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München (mp) [14.01.06]. Nach abgeschlossenem Stabsoffiziergrundlehrgang kam Oberfeldarzt Christoph Hemme im Januar 2004 auf seinen heutigen Dienstposten als Dezernent Grundsatz des Sanitätsamtes München.
Der Name ist Programm. Denn auf Grund der Tatsache, dass im Sanitätsführungskommando in Koblenz die Zahnmedizin auf der Leitungsebene nicht vorgesehen istt, übernimmt Hemme praktisch auch diese Aufgaben. Er ist damit für sämtliche Grundlagen und Standards der Bundeswehrzahnärzte verantwortlich.
Hemme ist auf seinem Dienstposten die Schnittstelle zwischen den „Zahnärzten am Patienten“ und den Ansprechstellen auf ministerieller Ebene und dem Inspekteur des Sanitätsdienstes. Seine Aufgabe ist es fachlichen Neuerungen auf den „Zahn zu fühlen“ und dafür zu sorgen, dass Kollegen diese auch erhalten. Auf dem umgekehrten Weg ist seine Expertise zum Beispiel auch Grundlage für die Ausstattung mit Geräten durch das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung.
Lebenslauf
Oberfeldarzt
Christoph Hemme
Portrait Christoph Hemme
2. November 1967
Geburt in Bad Reichenhall

1. Juli 1988
Grundwehrdienst beim Gebirgsartilleriebataillon 235 in
Bad Reichenhall

Oktober 1988
Reserveoffizieranwärter (SaZ 2 ROA)

1. Januar 1990
Versetzung zum Sanitätslehrbataillon in München (Studium der Zahnmedizin in Erlangen
Examen 1996)

1. September 1996
Versetzung in die Zahnarztgruppe Neubiberg (b. München)

1997
Versetzung nach Hagenow (Mecklenburg-Vorpommern) als Leiter einer Zweistühligen Zahnarztgruppe

Anfang 1999
Beförderung zum Oberstabsarzt
Versetzung zum Sanitätsamt der Bundeswehr (Zahnmedizin)

2003
Vertreter Deutschlands in der NATO COMEDS

Oktober 2003
Stabsoffizierlehrgang

seit Januar 2004
Dezernent Grundsatz im Bereich Zahnmedizin im Sanitätsamt in München
Juli/August 2004
Auslandseinsatz KFOR im Feldlager Prizren (Kosovo)
Ein weiteres wichtiges Aufgabenfeld von Hemme liegt in der Einsatzplanung der Zahnärzte in den verschiedenen Einsatzgebieten der Truppe. „Die Planung steht bis ins Jahr 2007“, berichtet er stolz, „und es sind größtenteils zufriedene Freiwillige, die sich wieder bereit erklären, erneut in einen Einsatz zu gehen.“ Von der Arbeitsatmosphäre im Ausland konnte sich der Bayer im letzten Jahr dann selbst überzeugen. Ein Kollege sagte kurzfristig ab und Hemme sprang ein. „Die fünfeinhalb Wochen im Feldlager Prizren (Kosovo) waren eine wirklich tolle Zeit für mich“, schwärmt er, „ man bekommt ein direktes Feedback und sieht, dass die theoretisch beschlossenen Dinge auch in der Wirklichkeit funktionieren.“
Langweilig wird es Christoph Hemme also sicher nicht als zahnärztliches „Mädchen für alles“, wie er seinen Dienstposten selbst beschreibt.
Schon früh stand für Christoph Hemme die Ausrichtung seines Traumberufes fest: „Ein kreativer Job sollte es werden“, erklärt Christoph Hemme, worauf hin ihm der Studienberater im Gymnasium vorgeschlagen hat, Zahnarzt zu werden. Der Berufswunsch war ihm sofort in Mark und Bein übergegangen. Schnell suchte er nach Möglichkeiten, sein Zahnmedizinstudium zu finanzieren - der Wehrdienst kam da gerade recht. Er trat seinen Grundwehrdienst im Juli 1988 beim Gebirgsartilleriebataillon 235 in Bad Reichenhall an und entschied sich dann im Oktober dafür, Reserveoffizier zu werden. Er verpflichtete sich für zwei Jahre und absolvierte alle Lehrgänge. So wurde er zum Zugführer mit Offizierspatent in Bad Reichenhall. Sein Batteriechef brachte ihn dann auf die Idee, das Zahnmedizinstudium bei der Bundeswehr zu machen. „Ich ging davon aus, dass man das Fach nicht beim Bund studieren kann, weil es an keiner Bundeswehruniversität angeboten wird“, rekapituliert Hemme, „doch mit Beurlaubung und dem Studium an einer zivilen Universität war dies dann doch möglich.“
Er fühlte sich sehr wohl in der Bundeswehr und entschloss sich deshalb dafür zu bleiben. Auch die Prüfung zum Laufbahnwechsel bei der Offizierbewerberprüfzentrale (OPZ) in Köln brachte er schnell und problemlos hinter sich, doch sein weiteres Vorankommen wurde auf Grund seiner Versetzung zum Jahreswechsel 1989/90 zum Sanitätslehrbataillon 851 kurzzeitig gebremst.
„Ich bin genau einen Tag zu früh versetzt worden, sonst hätte ich sofort im Sommersemester 1990 mit dem Studium anfangen können.“ Er kam aber noch als Fahnenjunker statt als Fähnrich nach München und musste somit noch eineinhalb Jahre „absitzen“, obwohl er bereits alle Offizierlehrgänge erfolgreich hinter sich gebracht hatte. Diese Zeit nutzte er, sammelte praktische Erfahrungen. Ein Krankenpflegepraktikum im Bundeswehrkrankenhaus in München und Dienst im zahnärztlichen Bereich bereiteten ihn auf seine zukünftigen Aufgaben vor. „Gerade die zahntechnischen Einblicke, die ich da bekommen habe, haben mir den Einstieg ins Studium sehr erleichtert.“
Von 1991 bis 1996 absolvierte er dann in der Regelzeit sein Studium an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen und schloss dieses mit dem Staatsexamen ab.
Sowohl privat, als auch dienstlich sollte nun ein neuer Lebensabschnitt folgen. Gleichzeitig mit dem Dienstantritt - inzwischen als Stabsarzt - in Neubiberg bei München heiratete Hemme seine Freundin Christine.
Als Truppenzahnarzt hatte er nun Aufgaben wie jeder andere Zahnarzt auch. „Die Beschaffung der Materialien und die freie Heilfürsorge sind die einzigen Unterschiede zum zivilen Zahnarzt“, erläutert Christoph Hemme. In Neubiberg holte er sich das Rüstzeug, das er brauchte, um bereits ein Jahr später selbst Leiter einer zweistühligen Zahnarztgruppe beim Panzergrenadierbataillon 401 in Hagenow (Mecklenburg-Vorpommern) zu werden.
Anfang 1999 wurde Hemme zum Oberstabsarzt befördert. Die Geburt von Sohn Alexander im August des Jahres war ein Zeichen dafür, dass sich die Hemmes sehr wohl fühlten im Schweriner Umland. Auch sein Arbeitgeber war ihm ans Herz gewachsen, weshalb die Bewerbung zum Berufsoldat keine großen Diskussionen aufbrachte: „Ich hatte keinerlei negativen Erfahrungen gemacht und durfte genau das machen, was mir Spaß macht.“
Anfang 2002 zog das Sanitätsamt der Bundeswehr von Bonn nach München um. Mit ihm auch Familie Hemme. „Ich war nach der Versetzung ins SanAmt noch ein paar Tage mit in Bonn und dann ging es nach München.“ Im Dezernat der Zahnärztlichen Stelle war er nun verantwortlich für Strahlenschutz und Röntgen. „Wir kontrollieren die Qualität der Geräte und Materialien aller zahnärztlichen Praxen der Bundeswehr,“ beschreibt der Oberfeldarzt.
Seit 2003 ist Christoph Hemme zudem auf Empfehlung zum deutschen Vertreter in der NATO COMEDS berufen worden. In dieser „Working Group on Dental Service“ treffen sich einmal im Jahr Zahnärzte sämtlicher NATO Staaten und tauschen sich über die länderspezifischen Fragen und Probleme in der Zahnmedizin aus.
„ Zum beruflichen Erfolg gehört immer auch der Rückhalt der Familie“, schließt Hemme zufrieden. Nach Sohn Alexander, folgte im Oktober 2004 Tochter Katharina und macht das Familienglück vorerst perfekt.
Er ist somit eigentlich ausgelastet in seinem Tun, doch hin und wieder zieht es Christoph Hemme noch heraus aus dem Münchner Büro wieder an den Behandlungsstuhl, um „die Fingerchen mit Dran am Geschehen zu behalten.“
Behandlungspause im Auslandseinsatz: Hemme machte sich ein Bild von den Bedingungen. Container statt Behandlungszimmer. Hemmes Arbeitsplatz im Feldlager Prizren. Fotos: privat
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