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Die „Destinations“ gaben den Ausschlag |
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Wahnheide (uz) [03.04.06]. Sein Name: Günter Graf - sein Dienstgrad:
Oberstleutnant - seine Missionen: vielfältig - seine Position: vorne
links, vorne links in einem Airbus A 310. Oberstleutnant
Günter Graf
ist der Kommandant, wenn er mit einem Airbus der Flugbereitschaft
des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) vom militärischen
Teil des Flughafens Köln-Bonn aufbricht. Die Frage, was seine Arbeit
von der seiner zivilen Kollegen unterscheidet, ist schnell
beantwortet: "So
gut wie alles". Die meisten seiner Kollegen sind auf Linienflügen
unterwegs, da wird alles von außen festgelegt, die Zielflughäfen
sind alle bekannt. Für Günter Graf ist das anders, oftmals sind
die Plätze unbekannt, zum Teil sind sie auch nur bedingt für den
Airbus geeignet. Um viele Punkte der Abfertigung kümmern sich Günter
Graf und seine Crew selbst. Unterschiedlich sind auch die
Missionen, zu denen er aufbricht. Das Spektrum reicht vom
ViP-Flug, der Kanzlerin Merkel
zu Staatsbesuchen bringt, über Passagierflüge beispielsweise zum
Kontingentwechsel in den Einsatzgebieten bis hin zum Transport
von Schwerstverletzten, wie zum Beispiel nach der Tsunami-Katastrophe
im Jahr 2004. |
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Lebenslauf |
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Oberstleutnant
Günter Graf |
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26. Juli 1951 Geburt in Ulm
1. Juli 1970 Eintritt in die Bundeswehr nach dem Abitur in ein OA-Bataillon, Fürstenfeldbruck
1972/1973 fliegerische Ausbildung in Bremen
anschl. Offiziersausbildung Verwendung im Lufttransportgeschwader (LTG) 61, Landsberg
1979 Wechsel zum LTG 62, Wunstorf Ausbildung zum Fluglehrer verschiedene Stabsverwendungen
1993 Versetzung zur Flugbereitschaft BMVg dort:
1993-1996 Luftfahrzeugführer Boing 707
seit 1996 Luftfahrzeugführer Airbus A 310 zusätzlich Verwendung als Flugsicherheitsoffizier
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Dabei träumte er, so versichert der gebürtige
Ulmer, als Kind keinesfalls vom Fliegen. Nach dem Abitur
war dem Leistungssportler klar, dass er "nicht um
einen Wehrdienst herumkommt". Ein Sportkamerad empfahl
ihm den fliegerischen Dienst. So fand er sich nach seiner
Bewerbung im Offizieranwärter-Bataillon in Fürstenfeldbruck
wieder. Er sollte Jetpilot werden. "Meine Sitzhöhe
war aber zu hoch", erzählt der Oberstleutnant.
Alternativ hatte man ihm damals Verwendungen als Hubschrauberpilot
oder als Luftfahrzeugführer für die Transall
angeboten. Die Entscheidung war schnell getroffen: "Ich
habe mir überlegt, wo ich mit einem Hubschrauber hinkomme
und wo mit einer Transall...", schmunzelt Günter
Graf.
Nach der Entscheidung waren die Ausbildungsplätze
knapp, man kündigte ihm eine zweijährige Wartezeit
an. Diese sollte er als stellvertretender Kompaniechef
einer Luftwaffenausbildungskompanie verbringen. Dazu kam
es nicht: Schon nach einem viertel Jahr ging es zur
Ausbildung nach Bremen.
Wunschgemäß wurde er nach seiner Ausbildung
relativ heimatnah beim Lufttransportgeschwader 61 im bayerischen
Landsberg/Penzing eingesetzt. Von dort flog er bis 1979
Transall, bevor er nach Wunstorf wechselte. In Wunstorf
kümmerte sich Günter Graf um den Nachwuchs. In
diesem Standort durchlief Günter Graf auch verschiedene
Stabsverwendungen. |
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| Ein Blick
genügt dem erfahrenen Kommandanten, um sich vom sicheren Zustand
seines Luftfahrzeuges zu überzeugen. |
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1993
ging es für ihn dann wieder direkt ins Cockpit. Von der Transall
in Wunstorf wechselte der Oberstleutnant in eine Boing 707 der Flugbereitschaft
BMVg. Drei Jahre später folgte der Umstieg auf Airbus A 310. Das
aktuelle Modell der Flugbereitschaft, das dort in drei Versionen genutzt
wird. Zum einen in der üblichen, zivilgebräuchlichen Passagierversion,
dazu kommen die MedEvac- und ViP-Versionen der Maschine. |
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Mit viel Routine wird der "A 310" auf Touren gebracht.
Fotos: Zeitter |
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Inzwischen
hat der Oberstleutnant eine Zusatzverwendung: Er ist der Flugsicherheitsoffizier
des Verbandes. Diese Verwendung erfordert eine gewisse Regelmäßigkeit
in seinem Dienstbetrieb. Dadurch fliegt
er ausschließlich
planbare Einsätze. "Meistens sind das ViP-Flüge, weil
diese recht früh angemeldet werden", erzählt Graf. Diese
Flüge bringen auch die Flugziele, die einmal den Ausschlag für
diesen Beruf gegeben haben. Gerne erinnert sich der Kommandant an einen
mehrtägigen ViP-Flug mit dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard
Schröder
und Vertretern aus der Wirtschaft nach Afrika. ViP-Flüge sind
aber auch stressiger. "Es sind viel mehr Eckdaten zu beachten",
berichtet der Oberstleutnant. Die meisten seiner ViP-Passagiere halten
einen guten Kontakt: |
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"Gerhard
Schröder sagte auch mal abends im Hotel "lass uns mal ein
Bier trinken", plaudert er aus dem Nähkästchen.
Früher standen auch dreimal wöchentlich Flüge nach Canada und
in die USA auf dem Flugplan der Flugbereitschaft. "Da kam es schon fast
so weit, dass man Washington nicht mehr sehen konnte", erzählt Graf
augenzwinkernd, "wer sich da aber nicht beschäftigen kann, ist selbst
schuld!" Heute heißen die regelmäßigen Destinationen Termez,
Sarajevo, Tuzla, Skopje und Pristina, manchmal auch Thessaloniki. Regelmäßig
spenden seine Passagiere dem Luftfahrzeugführer bei der Landung nach diesen
Rückflügen in Deutschland Applaus. Freut ihn das oder führt es
zu einem Grinsen? Oberstleutnant Günter Graf lehnt sich zurück. "Eher
letztes", gesteht er und fügt hinzu: "Aber ich kann auch gut verstehen,
was es heißt, nach so langer Zeit nach Hause zu kommen."
Doch
auch für Günter Graf gibt es Einsätze, die besonders
an den Kräften zehren. Zum Jahreswechsel 2004/2005 war er mit
dem Rücktransport von Schwerstverletzten aus der Region der Tsunami-Katastrophe
beauftragt. Damals, so erzählt er, habe er eine sehr leistungsfähige
Crew gehabt. Wie geht er aber mit der Belastung in dieser Situation
um? "Da sieht man seine Aufgabe, den Flieger möglichst schnell
von A nach B zu bekommen", berichtet er. "Das Einzige was
man dann noch tun kann, ist, dass man versucht, Turbulenzen auszuweichen."
Wichtig ist das regelmäßige Fliegen aber auch für
seine Zusatzverwendung: |
"Nur
so kann man sich ein Bild von der Situation der Kameraden machen",
erzählt Günter Graf. Der
Flugsicherheitsoffizier steht so mitten drin und kann so beurteilen,
was ihm andere Kameraden erzählen. Oft geht es um Situationen,
die am Rande der Vorschriften liegen. Immer wieder gibt es Zielflughäfen,
die die Voraussetzungen für eine Landung des A 310 nicht vollständig
erfüllen. "Es gilt manche Dinge zu akzeptieren, aber auch
festzulegen, wann man etwas nicht mehr akzeptieren kann", betont
Oberstleutnant Graf. Manchmal ist es auch die Bundeswehr, die den Luftfahrzeugführern
zu Herausforderungen verhilft. Die taktische Flotte der Flugbereitschaft
wurde vor einigen Jahren von einem weißen in ein graues Design
umlackiert. Die Maschinen heizen sich dadurch stärker auf. Je
nach Flughafen müssen die Männer schon mal den Start auf
die Abendstunden verschieben.
Inzwischen hat Jürgen Graf rund 10 000 Flugstunden absolviert. Einige
werden es trotz Nebenverwendung wohl noch werden. Rund 200 fliegt er derzeit
pro Jahr. |
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Der Kommandant
vor seinem Arbeitsplatz: Günter Graf vor einem Airbus A 310 in ViP-Ausführung. |
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