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Berlin [29.10.05]. Am
08. Oktober wurden der Norden Pakistans, Teile
von Indien und von
Afghanistan von einem starken Erdbeben erfasst, das
eine Stärke von 7,6 auf der Richterskala erreichte.
Das Epizentrum lag circa 90 Kilometer nördlich von
Islamabad. Am stärksten von dem Beben sind die
Provinzen Northwest Frontier Province, Kashmir, und
die Northern Province betroffen. Offizielle Angaben
bestätigen über 40.000 Tote, befürchtet werden
jedoch mehr als das Doppelte.
Noch in mehr als 100 Kilometern Entfernung stürzten
die Mehrzahl der Häuser ein. Viele Menschen hatten
keine Chance. Sie starben, weil ihre Häuser nicht
erdbebensicher gebaut waren; weil ihre Häuser die
Zugspannungen, die Erdbeben herrufen, nicht
aufnehmen konnten. Viele starben, weil ihre Häuser
an Hängen gebaut waren. Doch nicht nur einstürzende
Häuser sind ein Problem - auch geplatzte
Gasleitungen, explodierende Tankstellen und
berstende Wassertanks.
Die Bundeswehr unterstützt Pakistan bei der
Bewältigung der Erdbebenkatastrophe mit Personal und
Material. Das Deutsche Einsatzkontingent ISAF hat am
10.10.05 dazu ein Hilfsteam bestehend aus Ärzten und
Sanitätssoldaten sowie Pioniereinsatzkräften nach
Pakistan entsandt, um schnell und wirksam zu helfen.
Neben den ca. 50 Soldaten wurde auch Hilfsmaterial
wie Medikamente, Betten, Zelte und Decken in das
Einsatzgebiet nördlich Islamabad transportiert. Der
Lufttransport wurde durchgeführt durch C 160
Transall - Flugzeuge der Bundeswehr, die auch
kurzfristig für weitere Hilfsflüge zur Verfügung
stehen. Am 29.10.05 hat die Bundeswehr damit
begonnen, vier Transporthubschrauber vom Typ Ch-53G
von Deutschland nach Pakistan zu verlegen.
Viele Betroffene im Erdbebengebiet Pakistans leiden
inzwischen an infizierten, offenen Wunden. Außerdem
wurden sämtliche Gesundheitseinrichtungen in der
Region um Batal zerstört, so dass die
Hilfsbedürftigen dort noch immer ohne geeignete
medizinische Hilfe leben. Der nahende Winter bringt
weitere Gefahren für die geschwächten Menschen.
Das Erkundungsteam der deutsche
Johanniter-Unfall-Hilfe im Erdbebengebiet von
Pakistan befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer
wahrscheinlich weit höher ist, als erwartet. In
vielen Dörfern in abgelegenen Regionen sind die
Ausmaße des Bebens noch nicht bekannt. Aufgrund der
großen Zahl an zerstörten Häusern rechnen die
Johanniter inzwischen mit über 50 000 Todesopfern.
Sandra Fabig, die das Erkundungsteam begleitet,
berichtet: „Was wir hier erfahren müssen, übersteigt
unsere schlimmsten Befürchtungen. In den abgelegenen
zerstörten Dörfern könnte uns das Ausmaß der Not
noch überraschen. 2,5 Millionen Obdachlose brauchen
dringend Hilfe, bevor der Winter einbricht.“
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die
deutsche Johanniter-Unfall-Hilfe gebeten, ein
Feldlazarett in der vom Erdbeben zerstörten
pakistanischen Stadt Batal zu errichten. In diesem
provisorischen Krankenhaus können täglich ungefähr
200 Patienten behandelt werden. Zum Aufbau und zur
Betreuung des Feldlazaretts entsendet das
pakistanische Gesundheitsministerium einheimisches
medizinisches Personal. Die pakistanische Armee –
und damit auch die Bundeswehr mit ihren vier
Transporthubschraubern CH-53G - wird die Johanniter
logistisch unterstützen. Das Projekt kostet
voraussichtlich 700 000 Euro und wird hauptsächlich
durch Spenden aus Deutschland finanziert. Des
Weiteren stehen die Johanniter wegen der
Finanzierung in Verbindung mit dem Auswärtigen Amt.
(Torsten Rissmann mit Material von PIZ
EinsFüKdoBw und Johanniter - Unfall-Hilfe) |