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Satire bis der Arzt kommt

 Musicalklänge im Einsatz
 Bremer Musical Company spielt vor ISAF-Angehörigen
Keine Berührungsängste vor den Einsatzregionen der Bundeswehr: Ein Ensemble der Bremer Musical Company in Afghanistan.
Fotos: Arne Dübecke
Bonn/Termez/Afghanistan. (eb/uz) [30.09.07]. Auf Einladung der katholischen und evangelischen Arbeitsgemeinschaften zur Soldatenbetreuung (KAS und EAS) und in Abstimmung mit dem Einsatzführungskommando konnte die Bremer Musical Company für mehrere Auftritte in den Einsatzgebieten der IASF-Truppen gewonnen werden. Im Rahmen einer kleinen, aber anstrengenden Tournee fanden vier Auftritte statt. Die ursprünglich für den Mai geplante Veranstaltungsreihe hatten EAS/KAS im Anbetracht der zeitlichen Nähe zu dem damaligen Anschlag auf die Bundeswehr verschoben.
Die Auftaktveranstaltung fand in Termez in der Betreuungseinrichtung AREA 51 statt. Die Bremer Musical Company (BMC) bot den Soldatinnen und Soldaten in einem fast zweistündigen Auftritt ein umfassendes Repertoire an weltweit bekannten Texten und Melodien.
In dem mit 150 Soldatinnen/Soldaten gefüllten Betreuungszelt schaffte es die Gruppe sehr schnell das Publikum zu begeistern. Die Zuhörer dankten es den Künstlern und entließen die BMC erst nach zahlreichen Zugaben.
Ein bißchen Ablenkung für die Soldaten....
Anschließend war die Bremer Musical Company einige Tage „in eigener Sache“ in Usbekistan unterwegs. Sie trat beim internationalen Musikfestival "Sharq Taronalari" in Samarkand auf und vertrat dort Deutschland.
Von Termez flogen die Künstlerinnen und Künstler nach Kabul, wo bereits am gleichen Abend ein Musical-Buffet in der „OASE“ stattfand. Einige Tische blieben an diesem Abend leider leer, als die Künstlerinnen und Künstler aus Bremen auftraten. Grund dafür war ein Anschlag am Flughafen wenige Stunden zuvor. Ein Anschlag, den das Ensemble hautnah miterlebt hatte.
Insgesamt durften sich die Besucher in der OASE an vier Sets mit je drei bekannten musikalischen Werken sowohl akustisch wie auch visuell erfreuen. Die Leitung der „OASE“, die von KAS und EAS betrieben wird, bot den Gästen ein reichhaltiges und kulinarisch ansprechendes Büfett, das nach dem ersten Set eröffnet wurde. Die Stimmung unter den anwesenden Soldatinnen und Soldaten war, den äußeren Umständen angepasst, gut.
Auch hier wurden die Künstlerinnen und Künstler erst nach einigen Zugaben entlassen. In Anschluss folgten viele Gespräche zwischen dem Publikum und den KünstlerInnen.
Am nächsten Tag ging es bereits um 4:50 Uhr zum Flughafen um von dort nach Masar-e-Sharif zu fliegen, wo weitere Auftritte in dem Betreuungszelt „Beach Club“ geplant waren. Als die Bremer Künstler am frühen Nachmittag dort eintrafen, wurden die „Container“ bezogen und bei einem Rundgang durch das Feldlager sehr viele neue Eindrücke aufgenommen.
Im Zuge der Tournee begleitete die BMC dann am Sonntag den Gottesdienst des katholischen Militärpfarrers Georg Pützer im Feldlager „Camp Marmal“.
Die drei Lieder, die im Rahmen des Gottesdienstes gesungen wurden waren die Titel „Leben“ und „Dem Sonnenstahl entgegen“ aus der eigenen Produktion von BMC-Chef Thomas Blaeschke, dargeboten von Christina Maria Brenner, sowie der Gospel Song „In the arms of freedom“ gesungen vom gesamten Ensemble. Beim anschließenden Kirchenkaffee fanden sich die Gemeinde und die Künstler zu netten Gesprächen zusammen.
Abends war es dann soweit. Nach der Begrüßung durch Hauptmann Thomas Eiglsperger, dem Betreuungsoffizier und Henning Klausing, Referent für Auslandseinsätze der EAS, wurde mit dem Titel „Cabaret“ das Programm eröffnet.
Ausflug in die Welt der Kirchenmusik.
Im Laufe des Abends folgten unter anderem die Titel „Wenn ich tanzen will“ aus dem Musical „Elisabeth“ gesungen von Christina Maria Brenner und Tim Schulz, „Mein Herr“ aus dem Musical „Cabaret“ dargeboten von Nadine Assmann und „Wie vom Traum verführt“ aus dem Musical „Joseph“ gesungen von Tim Schulz.
Am Ende einer beeindruckenden Show standen vier Zugaben, "Standing ovations" des Publikums und Dankesworte von Brigadegeneral Dieter Warnecke, die von vielen der 130 Besuchern in den sich anschließenden Gesprächen bekräftigt wurden.
Der zweite Auftritt in Masar-e-Sharif fand ebenfalls im bis auf den letzten Platz gefüllten „Beach Club“ statt. Es wurden noch reichlich Stühle nachgestellt, damit die 170 Gäste Platz fanden. Wie bereits am Vorabend gelang es dem Ensemble das Publikum zu begeistern. Die Stimmung stieg sehr schnell an und die BMC brachte den „Beach Club“ zum Beben. Nach der Veranstaltung saßen Künstler und Soldaten sehr lange zusammen und diskutierte über den Alltag der Soldaten im Einsatzland sowie über die Sinnhaftigkeit dieses Einsatzes.
Mit einer Transall ging es dann für die BMC weiter nach Kunduz, wo am gleichen Abend in der Betreuungseinrichtung „Lummerland“ ein Auftritt für die hier stationierten Soldatinnen und Soldaten stattfinden sollte. Dieser Auftritt musste leider abgesagt werden. Trotz alledem kam es am Abend zu sehr interessanten Gesprächen zwischen den Künstlern und den Soldaten über das Leben im Einsatz und die Stimmung im Lager.
Die Soldaten nutzten begeistert die Möglichkeit, für zwei bis drei Stunden dem Einsatz-Alltag mit all seinen Facetten zu entfliehen.
Eine klare Aufforderung an die Musical Company, wieder einmal die Soldaten im Einsatz zu besuchen. Die beiden Einsatzgebiete auf dem Balkan standen bereits früher auf dem „Tourneeplan“ der Künstlerinnen und Künstler.
Alle Facetten der Musicals stehen im Repertoire der Bremer Künstlerinnen und Künstler.
Text: Henning Klausing / uz
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