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 Einsatzgebiet Kongo
Eigenbezeichnung:
Demokratische Republik Kongo -
République Démocratique du Congoe

Fläche:
2.344.858 km²

Einwohner:
ca. 53 Mio.
davon:
fast 80% Bantu

Bevölkerungsdichte:
21,3 Einwohner / km²

Sprachen:
Amtssprache: Französisch
Verkehrssprachen: Lingala, Kisuaheli, Tshiluba, Kikongo

Religion/Kirchen:
über 40% Katholiken
über 30% Protestanten
über 10 % Kimbanguisten
1% Moslems
Rest: Anhänger von Naturreligionen

Präsidialregime; Übergangsverfassung vom 04.04.2003 (Constitution de Transition) sieht daneben 4 Vizepräsidenten, ein Parlament und einen Senat vor.

Staatsoberhaupt:
Präsident (Président de la République) Generalmajor Joseph Kabila (vereidigt am 26.01.01, d.h. nur wenige Tage nach dem Attentat vom 16.01.2001 auf seinen Vater Laurent-Désiré Kabila), erneute Vereidigung auf die Übergangsverfassung am 7.4.2003

Regierungsparteien:
Allparteienregierung aufgrund des am 17.12.2002 geschlossenen "Accord global et inclusif", der auch von ehemaligen Rebellenbewegungen (MLC, RCD-Goma, Mayi-Mayi, RCD-ML, UPC etc.) unterzeichnet wurde.
Die UDPS ist derzeit die einzige Partei von nationaler Bedeutung, die nicht an der Regierung beteiligt ist.

Opposition:
Politische Parteien (z.B. UDPS), Nichtregierungs-Organisationen
Exilgruppen, hauptsächlich ehemalige Mobutuanhänger.

 
 Kurzer geschichtlicher Überblick
Um 700 n. Chr. Völker mit Bantusprachen erreichen das Gebiet der heutigen Demokratischen Republik Kongo
16. Jhdt. Im Norden der heutigen Republik besteht ein politisches System bei den Zande und ein Königreich bei den Mangbetu; das Königreich Kongo am Unterlauf des Kongo-Flusses wird von Portugiesen christlich beeinflusst.
19. Jhdt. Forschungsreisen erwecken Interesse der Europäer an Kolonisierung.
1884 – 85 Bei der Berliner Konferenz einigen sich die europäischen Mächte im wesentlichen über die Aufteilung auch Zentralafrikas, König Leopold II von Belgien übernimmt den "Unabhängigen Kongostaat" als Privatbesitz, Eroberung des Gebiets, Zerstörung der Reiche des Msiri und des Tippu Tib.
1908 Belgischer Staat übernimmt Herrschaft über den Kongostaat.
30.06.1960 Nach Unruhen wird das Land in die Unabhängigkeit entlassen; Staatspräsident Kasavubu und Ministerpräsident Lumumba;
Meuterei der Streitkräfte löst Intervention Belgiens und Sezession Katangas aus;
Auf Ersuchen Lumumbas (später ermordet) entsenden Vereinte Nationen eine Streitmacht.
1961 – 64 Zentral-Regierung Adoula
1963 mit Hilfe der Streitkräfte der Vereinten Nationen wird Katanga wieder eingegliedert
1964 – 65 Regierung Tshombé
24.11.1965 Generalstabschef Mobutu (seit 11.12.1982 Maréchal) übernimmt die Staatsgewalt und gestaltet die II. Republik zu einem zentralistischen, totalitären Präsidialregime (Hinrichtung politischer Gegner, Verabschiedung einer Präsidialverfassung, Errichtung eines Einparteiensystems unter dem "Mouvement Populaire de la Révolution")
21.10.1971 Umbenennung des Landes in Zaire
1973/74 Im Zuge der "Zairianisierung" werden ausländische Vermögen nationalisiert (1976 teilweise wieder aufgehoben)
1977 Eine aus Angola eindringende, militärisch organisierte zairische Oppositionsgruppe (FNCL) löst erste Shaba-Krise aus, die mit Hilfe marokkanischer Truppen gelöst wird.
1978 Zweite Shaba-Krise wird durch eine französisch / belgische Intervention beendet.
80er Jahre Wirtschaftlicher Ruin des Landes
1991/1993 Plünderungswellen zerstören weite Teile der noch existierenden industriellen und administrativen Infrastrukturen.
ab 1990 Der demokratische Aufbruch in Mittel- und Osteuropa und seine Auswirkungen in Afrika führen zu politischem Umbruch.
24.04.1990 Präsident Mobutu verkündet Abkehr vom Einparteienstaat
1991/92 Souveräne Nationalkonferenz (CNS) soll politische Weichen für die sogenannte "III. Republik" stellen. Der von der Konferenz zum Premierminister ernannte Oppositionelle Etienne Tshisekedi (UDPS) wird jedoch von Mobutu per Dekret für abgesetzt erklärt.
April 1994 Verabschiedung einer Übergangsverfassung durch das Übergangsparlament HCR-PT
Juni 1994 Oppositionspolitiker Kengo wa Dondo zum Premierminister gewählt, einige Erfolge bei der Stabilisierung der zerrütteten Wirtschaft und der Vorbereitung allgemeiner Wahlen
1996 Süd-Kivu: Aufstand der Banyamulenge-Tutsi gegen die Zentralregierung in Kinshasa; durch Uganda, Ruanda, Burundi und Angola unterstützt, erobert die sich später AFDL (Alliance des Forces Démocratiques pour la Libération du Congo/Zaire) nennende Rebellenbewegung binnen acht Monaten weite Teile des Staatsgebietes.
17.05.1997 Einnahme von Kinshasa; AFDL-Führer Laurent Désiré Kabila proklamiert sich zum neuen Staatspräsidenten; Umbenennung des Landes in Demokratische Republik Kongo; Mobutu stirbt wenig später im marokkanischen Exil.
02.08.1998 Beginn der Rebellion, maßgeblich unterstützt durch Ruanda und Uganda.
16.01.2001 Präsident Laurent-Désiré Kabila bei einem Attentat getötet; die Nachfolge tritt sein Sohn Joseph Kabila an (Vereidigung am 26.01.01).
01.07.2002 Das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) tritt für die Demokratische Republik Kongo, Vertragsstaat seit dem 11.4.2002, in Kraft.
31.07.2002 Präsident Joseph Kabila und der ruandische Präsident Paul Kagame unterzeichnen in Pretoria ein Abkommen über den Rückzug der ruandischen Truppen aus dem Kongo sowie die Entwaffnung und Demobilisierung ruandischer Hutu-Milizen auf kongolesischem Gebiet. Die VN-Mission MONUC und Südafrika sollen als "Dritte Partei" die Ausführung des Abkommens überwachen.
06.09.2002 In Luanda, Angola, unterzeichnen der kongolesische Präsident Kabila und der ugandische Präsident Yoweri Museveni ein Abkommen, das die Beziehungen der beiden Länder normalisieren soll und in dem sich Uganda zum Abzug seiner Truppen aus dem Kongo verpflichtet.
17.12.2002 In Pretoria einigen sich Kriegsparteien, politische Opposition und Zivilgesellschaft unter Druck der internationalen Gemeinschaft auf den "Accord Global et Inclusif".
01./02.04.2003 In Sun City verabschieden die Delegierten des Innerkongolesischen Dialogs feierlich die Ergebnisse der Einigung von Pretoria, darunter ein Schema zur Machtverteilung unter den Konfliktparteien und eine neue Übergangsverfassung.
04.04.2003 Präsident Joseph Kabila verkündet die neue Übergangsverfassung, am Tag zuvor wurden bei ethnisch begründeten Massakern im Ituri (Dodro) Hunderte von Menschen umgebracht.
11.06.2003 EU-Rat stimmt der Entsendung einer 1.500 Mann starken multinationalen Einsatztruppe (Operation Artemis) zu; Operation Artemis dauert bis zum 01.09.2003 an.
28.10.2003 UN-Expertenpanel stellt die Endfassung des Berichts über die illegale Ausbeutung der kongolesischen Rohstoffressourcen unter Bekanntgabe der daran beteiligten Regierungen, Firmen und Privatpersonen vor.
17.-19.12.2003 Im Rahmen des Weltbankkonsultativtreffens in Paris werden der DR Kongo rund 4 Mrd. USD Unterstützung zum Wiederaufbau des Landes für die Jahre 2004 bis 2006 zugesagt.
28.03.2004 Einige Stunden andauernde Schusswechsel in verschiedenen Militäreinrichtungen und im Zentrum Kinshasas.
02.-04.06.2004 Nachdem die Stadt Bukavu in die Hände abtrünniger Soldaten fällt, brechen in Kinshasa Unruhen aus, die sich in erster Linie gegen die VN-Mission MONUC richten.
10./11.06.2004 Versuchter Staatsstreich durch Mitglieder der Präsidentengarde GSSP.
13.08.2004 Massaker in einem burundischen Flüchtlingscamp (in Gatumba), dem ca. 160 Personen zum Opfer fielen, darunter 140 Banyamulenge (tutsistämmige Kongolesen). Täterschaft – laut VN-Bericht vom 05.10.2004 – nicht endgültig aufklärbar (vermutlich beteiligt: burundische Rebellengruppe FNL, Forces Nationales de Libération, Mitglieder der Interahamwe, Mayi-Mayi sowie andere bewaffnete Gruppen).
10.01.2005 Wegen der vom Präsidenten der Unabhängigen Wahlkommission angedeuteten Verschiebung des Wahltermins finden Demonstrationen in Kinshasa statt, bei denen es laut offiziellen Angaben 4 Tote gibt.
Vier Tage später zum Gedenken der Toten Aufruf zu einem Tag der Trauer/des Boykotts.
Quelle: Auswärtiges Amt
 
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