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Unterwegs zwischen Erde, Luft und Wasser |
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Nordholz (uz) [21.03.08]. Der Traum vom Fliegen war schon früh
das Hobby von Sebastian Zachäus. Schon als Jugendlicher saß er
im Cockpit von Segelfliegern. Sein Berufswunsch war damit
schon vorprogrammiert. Den Werdegang plante er vorher mit einem Wehrdienstberater. „Ich
wollte Tornados fliegen“, beschreibt der Kapitänleutnant sein
Ziel. Der Berater hat ihm empfohlen, seine Karriere bei der Marine zu starten. „Ich
wollte eigentlich nicht zur Marine, weil mich die Seefahrt
nicht reizte“,
gesteht der Marineoffizier. Andererseits standen bei der
Marine die Chancen für einen entsprechenden Dienstposten besonders
gut. Interessenten für eine Laufbahn als Pilot denken meistens nicht
an diesen Organisationsbereich. Eine Rechnung, die auch für Sebastian
Zachäus aufzugehen schien: |
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Lebenslauf |
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Kapitänleutnant
Sebastian Zachäus
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geb. am 7. Mai 1981
in Halle/Saale
1. Juli 1999
Eintritt in die Bundeswehr zur Allgemeinen Grundausbildung
in
Plön
anschließend:
2monatige Ausbildungsreise
auf der Gorch Fock
und
Grundpraktikum Technik
2000:
Offizierlehrgang
9monatiges Flottenpraktikum
bis 2004
Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität der Bundeswehr
in München
anschließend
Hubschrauber-Grundausbildung an der Heeresflieger-Waffenschule
in Bückeburg
September 2005
Versetzung
zum Marinefliegergeschwader 3 in Nordholz
bis Juli 2006
Schulung auf Sea Lynx
anschließend taktische Ausbildung |
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Seinen Dienst trat Zachäus, wie alle anderen Offizieranwärter
seiner Crew, wie der Einstellungsjahrgang bei der Marine
genannt wird, zur allgemeinen Grundausbildung an. Und ebenso
wie alle anderen Offfizieranwärter durchlief er die
Ausbildung inklusive der Ausbildungsreise auf dem Segelschulschiff „Gorch
Fock“. „Vorher hatte ich mich eigentlich sehr
darauf gefreut auf der Gorch Fock zu sein, aber das schlägt
irgendwann um“, spielt er auf den Bordalltag auf
dem Segelschuff an. Trotzdem schwärmt er im Nachhinein
von der Reise und möchte die Erfahrung nicht vermissen.
Nach dem ersten Jahr nahm Sebastian Zachäus das Studium
der Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität
der Bundeswehr in München auf.
Die Umstrukturierung
der Bundeswehr machte ihm dann aber während des Studiums
einen Strich durch seine Laufbahnplanung. Das Marinefliegergeschwader
2 wurde
aufgelöst, die Aufgaben der Tornado-Flieger der Marine wurden der Luftwaffe
zugeschlagen.
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Der fliegende Arbeitsplatz von Kapitänleutnant Sebastian
Zachäus : Ein Bordhubschrauber vom Typ Sea Lynx.
Foto: Zeitter |
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„Zuerst wußten wir nicht so richtig, wie es weiter
gehen soll“, erinnert sich der Kapitänleutnant. Die Personalreferenten
hielten in dieser Phase aber sehr gute Verbindung zu den Betroffenen. Es wurde
alles daran gesetzt, Stellen in fliegenden Verwendungen zu finden oder auch zu
. Die Wahlmöglichkeiten waren dann entweder ein Wechsel zur Luftwaffe oder
ein neues Berufsziel im Cockpit eines Helikopters zu wählen. Letzteres barg
den Vorteil, dass es kein neues Auswahlverfahren geben würde, dem sich Zachäus
zu stellen hätte. Der Wechsel zur Luftwaffe hätte gleich eine endgültige
Dienstzeitfestsetzung bedeutet, das bereitete Zachäus gewisse Bedenken. „Ich
wäre ja nicht der Erste, der die fliegerische Ausbildung in den USA nicht
packt“, beschreibt er die Gedanken, die er sich um den neuen Dienstposten
machte. So entschied er sich für einen Hubschrauber und hatte auch das Glück,
ohne Wartezeit in Bückeburg in die Ausbildung einstiegen zu können.
Heute war es für ihn die richtige Entscheidung: „Vielleicht so gar
eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe“, strahlt Zachäus. |
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Eine akribische Vorbereitung: Für Zachäus eine Lebensversicherung.
Foto: MFG 3 |
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In Bückeburg lernte er
auf einem Schulungshubschrauber, die Grundsätze. „Der Schwebeflug
gleicht am Anfang dem Tanz auf einer Nadelspitze, bis man das Gefühl
dafür entwickelt hat, wie man die Maschine ruhig halten kann“,
berichtet
er und ergänzt: „nach meiner Erfahrung ist das wirklich alles andere
als leicht!“ Während bei der Ausbildung in Bückeburg das reine „Handling“ des
Hubschraubers gelehrt wurde, ging es dann in der weiteren Ausbildung beim Marinefliegergeschader
3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz darum, wie man den Hubschrauber einsetzt.
Sein Waffensystem, ein Sea Lynx, findet unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten.
Dazu kommt natürlich die übliche Routine.Ausbildung für das fliegerische
Personal, das auch regelmäßig wiederholt werden muss. Die Fertigkeiten,
die von den Besatzungen erwartet werden, müssen jährlich geflogen,
regelrecht abgearbeitet werden. Dazu gehört unter anderem das Fliegen mit
Außenlasten, das Whinchen sowie Navigationsflüge.
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Den größten Unterschied
zur Arbeit seiner Kameraden sieht Zachäus vor allem darin, dass
die Marineflieger nur dort landen können, wo auch
ein Schiff ist. „Wenn man sich auf See verfliegt hat man echt ein Problem.
Die Kameraden von Heer und Luftwaffe können notfalls landen und einen Tankwagen
bestellen, auch wenn es peinlich wäre, wir können aber wirklich nur
dort landen, wo wir auch gestartet sind“, schmunzelt Sebastian Zachäus. |
Die Besatzung einer Sea Lynx
besteht immer aus drei Personen, zwei Piloten und einem Operator, der
in der Kabine das technische Equipment bedient, beispielsweise
Sonar zur Uboot-Ortung, zuständig ist, aber auch in der Lage sein muss,
Außenlasten „einzusprechen“, sprich den Piloten zur korrekten
Position zu navigieren sowie Rettungswinde oder Bord-MG zu bedienen. Die Piloten
unterscheiden ihre Aufgaben im Sprachgebrauch nach rechtem und linken Sitz. Rechter
Sitz steht dabei für das eigentliche Fliegen der Maschine, linker Sitz für
die Navigation und den Funkverkehr. |
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Fregatte und Helikopter, keinesfalls zwei Welten.
Foto: Zeitter |
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Die Soldaten sind dabei nicht
in feste Besatzungen
oder für bestimmte Positionen eingeteilt. Aufgabe und Kameraden wechseln
regelmäßig. „So kann niemals Routine einkehren, das erhöht
die Sicherheit“, betont der Pilot. Dem Anspruch, dass die Crew perfekt
zusammenspielen muss, tut dies keinen Abbruch. Bei den meisten Verfahren müssen
sich die Männer auf einander verlassen können. „Wenn wir beispielsweise
eine Außenlast absetzen, muss mich der Operator exakt auf die Position ‚einsprechen‘,
denn ich kann nicht sehen, was unter der Maschine passiert“, erklärt
Zachäus.
Zu den Aufgaben, die die Besatzungen jährlich zu absolvieren haben, gehören
Navigationsflüge und das Training der Notverfahren und taktische Flüge.
Dazu kommen natürlich die Decklandungen, die nach unterschiedlichen Verfahren
durchgeführt werden, wie Kapitänleutnant Zachäus erklärt: „Beim
radargestützten Verfahren wird der Hubschrauber vom sogenannten H/C, dem
Helicopter Controler mit Hilfe des Schiffsradars heruntergesprochen. Das nennt
sich dann SCA (Ship Controled Aproach) im Gegensatz zum HCA (Helicopter Controlled
Aproach). Dabei wird einen solcher radargestützter Anflug mit auch mit Hilfe
des hubschraubereigenen Radars durchführen. Hier übernimmt der links
sitzende Pilot den Part des H/C und gibt dem rechts sitzendem Kommandos. Nach
Sicht wird der Anflug ausschließlich nach den visuellen Referenzen des
steuerführenden Piloten durchgeführt.“
Diese Verfahren trainieren die Flieger meistens in den Einschiffungsphasen ab.
Rund drei Monate pro Jahr nehmen die Besatzungen an den Auslandseinsätzen
der Marine teil. Meist sind zwei Besatzungen mit an Bord der Schiffe, die im
Horn von Afrika oder vor dem Libanon eingesetzt werden. „Das gibt ausreichend
Möglichkeiten, die Anflugverfahren zu trainieren, in Deutschland ist es
meistens recht problematisch ein Schiff für diese Abschnitte in die deutsche
Bucht zu bekommen“, erzählt der Kapitänleutnant. |
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Sebastian Zachäus an seinem Arbeitsplatz.
Foto: MFG 3 |
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Die Einsatzphasen
für die Missionen der Schiffe teilen sich immer zwei Crews. Die Erste
fährt
schon mit Schiff und Maschinen in das Einsatzgebiet, nach der Halbzeit wird gewechselt,
so dass alle Crews eine Seereise absolvieren.
Die primäre Aufgabe in den Einsatzgebieten liegt dabei auf der Überwachung
der Seegebiete. „Wir führen aber auch Personal- und Materialtransporte
durch“, ergänzt Sebastian Zachäus. Die Einsätze bringen
naturgemäß eine deutlich höhere Beanspruchung mit sich, berichtet
der Kapitänleutnant. Der hohe Salzgehalt und rund 70-90% Luftfeuchtigkeit
bei Temperaturen von 35 Grad und mehr strapazieren nicht nur die Maschinen, die
eigentlich für Missionen in Mitteleuropa konstruiert wurden, sondern auch
deren Besatzungen. Andererseits sind die Einsatzphasen willkommene Möglichkeiten
für die Crew, um Flugstunden zu absolvieren und eben die geforderten Trainingseinheiten
mit einzuflechten. „Rund 100 Flugstunden werden in den drei Monaten absolviert“,
berichtet Sebastian Zachäus.
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