truppen.info: Insider: Die VEBEG
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 Ein olivgrünes Auto fahren?
 So findet Bundeswehreigentum zivile Verwendungen
Itzehoe/Frankfurt am Main (uz) [14.08.05] Es gibt viele Gründe, die die Blicke von Autointeressierten auf den olivgrünen Fuhrpark der Bundeswehr lenken. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auch die gefleckten Kleidungsstücke, die aus den Beständen der Bekleidungskammern ausgesondert werden. Nur zwei Fälle, in denen die Treuhandgesellschaft VEBEG (Verwertungsgesellschaft Bundeseigener Güter) ins Spiel kommt. Sie wird mit dem Verkauf solcher Artikel beauftragt. Bundeswehr, Katastrophenschutz, Bundespolizei, Ministerien und Behörden sind, neben den noch in Deutschland stationierten britischen Streitkräften, nur einige der Auftraggeber der VEBEG. Etwa 70% der Aufträge, die die Gesellschaft erhält, kommen aus dem Bereich der Bundeswehr.
Ebenso vielfältig wie die Auftraggeber sind die Güter, die in den Angeboten der 1957 gegründeten VEBEG stehen. Längst hat sich die Treuhandgesellschaft mit Sitz in Frankfurt und Berlin neben den vorgeschriebenen Bundesausschreibungsblättern auf das Internet konzentriert. Hier können Händler aber auch Privatpersonen auf die oft ungewöhnlichen Lose bieten. Von Panzerkombinationen oder Autoreifen, die jeweils über Gewicht gehandelt werden, über Eisbrecher, Düsenjets und Helikopter bis hin zu Feldstechern oder Fotolaboren reicht das Repertoire. Selbst gewichtige Posten entwerteter DM-Münzen finden über die Treuhandgesellschaft neue Besitzer.
Militärische Luftfahrzeuge beispielsweise werden aber ausschließlich an Museen oder entsprechend eingetragene Vereine abgegeben. Wenn ein entsprechender Nachweis des zuständigen Ordnungsamtes vorliegt, kommen aber auch Privatpersonen zum Zuge. Damit wird aber immer die Auflage zur Demilitarisierung verbunden.
Angeboten werden die Produkte so, wie sie zur Besichtigung stehen. Diese ist grundsätzlich möglich. "Bei uns kauft man nicht die Katze im Sack. Das unterscheidet die VEBEG von ebay", betont Frank Löwe, der bei der Treuhandgesellschaft für den Verkauf von Luftfahrzeugen und Schiffen zuständig ist. Nicht möglich ist es allerdings, die Geräte Probe zu fahren, zu fliegen oder zu schwimmen. Einen Löwenanteil der Angebote nehmen mehr oder weniger handelsübliche Kraftfahrzeuge ein.
Rund 70 Mitarbeiter beschäftigen sich jährlich mit mehr als 30.000 Verkaufsaufträgen mit einem Erlös zwischen 50 und 65 Millionen Euro. Der Erlös aus den Auktionen wird an die Auftraggeber ausgeschüttet. Etwa drei Viertel der Kunden sind Wiederverkäufer.
Die VEBEG ist für ihre Auftraggeber professioneller Vermittler von Kunden, der zugleich eine Entlastung von den Verkaufsformalitäten sicherstellt. Durch die Auktionsverfahren fließen den öffentlichen Haushalten größtmögliche Gewinne zu. Für ihre ausländischen Kunden übernehmen die Mitarbeiter so das Genehmigungsverfahren für die Ausfuhr. Kunden, die aus dem Bundesgebiet kommen erhalten aber Hinweise, dass es sich um ausfuhrbeschränktes Material handeln könnte. Auch Auflagen des Kriegswaffenkontrollgesetz werden veröffentlicht. Vor Veröffentlichung der Angebote bewerten die Bearbeiter das Material und legen nach Erfahrung und Werten aus früheren Projekten einen Grundwert fest.
Ausgewertet werden die Angebote übrigens grundsätzlich nach Ablauf der Auktionsfrist. Auch dann erst erhalten die Mitarbeiter Kenntnis von den Inhalten. Nur selten werden die Mitarbeiter nach der Abwicklung nochmals mit den Gütern konfrontiert. Eine voluminöse Ausnahme ist beispielsweise der Zerstörer Rommel, um den sich Anfragen von Presse oder ehemaligen Besatzungsmitgliedern drehten.
Was aus militärischem Gerät werden kann
Die VEBEG im Web
 
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