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Die fachliche Arbeit unterscheidet sich
für den Korvettenkapitän kaum von der
des zivilen Architekten Edgar W. – aus
diesem Grund kauft die Bundeswehr sich
diesen Sachverstand auch extern ein,
weil sie diese Kompetenzen nicht selbst
vorhalten kann. Mit ein Motiv, warum
diese Art der scherzhaft „Dachlatten-CIMIC“
genannten Hilfe bei der Bundeswehr keine
Zukunft hat. Edgar W. gehört zu den
letzen Soldaten, die noch selbst mit
Hand anlegen – künftig soll der
Schwerpunkt dieser Einheiten im Bereich
Hilfe zur Selbsthilfe und
Informationsgewinnung liegen.
Für den Kieler Architekten ist die Hauptaufgabe der kommenden Wochen und
Monate aber bereits geklärt: eine
Dorfschule im Hochland muss renoviert
und vergrößert werden. Das Dach ist
löchrig und nicht isoliert, in den
Klassenzimmern wächst der Schimmel
quadratmetergroß an den Wänden, außerdem
muss ein Anbau her. Dass ausländische
Soldaten dieses Projekt leiten, scheint
für die Schülerinnen und Schüler sechs
Jahre nach Kriegsende nichts besonderes
mehr zu sein.
Mit Uniform, Waffe und Offiziersdienstgrad hat auch der
Zivilist W. keine Probleme. „Die
Fachkompetenz von uns Reservisten wird
anerkannt. Und solange man nicht den
eigenen Anspruch hat, Truppen führen zu
wollen, läuft das problemlos.“ Die
notwendige militärische Nachhilfe gibt
es vom unterstellten Truppenfeldwebel,
der wiederum bekommt dafür eine
„Gedächtnisauffrischung“ aufgrund seiner
lang zurückliegenden Ausbildung etwa als
Bautechniker. „Ein prima Team“, schwärmt
W., der gleichwohl keinen Zweifel daran
lässt, wer wem etwas zu sagen hat: „Wenn
ich einen Befehl gebe, dann wird der
auch befolgt.“ |