Schlampe oder Zicke: "Als Soldatin hast du bloß die
Wahl zwischen diesen beiden", schreibt Kayla Williams
im Prolog zu diesem zwiespältigen Buch, in dem
sie ihre Zeit als Soldatin bei der US-Army Revue passieren
lässt. Eine Schlampe sei man, wenn man sich mit
einem Mann einlasse, eine Zicke, wenn man sich ziere.
Eine ausweglose Situation also, in der man eigentlich
nichts richtig machen kann.
Kayla Williams hat ein wildes Leben als Punkerin hinter
sich, als sie beschließt, sich zu fünf Jahren
Armeedienst zu verpflichten. Sie durchläuft die
Grundausbildung, studiert Arabisch und wird dem militärischen
Nachrichtendienst zugeteilt. 2003 geht sie mit der
101. Airborne Division in den Irak. Eindringlich und
in oft drastischer Sprache schildert sie ihre Erlebnisse
in der US-Armee, die Gefühle der Macht und der
Ohnmacht, die man als Frau unter vielen Männern
hat, wo sich fast alles um Sex dreht. Sie erzählt
von den täglichen Herausforderungen im Kriegsgebiet,
den Spannungen in ihrer Einheit, von den Zweifeln und Ängsten,
aber auch den kleinen Freuden. Sie beschreibt die gnadenlose
Langeweile, die die Soldaten zu idiotischen Spielen
treibt, und berichtet von den anrührenden oder
gefährlichen Konfrontationen mit Irakern. |