berlin

1985 Abitur in Bonn

1985-1987
Dienstzeit bei der Bundeswehr als Reserveoffizieranwärter im PSV-Bataillon 950 in Andernach und Clausthal-Zellerfeld
dabei:
Allgemeine Grundausbildung
Unteroffizierslehrgang
Tätigkeit als Ausbilder
Reserveoffizierlehrgang
Entlassung als Oberfähnrich

1987-1989
Studium der Elektrotechnik an der
Fernuniversität in Hagen und
nachfolgend an der
TU in München

1989-1995
Studium der Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg
Praktische Diplomarbeit zum Thema Qualitätssicherung bei Dienstleistungen

Während der Studienzeit absolviert er 13 Praktika und zahlreiche Wehrübungen in der PSV-Truppe

1993-1996
selbstständiger Unternehmens-, Personal- und Wirtschaftsberater
Tätig in der Auswahl und Ausbildung von Führungskräften in Russland, Polen und der Ukraine im Rahmen von Förderprogrammen der EU und der BRD

Nach Wehrübungen beim Verteidigungsbezirkskommando 53 in Freiburg folgt am

10. Mai 1996
die Beförderung zum Hauptmann

1996-2000
Unternehmensberater später Prokurist mit den Schwerpunkten "Qualitäts- und Prozeßmanagement sowie Change Manangement" bei der
KPMG Consulting AG, Frankfurt (Main), Hamburg

1997/1998
Wehrübungen in der Pressestelle des Wehrbereichskommando V / 10. Panzerdivision in Sigmaringen

2000
Bereichsleiter für Organisation und Qualitätsmanagement bei der
SER Systems AG, Neustadt/Wied

2001
Wechsel zum Inhouse Consulting als Organisationsberater, nachfolgend Senior Projektmanager und Assistent des Chief Information Officers (CIO) bei der Dresdner Bank AG, Frankfurt (Main)

ab 2001
nach einer Pause weitere Wehrübungen in der Pressestelle des Wehrbereichskommando V /
10. Panzerdivision und der
10. Panzerdivision in Sigmaringen
Mehrmals Leiter des Pressezentrums der Internationalen Wehrbereichs- und Divisionsskimeisterschaften in
Bad Reichenhall

25. Juli 2003
Beförderung zum Major

seit 1. April 2005
Leiter Strategischer Einkauf bei der Dresdner Bank AG, Frankfurt (Main)

24. September 2005
Beförderung zum Oberstleutnant

April 2006
erste Wehrübung als Kompaniechef im Bataillon für Operative Information in Koblenz
 
"Wehrübungen sind für mich so etwas wie Exerzitien", sagt Lange und ergänzt: "Da merke ich, dass ich auch mal ohne mein Häuschen im Taunus und den Fernseher auskommen kann, zugleich komme ich ein wenig zur Besinnung und Ruhe." Die Bundeswehr erlaubt es ihm, so betont Lange, trotz des ungewohnten Arbeitsfeldes, oder vielleicht gerade deswegen, ein wenig abzuschalten, quasi als Aktivurlaub. Einen Aktivurlaub, in den er trotzdem sein ganzes Engagement legt. Die Reaktionen auf sein Auftreten als Wehrübender geben seiner Herangehensweise Recht. Er sucht stets Möglichkeiten zu unterstützen, egal welche Arbeiten anfallen. Er ruht sich nicht auf seinem Dienstgrad und dessen Kommandogewalt aus: "Mir ist klar, dass ich bei einer Wehrübung keinen aktiven Offizier zu 100 Prozent ersetzen kann, aber ich will so gut wie möglich seine Aufträge abarbeiten und etwas leisten, was sich sehen lassen kann!" Der Reservist baut dabei auf die Kameraden in seiner Verwendung und vertraut auch deren Expertise. Eine Einstellung, die nicht alle Reserveoffiziere teilen. Es sei auch schon vorgekommen, dass er frühmorgens in der Sigmaringer Pressestelle Zeitungsartikel für den Pressespiegel aufgeklebt habe, schmunzelt Lange, da wäre eben gerade "Not am Mann" gewesen.
Wenn Rainer Lange zu einer Wehrübung antritt, hält er trotzdem engen Kontakt zu seiner Abteilung in Frankfurt und am Wochenende nimmt er sich "mal eben" die Zeit, um die eingegangene Post und E-Mails zu sichten und Eiliges abzuarbeiten. Warum aber lässt er sich auf diese Doppelbelastung ein? "Ich mache das richtig gerne", kommt Langes Antwort postwendend, "dazu kommt, dass ich immer auf Menschen gestoßen bin, mit denen die Arbeit sehr viel Spaß gemacht hat!" Auch der Erfolg seiner Übungen, der sich in den Beförderungen in kurzen Abständen zeigt, beflügelt ihn weiterhin. "Als junger Soldat hatte ich zur Motivation immer eine Schlaufe des nächsten Dienstgrades "am Mann"“, blickt Lange zurück und lässt den Blick durch den Aufenthaltsraum der 2. Kompanie des Bataillons für Operative Information (OpInfo) in Koblenz wandern. Die vergangenen drei Wochen hat er hier den Kompaniechef vertreten. "Ich weiß nicht, ob sich das in der heutigen Zeit erreichen lässt, aber es ist ein tolles Ziel", sagt er und zaubert die Dienstgradschlaufen eines Oberst aus der Tasche. "Vielleicht klappt es ja", denkt er laut und lehnt sich kurz zurück.
Nach den letzten Gesprächen mit dem Kompaniefeldwebel und dem Kompanietruppführer neigt sich diese erste Wehrübung als Kompaniechef bei OpInfo dem Ende zu. "Das ist auch ein echter Management-Job, der einen kaum zur Ruhe kommen lässt, vor allem, wenn man sich in viele Themen einarbeiten muss", stellt Lange fest. Er hat sich in den vergangenen Tagen als "Supporter" und „militärischer Manager auf Zeit“ gesehen, möglichst wenig wollte er dem Kompaniechef nach dessen Urlaub auf dem Schreibtisch hinterlassen. Keine leichte Zielsetzung. Die Kompanie verfügt, entsprechend dem Aufgabenfeld des Bataillons für Operative Information, über eine große Zahl von Spezialisten, viele sind in den Laufbahnen der Unteroffiziere und Offiziere. Mit den sonst üblichen Kompanien sind die Einheiten im Bereich Operative Information nicht zu vergleichen. Entsprechend hoch ist die Dienstgradstruktur und deshalb ist der Chef auch ein Major oder Oberstleutnant. Die Aufgaben, die die Soldaten übernehmen, orientieren sich an den unterschiedlichsten Medienberufen. Hier werden beispielsweise landessprachliche Produkte für die Einsatzgebiete der Bundeswehr konzipiert und auch gedruckt. Außerdem verfügen die Kompanien über Spezialisten für Beschallung oder den Radio-Sendebetrieb. Die Interessen dieser Soldaten treffen beim Kompaniechef zusammen. "Entscheidungen haben hier eine ganz andere Dimension, als die in meinem zivilen Beruf", sagt Lange. Auch wenn die Materie „Geld“ viel Sensibilität und Verantwortung verlangt, sind die Entscheidungen eines Kompaniechefs extremer, da er über Menschen und im Zweifelsfall sogar über deren Leben zu entscheiden hat. Gerade hat er noch Gespräche mit Soldaten geführt, die für Auslandseinsätze vorgesehen sind. Probleme aus dem zivilen Arbeitsleben werden dadurch ein bisschen relativiert, bestätigt der Stabsoffizier.
Rainer Lange sucht grundsätzlich das Gespräch mit seinen Kollegen, Mitarbeitern und Kameraden. So hat er auch das für ihn neue Thema der militärischen Dienstaufsicht angepackt. Er versteht es, die Menschen zu motivieren, und baut auf das Feedback, das er nach seinen "Dienstabschnitten" bekommt.
Begonnen hat seine militärische Karriere schon vor der zivilen. Nach dem Abitur verpflichtete er sich als Reserveoffizieranwärter auf zwei Jahre bei der sogenannte PSV-Truppe, dem "Vorläufer" der Operativen Information. "Das war zum Ende des kalten Krieges, ich habe damals in meinen Wehrübungen noch regelmäßig das 'Neue Deutschland' ausgewertet", blickt Lange zurück. In dieser Zeit hat er auch eine Menge redaktionelle Erfahrung gesammelt. Er hat aber auch militärisches Handwerkszeug von der Pike auf gelernt, oft habe er Ausbildung mit den Themen der Waffen- und Gerätelehre gehalten, erzählt der Reservist weiter.
Während seiner Dienstzeit hatte er bereits ein Fernstudium der Elektrotechnik aufgenommen und dieses anschließend an der Technischen Universität in München fortgesetzt. 1989 wechselte er den Studiengang und die Universität:
Rainer Lange in seinen beiden Arbeitsbereichen: Als wehrübender Kompaniechef und als Leiter strategischer Einkauf der Dresdner Bank AG.
An der Albert-Ludwigs-Universität im südbadischen Freiburg im Breisgau studierte er Volkswirtschaftslehre und befasste sich besonders mit Fragen des Qualitäts- und Prozeßmanagements sowie der Dienstleistung. Themen, die sich seither wie ein roter Faden durch den Werdegang Langes ziehen. Schon in dieser Zeit entwickelte sich der Drang, möglichst viel, möglichst gut zu meistern: Neben einigen Wehrübungen hat Lange sein Studium mit 13 Praktika ergänzt. "Ich habe eigentlich jeden Bereich, der möglich war, angeschaut", blickt er stolz zurück. Fast ein Jahr hat er mit Unterstützung der Firma IBM an seiner Diplomarbeit über die Qualitätssicherung bei Dienstleistungsunternehmen gearbeitet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Abschlußnote der Diplomarbeit: Eine glatte 1,0. Lange erhielt außerdem den Wissenschaftspreis für seinen Abschlußjahrgang vom Verband der Freunde und Förderer der Universität Freiburg.
Seine ersten zivilen Arbeitsjahre war Rainer Lange als Unternehmens- und Wirtschaftsberater tätig, wer ihm aber eine gemütliche Kanzlei unterstellt, liegt falsch: Unter dem Motto "Fit für die Marktwirtschaft" war Lange in Russland, der Ukraine und in Polen tätig. Vor Ort hat er Führungskräfte weitergebildet und die Besten für Stipendien in Deutschland ausgewählt. Auch in der dazugehörigen Ausbildung in Deutschland war Lange tätig.
Seine Heirat und die Geburt seiner ersten Tochter veranlassten ihn, die Selbstständigkeit gegen eine feste Anstellung einzutauschen. Unternehmensberater, Bereichsleiter in einem IT-Konzern und Senior-Projektmanager, die Aufgaben, die Lange bei drei Unternehmen übernahm, hatten stets eines gemeinsam: Sein Fachwissen und seine Kenntnisse im Bereich des Qualitätsmanagements und der Unternehmensoptimierung spielten die Hauptrolle.
Seit 2001 ist Lange bei der Dresdner Bank beschäftigt. Für die Verhältnisse in seinem Lebenslauf bereits eine recht lange Zeit. Unruhig wird er dennoch nicht. Seit April 2005 ist er in der aktuellen Position als Leiter des strategischen Einkaufs. Ein Wechsel, der ihm neue Herausforderungen brachte, ebenso wie die Verwendung als Kompaniechef bei der Bundeswehr. "Nach den letzten Übungen in Divisions- und Wehrbereichskommandostäben war das eine große Umstellung" gesteht Lange. Trotzdem gelingt es ihm, durch Engagement und ein großes Maß an Selbstkritik, die eigene Meßlatte liegt recht hoch, auch die komplexen und ungewohnten Aufgaben zur Zufriedenheit, vielleicht sogar zur Überraschung seines beruflichen und militärischen Umfeldes zu meistern.
Die Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern ist für Rainer Lange eine wichtige Basis, egal ob in Uniform oder Anzug.
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