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Anfangs sah es für diese Karriere aber gar nicht so
gut aus. Erst nach einer zweiten Untersuchung wurde ihm
die Tauglichkeit für die „Edelweiß“-Truppe
zugesprochen und so meldete er sich im Oktober 1976 zu
seinem Grundwehrdienst in Berchtesgaden-Strub bei den Gebirgsjägern. „Ich
hatte eigentlich nicht vor, eine Laufbahn bei der Bundeswehr
einzuschlagen, aber meine Kameraden und Vorgesetzten waren
so prägend, dass ich mich entschloss, Reserveoffizier
zu werden“, beschreibt von Rennenkampff seine anfängliche
Einstellung. Durch einen einfachen Flyer änderte sich
alles: Darin wurde die Berufsausbildung zum Offizier beworben.
Im letzten Abschnitt las er, dass er bei der Bundeswehr
auch Tierarzt werden kann - sein Traumberuf, den er auf
Grund des hohen Numerus Clausus bereits verworfen hatte.
Spontan bewarb er sich auf einen Studienplatz. „Ich wusste, dass
es pro Jahr nur einen Platz gibt und war schon mit dem Maßband,
das die letzten Tage zählte, unterwegs. Bis kurz vor Ende meiner
Dienstzeit kam noch keine Antwort.“ Und dann kam sie gerade noch
rechtzeitig. „Das war wie ein Sechser im Lotto“, schmunzelt
von Rennenkampff, wissend, dass es nicht der einzige Glücksgriff
bleiben würde. Die entsprechende Versetzung zur Sanitätsakademie
in München folgte 1978. Er bekam eine Freistellung für das
zivile Studium der Tiermedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität
(LMU) in München. „Der einzige Unterschied zu meinen Kommilitonen
war, dass ich jeden Sommer einen roten Brief von der Einheit bekam,
in dem ich daran erinnert wurde, mein Studium konsequent durchzuziehen“,
erzählt er jovial. Die sommerliche Post verfehlte ihre Wirkung
offensichtlich nicht: Pünktlich zum Ablauf der Regelstudienzeit
machte er im Sommersemester 1984 sein Examen.
Auch privat hatte sich in der Zwischenzeit einiges verändert:
Im Mai 1983 heiratete er seine Freundin Ellen. Ende des Jahres kam
der erste, ein Jahr später der zweite Sohn zur Welt.
Doch wusste er nicht, was aus seiner Karriere werden sollte: Seine
alte Einheit gab es nicht mehr. Da erfuhr er von einer neu eingerichteten
Stelle in Bad Reichenhall. Als
junger Leutnant trat er nun seine Aufgabe als Veterinäroffizier
in der damaligen Gebirgstragtierkompanie an und wurde wenig später
zum Stabsveterinär befördert. Zu
seinen Aufgaben zählte die tierärztliche Versorgung von Tragtieren,
kurative Prophylaxe, die Fachaufsicht über den Hufbeschlag, Tierhaltung,
-fütterung und -schutz.
Als Leiter des Veterinärtrupps war er zudem für die Ausbildung
von Soldaten im Umgang mit Tieren zuständig. Er war die rechte
Hand des Kompaniechefs.
1987 promovierte Franz von Rennenkampff an der LMU. Für seine Dissertation über
Maultiere erwies sich der Standort Bad Reichenhall als geradezu prädestiniert.
Parallel zu seinen Untersuchungen für die Doktorarbeit absolvierte der Veterinär
die „Heereseinheitliche Taktische Weiterbildung“ (HTW), deren gutes
Ergebnis wohl die Aufmerksamkeit des Personalamtes in Bonn erregte: „Trotz
vollen Jahrgangs habe ich mich als Berufssoldat beworben und tatsächlich
schon wieder den Sechser gehabt und die Stelle bekommen“.
1990 absolvierte
er seine Prüfung zum Fachtierarzt für Pferde. „Das war mir wichtig,
um auch hier in Reichenhall bleiben zu können“, erläutert er, „der „normale“ Bundeswehrtierarzt
wird ansonsten in Sanitätskommandos oder Zentralinstituten zur Tierseuchenbekämpfung
und Lebensmittelhygiene eingesetzt.“ |