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„Gesprächsbereite
Elemente“ waren Mangelware |
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Journalistin erlebt eigene Version der „Feuerzangenbowle“ |
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Berlin (uz) [21.04.2010]. „Na klar,
meine Mädels sind gerade auf der Fregatte Brandenburg und finden Seefahrt
super“, schwärmt die Journalistin Jasna Zajcek auf die Frage,
ob sie noch Kontakt zu den Soldatinnen hat, die sie in
der Grundausbildung kennen gelernt hat. Wer sich mit
ihr über die
Bundeswehr unterhält,
kann leicht ins Staunen geraten. Sie geht mit militärischen Fachbegriffen
und Abkürzungen um, als ob sie gleich nach den Kinderschuhen die Kampfstiefel
angezogen hätte. Dem ist aber nicht so. Sie hat sich in einer etwas
mehr als einjährigen Recherche intensiv mit der Bundeswehr beschäftigt
- mehr als das Journalisten normalerweise bei ihrer Arbeit
tun. Sie hat Soldaten bei der Ausbildung und in den Einsatzregionen
besucht und sie
war in der Grundausbildung. „Es war fast wie in der Feuerzangenbowle“,
gesteht Zajcek. Als ob sie sich zurückversetzen könnte in etwas,
was man sonst in jungen Jahren macht und es noch nachholen
kann. Die erlebte Kameradschaft und die Motivation der
Rekruten, die alle nur halb so alt
waren, haben sie beeindruckt. Einfach ein Teil dieser
gelebten Kameradschaft zu sein aber auch dieselbe Leistung
erbringen zu müssen, sind die
Eindrücke, die sie mitgenommen hat. Es sei aber auch fast erschreckend
gewesen, wie schnell sich der Körper auf ein neues „Lebenskonstrukt“ einstellen
könne, sagt sie. Freunde hätten ihr gesagt, dass die Zeit hart
werde. „Ich trainiere auch hart im Fitnessstudio und gehe bis zum Äußersten“,
erzählt Zajcek und fügt schmunzelnd hinzu: „aber eigentlich
mache ich das dann nicht nach drei Stunden wieder und
weitere drei Stunden später nochmals!“
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| „Unter Soldatinnen“ zeigt menschliche Geschichten
und soldatische Sichtweisen. |
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Die Journalistin und die Soldatinnen
ihrer Gruppe an der Marineschule in Mürwik sind Kameraden geworden
und halten den Kontakt, wie es oft bei Soldaten funktioniert. Jasna Zajcek
hat erlebt, wie sich „ihre Mädels“ vom ersten Gehalt
Schuhe mit hohen Absätzen gekauft hätten und wie sie anschließend
versucht hatten, trotz der Blasen an den Füßen, darauf zu
gehen. Sie war aber auch beim Crew-Wechsel auf dem Segelschulschiff „Gorch
Fock“ und hat die „Kameradinnen“ in der Segelvorausbildung
besucht.
Das intensiv erarbeitete Wissen und die Erlebnisse können im Buch „Unter
Soldatinnen“ verfolgt werden. Bildhaft und eindrucksvoll beschreibt Jasna
Zajcek ihre Geschichten. Die sind auch für alle, für die Bundeswehr
bislang nur ein gedanklicher olivgrüner Nebel ist. Sie arbeitet in Berlin
und Beirut, ist mit Sprachen und Kulturen beider Arbeitsorte gut vertraut. Damit
entstehen Sichtweisen und Einschätzungen, die ganz andere Aspekte in den
Mittelpunkt stellen, als sie der Leser deutscher Publikationen gewohnt ist.
Im Buch nehmen die Erlebnisse der Grundausbildung an der Marineschule in Mürwik
einen erheblichen Platz ein. Überhaupt findet der kleinste Organisationsbereich
der Bundeswehr, die Marine, eine verhältnismäßig große
Berücksichtigung. |
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„Das liegt vielleicht auch daran, dass ich
eine begeisterte Wassersportlerin bin und mir die Marine daher vielleicht
näher
steht“, schmunzelt die Autorin. Ein bisschen, so erzählt sie weiter,
läge es sicherlich aber auch daran, dass die Marine sehr offen und prompt
auf ihre Anfragen reagiert habe. „Viele Zusagen wurden auch extrem schnell
realisiert“, erinnert sie sich an die Zusammenarbeit.
In den Einsätzen, die vorwiegend von Heeressoldaten getragen werden, erwies
sich die Zusammenarbeit oft als mühevoll. In Bosnien-Herzegowina und im
Kosovo hat Jasna Zajcek erlebt, dass die Soldaten der Bundeswehr gut angesehen
sind. „In Sarajevo haben viele Menschen immer noch Angst vor einer Rückkehr
der Serben“, berichtet sie von ihren Gesprächen mit den Menschen in
der Region. Gespräche mit den Soldaten seien in beiden Ländern eher
zurückhaltend verlaufen. Die Soldaten selbst hat sie als „extrem flexibel,
weltgewandt und humorvoll“ erlebt. In der Erinnerung sind ihr neben den
Soldatinnen, mit denen sie gesprochen hat, vor allem auch manch übereifrige
Presseoffiziere in Erinnerung geblieben. Die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr
zum Einsatz in Afghanistan war dann „für mich als Autorin eine echte
Katastrophe“, berichtet Zajcek. Mehrfach habe sie Anläufe unternommen,
um – auch auf eigene Rechnung – Soldaten am Hindukusch zu besuchen,
erzählt sie. Alle wurden kurzfristig abgesagt. Damit bleiben dem größten
Einsatz der Bundeswehr ein paar unbefriedigende Seiten im Buch. Die Bundeswehr
spreche in diesem Bereich, so berichtet die Autorin, nicht mehr von Soldaten,
sondern von „gesprächsbereiten Elementen“, die es nicht zu „identifizieren“ gelang. |
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| Autorin Jasna Zajcek hat gelernt, wie sich die Bundeswehr,
in diesem Fall das Segelschulschiff „Gorch Fock“, anfühlt. Foto: Zeitter |
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Doch mit dem fertigen
Buch in den Händen
ist dieser Ärger Schnee von gestern. Das Kapitel Bundeswehr ist
für Jasna Zajcek erst einmal abgehakt. Im nächsten Projekt
soll es um ein anderes Thema gehen. Ein weiteres Buch über die
deutschen Streitkräfte schließt sie nicht aus.
Das mag auch an den Reaktionen auf ihr Buch liegen. Auch aus
Reihen der Bundeswehr
und Interessensverbänden von Soldaten erhielt sie seit dem Erscheinen ihres
Buches immer wieder Einladungen zu Lesungen oder Diskussionen. Selbst einige
bundeswehrkritische Freunde hat Jasna Zajcek mit ihrer Arbeit beeindruckt und
nicht zuletzt gebe es noch einen wichtigen Aspekt, betont sie: „Die Jungs
und Mädels sind mir einfach ans Herz gewachsen!“ |
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