Itzehoe (uz) [19.05.07]. Aus Hessen, Schleswig-Holstein
und Nordrhein-Westfalen sollen die drei Soldaten der
Bundeswehr stammen, die am Morgen auf dem Marktplatz
im nordafghanischen Kunduz durch einen
Selbstmordattentäter getötet wurden. Insgesamt kamen bei dem
Anschlag neun Menschen ums Leben. Weitere Soldaten und
Zivilisten wurden verletzt. Die Soldaten sollen sich
zur Beschaffung von technischem Gerät
in der Stadt aufgehalten haben und in Begleitung von
Patrouillensoldaten gewesen sein. Unmittelbar nach dem
die Soldaten ihre Fahrzeuge verließen,
soll es zur Detonation gekommen sein.
Verteidigungsminister Dr. Frank Josef Jung brach eine
private Auslandsreise ab und informierte sich in Potsdam über die
Ereignisse. Den Angehörigen der Soldaten sprach er sein Beileid aus.
Die verletzten Soldaten sind in das Feldlager der Bundeswehr
nahe dem Flughafen der Stadt Kunduz gebracht worden.
Sie sollen am Sonntag mit einem Ambulanzflugzeug in Deutschland eintreffen.
Insgesamt 18 deutsche Soldaten haben ihren Einsatz für das Mandat
der ISAF mittlerweile mit dem Leben bezahlt. Dieser Anschlag,
der nach dem Anschlag auf einen Bus der Bundeswehr im
Jahr 2003, der schwerste Anschlag
auf die Bundeswehr in Afghanistan ist, wird sicherlich
auch Konsequenzen für den Einsatz im ISAF-Mandat mit sich ziehen:
Grundsätzlich
galt die Bundeswehr, auch durch ihr offenes Auftreten,
als akzeptiert. Der erneute Angriff, zu dem sich inzwischen
die radikalislamische Taliban
bekannt haben soll, ist auf jeden Fall ein deutliches
Signal dafür,
dass sich die Bundeswehr in der Region keinesfalls sicher
fühlen darf. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass die Bundeswehr
durch den Einsatz ihrer Aufklärungstornados besonders ins
Visier der Attentäter gerückt ist.
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