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Laufbahnportraits
(Offizierlaufbahn) |
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Das Patentrezept
für eine erfolgreiche militärische Karriere ist wohl noch nicht
gefunden. Auch die Intensionen für den Start in eine Laufbahn sind sehr
unterschiedlich. Viele Soldaten haben den Einstieg durch die Wehrpflicht
gefunden und haben sich aus dieser Dienstzeit heraus verpflichtet.
Für andere stand schon viel früher dieser berufliche Werdegang
fest und sie haben sich direkt mit einem bestimmten Ziel bei der Bundeswehr
beworben.
truppen.info hat Soldaten zu ihrem ganz persönlichen
Werdegang befragt. Ganz besonders ging es dabei auch Ausbildungsberufe,
die
man bei der Bundeswehr auf den ersten Blick nicht erwartet. Immerhin
finden die Anforderungen aus rund 400 Ausbildungsberufen bei der
Bundeswehr Platz in Dienstpostenbeschreibungen. |
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Mit U-Booten wollte Sven Kasimir fahren, als er sich nach dem Abitur
entschloss, zur Bundeswehr zu gehen. Damals wurden erstmals auch Soldaten
in
der Laufbahn der Mannschaften für diesen Dienst zugelassen. Für
Kasimir ein guter Grund sich freiwillig für einen 23monatigen Wehrdienst
zu melden. Eine Erfahrung, die Gold wert ist, wie Kasimir rückblickend
erzählt,
auch wenn er mit einem gewissen romantischen Blick bei der Marine
angetreten sei, der sehr schnell ernüchtert wurde.
Schnell fasste er den Entschluss, sich für die Laufbahn der Offiziere
zu bewerben, immer noch mit dem Ziel, weiterhin auf U-Booten zu fahren,
wo er als Sonar-Bediener tätig war. [mehr]
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Wenn Soldaten das Ausbildungsthema „ABC-Abwehr aller Truppen“ auf
dem Dienstplan lesen, treten bei den meisten bereits erste Schweißperlen
auf die Stirn. Die Gedanken wandern umgehend zu pfeifender Signalmunition
in den Farben weiß und rot, schweren Schutzanzügen, Schutzmaske
mit dem Einheitsgesicht und einem gewissen Stress. Dort wo für diese Soldaten
das kalte Grausen beginnt, dort liegt die alltägliche Aufgabe von Oberleutnant
Jeanette Ast. „Das gehört für mich zum soldatischen Alltag
und ich kann nichts Negatives dabei finden“, bricht die 26jährige
eine Lanze für die ABC-Abwehrtruppe. Es sei eine Truppengattung bei der
eben weniger mit Gepäck und Waffe im Anschlag durch das Gelände gerödelt
werde, [mehr]
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Der Traum vom Fliegen war schon früh das Hobby von Sebastian Zachäus.
Schon als Jugendlicher saß er im Cockpit von Segelfliegern. Sein Berufswunsch
war damit schon vorprogrammiert. Den Werdegang plante er vorher mit einem
Wehrdienstberater. „Ich
wollte Tornados fliegen“, beschreibt der Kapitänleutnant sein Ziel.
Der Berater hat ihm empfohlen, seine Karriere bei der Marine zu starten. „Ich
wollte eigentlich nicht zur Marine, weil mich die Seefahrt nicht reizte“,
gesteht der Marineoffizier. Andererseits standen bei der Marine die Chancen
für einen entsprechenden Dienstposten besonders gut. Interessenten für
eine Laufbahn als Pilot denken meistens nicht an diesen Organisationsbereich.
Eine Rechnung, die auch für Sebastian Zachäus aufzugehen schien: [mehr]
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Die Aufgaben eines S1-Offiziers sind vielfältig.
Im Führungsgrundgebiet 1 geht es um alle Fragen, die mit dem Personal
zu tun haben. Hauptmann Andreas Verführt ist als S1-Offizier
bei der Deutsch-Französischen
Brigade im südbadischen Müllheim tätig. Zusammen mit dem S1-Stabsoffizier
kümmert er sich um den deutschen Anteil des Brigadepersonals - rund 3000
Soldaten in drei Standorten sind es zur Zeit, das Personal der Brigade
wird dabei unmittelbar geführt. Auf seinem Schreibtisch landen Versetzungs-
und Verpflichtungsgesuche ebenso, wie Aufgaben der Nachwuchswerbung und
die Personalplanung, die Auszeichnung von Soldaten mit Orden, Reservistenarbeit
und nicht zuletzt auch die Bearbeitung von ....
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Lucas Fuckerirer hat zur Zeit den Job, den er sich als Kind erträumt
hat: Der Kapitänleutnant ist Kommandant des Minenjagdbootes „Homburg“.
Schon in seiner Kindheit wollte er zur See fahren. Seine Eltern haben
diese Leidenschaft gefördert. Sie "versorgten" ihn mit Büchern
und Modellbausätzen. Dennoch hatte er Zweifel, diesen Werdegang einzuschlagen: "Ich
war lange hin und her gerissen, ob ich das wirklich machen soll", gesteht
der Offizier. Als er im Sommer 1995 seine Bewerbung zum Marineoffizier
auf den Weg brachte, ging es ihm vor allem darum, dass er nicht irgendwann
bereuen
muss, es nicht versucht zu haben.
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Schon früh fällte er seine Entscheidung: Franz von Rennenkampff
wollte zur Bundeswehr. Eine Verweigerung kam für ihn nicht in Frage.
Ihm blieb, wie er rückblickend meint, eigentlich auch gar keine andere
Wahl: „Als Offizierskind hatte ich sehr engen Kontakt zur Bundeswehr
und war von Anfang an das „Zigeunerdasein“ gewöhnt“,
erklärt der gebürtige Hannoveraner seine Bestimmung. Addiert
man die ländliche und bäuerliche Prägung durch das Elternhaus,
wundert man sich auch nicht darüber, wieso der Tierarzt seine Wahlheimat
im Einsatz- und Ausbildungszentrum für Gebirgstragtierwesen im idyllischen
Berchtesgadener Land, nämlich in Bad Reichenhall gefunden hat.
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Sein
Name: Günter Graf - sein Dienstgrad: Oberstleutnant
- seine Missionen: vielfältig - seine Position: vorne links, vorne
links in einem Airbus A 310. Oberstleutnant Günter Graf ist der
Kommandant, wenn er mit einem Airbus der Flugbereitschaft des Bundesministeriums
der
Verteidigung (BMVg) vom militärischen Teil des Flughafens Köln-Bonn
aufbricht. Die Frage, was seine Arbeit von der seiner zivilen Kollegen
unterscheidet, ist schnell beantwortet: "So gut wie alles".
Die meisten seiner Kollegen sind auf Linienflügen unterwegs, da
wird alles von außen festgelegt, die Zielflughäfen sind
alle bekannt. Für Günter Graf ist das anders, oftmals sind
die Plätze unbekannt, zum Teil sind sie auch nur bedingt für
den Airbus geeignet.
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"Klar
geh ich zur Bundeswehr, da bekomme ich ein Studium bezahlt",
Oberstleutnant im Generalstab (i.G.) Jörg Wellbrink lacht,
als er die Antwort auf die Frage, warum er zur Bundeswehr ging, gibt. So
wie er denken
und dachten wohl die meisten Offizieranwärter. In der Bewerbung habe er
angegeben, er wolle Pädagogik studieren und Berufssoldat werden oder Elektrotechnik
und Offizier auf Zeit sein. "Was soll ich im Zivilen mit einem Pädagogik-Studium?" habe
er im Einstellungsgespräch noch gefragt. Dr. Wellbrink grinst und ergänzt,
die Pädagogen, die er kenne, hätten aber auch alle gute Jobs gekriegt.
Die Bundeswehr zeichnet sich für den Oberstleutnant auch heute noch, in
Zeiten akuter Finanzknappheit, durch einen hohen Stellenwert der Ausbildung
und deren Qualität aus.
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Vier Jahre bei der Bundeswehr hätten es werden sollen, als Offizieranwärter
war Rolf Dieterle bei der Panzertruppe in Dornstadt bei
Ulm stationiert. Zwei Gründe gab es damals für seine Entscheidung, zum Einen die ohnehin
anstehende Wehrpflicht aber zum anderen auch die Loslösung von zu Hause. "Ohne
die Wehrpflicht wäre ich niemals zur Bundeswehr gekommen", betont
der heute 55jährige und erzählt, dass "irgendjemand" aus
dem Familienkreis ihm damals eine vierjährige Dienstzeit ans Herz gelegt
hatte. "Ich wollte nach
dieser Dienstzeit etwas technisches oder Informatik studieren", blickt
Rolf Dieterle schmunzelnd zurück.
Heute ist Rolf Dieterle Doktor der Medizin und im Dienstgrad eines Oberfeldarztes
Leiter der Dermatologie im Bundeswehrkrankenhaus Leipzig.
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Nach abgeschlossenem Stabsoffizierlehrgang
kam Oberfeldarzt Christoph Hemme im Januar 2004 auf seinen
heutigen Dienstposten als Dezernent Grundsatz des Sanitätsamtes München.
Der Name ist Programm. Denn auf Grund der Tatsache, dass im Sanitätsführungskommando
in Koblenz die Leitung der Zahnmedizin als übergeordneter Baustein fehlt, übernimmt
Hemme praktisch die Aufgaben einer höheren Instanz mit. Er ist damit für
sämtliche Grundlagen und Standards der Bundeswehrzahnärzte verantwortlich.
Hemme ist auf seinem Dienstposten die Schnittstelle zwischen den „Zahnärzten
am Patienten“ und den Ansprechstellen auf ministerieller Ebene oder dem
Inspekteur des Sanitätsdienstes.
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